XL-VORSTELLUNG: Marantz PD4201e und LC3201e 

15.02.2006 (cr)

Marantz LC3201e

Marantz PD4201e

Hochwertige Plasma- und LCD-Bildschirme liegen im Trend. Davon möchte man auch bei Marantz profitieren und den herausragenden Ruf, den die Firma mit ihren DLP-Projektoren erworben hat, nun auch auf andere visuelle Gerätesparten übertragen. Um sich besonders gut auf dem Markt platzieren zu können, bringt Marantz den 3.799 € kostenden Plasmaschirm PD4201e in der beliebten 42 Zoll-Größe, der 2.199 € kostenden LCD-TV LC3201e tritt in der von vielen Käufern fokussierten 32 Zoll-Liga an. 

Optisch verkörpern beide Flachbildschirme klassische Marantz-Tugenden, will heißen, eine edle Optik geht mit einer aufwändigen Verarbeitung einher. Doch die Marantz-Verantwortlichen wissen ganz genau, dass man mit Aufsehen erregender, nobler Optik allein keine Käufer gewinnt, da die Kunden technisch verwöhnt sind: Plasmamodelle wie der Pioneer PDP-436XDE oder LCD-Geräte wie der Toshiba 32WL58P haben die Messlatte inzwischen sehr hoch gelegt. Wir stellen Ihnen im folgenden Text, der mit vielen interessanten Bildern und Grafiken aufgewertet ist, die beiden neuen Hightec-TVs von Marantz in allen Einzelheiten vor. 

Auch im Detail dominiert beim LC3201 Noblesse

Stimmiges Design beim 42 Zoll Plasma PD4201e

Grundeigenschaften des PD4201e Plasma-TV und des LC3201e LCD-Fernsehers

Selbstverständlich hat der PD4201e mit 1.024 x 768 Pixeln Auflösung das HD ready-Zertifikat. Im Gegensatz zum Großteil der Kontrahenten setzt Marantz jedoch nicht auf eine HDMI- sondern auf eine DVI-Schnittstelle. Das hat zwar den Nachteil, dass DVI lediglich visuelle und nicht wie HDMI zusätzlich akustische Signale übertragen kann, aber den Vorteil, dass gerade für semiprofessionelle Highend-Anlagen der sehr solide und kontaktsichere DVI-Stecker besonders sicheren Halt gewährt. An Tunern hat Marantz nicht gespart und dem 4201er sowohl einen analogen als auch einen digitalen DVB-T-Tuner spendiert. Für den digitalen Tuner steht auch EPG (Electronic Program Guide) zur Verfügung. Als Panel setzt Marantz auf ein aktuelles Samsung-Panel, welches einen maximalen Kontrast von 10.000:1 sicherstellen soll. Die Leuchtkraft gibt Marantz mit 1.000 cd an. Besonderes Kennzeichen des neuen Plasmas ist die "Fit-Engine", die wir später gesondert vorstellen. Die "Fit-Engine" vereint verschiedene Bild-Optimierungsmaßnahmen "unter einem Dach". RGB-fähige Anschlüsse sowie Komponententerminals sind auch vorhanden. Abnehmbare Lautsprecher und ein Tischfuß befinden sich im Lieferumfang. Die Maße (mit Fuß) betragen 1030 x 712 x 260 mm, damit ist das Gerät für einen 42 Zoll-Schirm sehr schmal, was die Integration in Regalwände erleichtert. 

Reichhaltiges Anschlussangebot des LC3201e, sogar mit 2 Komponenteneingängen

Weitere Terminals des LC3201e, hier im Bild u.a. der optische Digitalausgang

Der LC3201e (Auflösung 1.366 x 768 Pixel) bringt ebenfalls ein hochmodernes Panel mit, welches mit einer sehr kurzen Reaktionszeit von lediglich 8 ms das Problem Nachzieheffekte gar nicht mehr aufkommen lassen soll. Als Kontrast nennt Marantz 1.000:1, als Leuchtkraft 450 cd für den LC3201e. Auch der LCD-Fernseher kommt mit analogem sowie digitalem Tuner und DVI-Interface. Komponenten-, S-Video- und RGB-Anschlüsse stehen zusätzlich zur Verfügung. Als "Motor" für ein Spitzenbild setzt Marantz bei diesem Modell ebenfalls auf die "Fit-Engine".  Die Maße fallen für einen 32 Zoll-LCD sehr zurückhaltend aus, was die Wohnraumintegration deutlich erleichtert: mit Fuß 772 x 563 x 230 mm. Auch beim LC3201e gehören Tischfuß und Lautsprecher zum Lieferumfang.  Für beide Modelle bietet Marantz 24 Monate Garantie und einen 24 Stunden-Abholservice im Defektfall. 

Marantz und "HD ready"

Marantz' eigenes Logo

  • Ein Anzeigegerät muss folgende Merkmale für das HD ready Zertifikat aufweisen: 
  • ein Seitenverhältnis von 16:9,
  • mindestens 720 physikalische Zeilen
  • einen HD-Eingang über Komponente und DVi (oder HDMI)
  • über die HD-Eingänge folgende Formate akzeptieren:
    1280 x 720 @ 50/60Hz progressive (720p)
    1920 x 1080 @ 50/60Hz interlaced (1080i)
  • Marantz hat ein eigenes Logo, für das die gleichen Voraussetzungen gelten.

"FIT-Engine"

Vielfältige bildverbessernde Aufgaben übernimmt die "Fit-Engine"

Was bedeutet FIT-Engine? Die „FIT-Engine“ (FIT = Fine Imaging Technology) ist eine eigene, digitale Farb- und Bildverwaltung. Diese Technologie ermöglicht Bilder, die besonders nahe am Vorbild der Natur sind. So kann der Anwender nun lebendigere, klarere und brillantere Bilder erleben. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt aller Voraussicht nach in einem Test der Marantz TVs genau dies überprüfen. Laut Marantz soll die FIT-Engine, ganz gleich, von welcher Quelle, optimal aufbereiten: Das Eingangssignal passiert einen dreistufigen Filterungsprozess, der das Herz der FIT-Engine darstellt. Das Bildverbesserungssystem umfasst die folgenden Parameter:

  • volldigitale Kontrolle über Bildverbesserungen
  • hohe Auflösung und schnelle Bildverarbeitung
  • naturgetreues 3D-Farbmanagement
  • Hochleistungsschärfeeinstellung (Sharpness Control)
  • automatische Graustufenkorrektur, Gamma, Schwarz-/Weiß-Kurve
  • Besonders gute Bildstabilisierung

schematische Darstellung der Arbeitsweise

Zu den einzelnen Parametern:

  • Schärfeeinstellung: Die Fit-Engine verbessert die Kantenbetonung für jedes eingehende Bild (hohe oder niedrige Auflösung, auch analog) um ein schärferes Bild anzuzeigen. Das resultierende Bild wird plastischer und klarer dargestellt. Hier werden wir bei einem etwaigen späteren Test genau hinschauen, denn oft verursacht eine weitere Anhebung der Bildschärfe unangenehme Nebeneffekte wie Doppelkonturen und Bildzittern im hochfrequenten Bereich. Es gibt jedoch auch ausgezeichnet funktionierende Schärfereglungen, die eine weitere Steigerung der Bildqualität ermöglichen (z.B. bei Toshiba oder Pioneer).
  • Automatischer Kontrast und Schwarz-/Weiß-Kurve: Die Fit-Engine misst die Helligkeitskurve des Bildes und benutzt das Ergebnis, um die Helligkeitsverteilung zu erweitern oder um dunkle Bereiche zu erhellen, um dem Bild eine größere Tiefe zu geben. Sogar sehr helle und sehr dunkle Szenen in Filmen werden so laut Marantz aufgewertet. Wenn dies tatsächlich so in der Praxis funktioniert, würde dies dafür sorgen, dass sich die Marantz TVs in der Spitzengruppe etablieren könnten - denn leider ist ein guter Kontrast weder bei Plasma- noch bei LC-Displays selbstverständlich. Untergehende Details in dunklen und hellen Bildbereichen sind trotz aufwändiger Technik noch des Öfteren zu beobachten. Ganz besondere LCD-TVs bieten oft nur einen unzureichenden Kontrastumfang. 

  • Genuine Color Realization (GCR): „Genuine Color Realization“ bedeutet „Umsetzung naturgetreuer Farben“. Die Fit-Engine sorgt durch ein leistungsstarkes, dreidimensionales Farb-Management für realistische Bilder. Die GCR stellt eine perfekte Farbtreue sicher, weil sie einen so echten Farbraum erstellt, wie ihn sich anspruchsvolle Fernsehzuschauer wünschen. Sie kann für jede Helligkeitsstufe den Farbton und die Farbsättigung für sechs Elementarfarbtöne (R,G,B,C,M,Y) verarbeiten. Auch die Farbwiedergabe gestaltete sich bislang bei so manchem LCD-Fernseher noch als schwierig. Die Folge waren flaue, unnatürliche Farben. Einige wenige LCDs, z.B. von Xoro und Toshiba, fielen aber mit klarer Farbwiedergabe positiv auf. Wir werden genau nachprüfen, ob Marantz hier durch dieses aufwändige System mit dem LC3201e neue Standards setzt. Bei Plasmaschirmen ist es um die Farbwiedergabe meist besser bestellt, aber auch hier gibt es nur zwei Leader (Panasonic, Pioneer), die die Farbdarstellung tatsächlich hervorragend managen. Wir sind hoch gespannt, ob der PD4201e die Spitzengruppe aufmischen kann.
  • Favorite Color Emphasis (FCE): Die Fit-Engine ermöglich dem System, durch FCE (Lieblings-Farbgestaltung) willkürlichen Farben eine gewünschte Note zu geben. Sie ermöglicht brillante, farbige Bilder. Es entstehen schöne, weiße Wolken, ein tiefblauer Himmel oder sie verleiht dem Gras einen saftigen, grünen Schimmer.

Unser Fazit:

Die neuen Marantz-Flachbildschirme machen schon jetzt Appetit. Daher sind wir sehr gespannt, wann Exemplare bei uns zum Test eintreffen. Mit schicker, gediegener Optik und aufwändiger Technik stellen PD4201e und LC3201e auf jeden Fall eine deutliche Bereicherung in ihren Marktsegmenten dar. Die Kaufpreise sind nicht eben niedrig, aber die Verschmelzung von exklusivem Design und hochkarätiger Technik gab es noch nie zum Spartarif.

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