SPECIAL: Alle bislang von AREA DVD getesteten Blu-ray-Player im Bildqualitäts-Vergleich

03.08.2008 (cr)

Einleitung

Sehr oft kommen nach dem Test eines Blu-ray-Players Fragen unter unserer Leserschaft auf, wie sich denn der gerade getestete Player im Vergleich zu den bislang getesteten Kontrahenten bezüglich der gebotenen Bildqualität schlägt. Innerhalb eines normalen Testberichtes würde eine ausführliche Betrachtung den Rahmen sprengen. Daher haben wir uns entschlossen, diesem Komplex ein eigenes Special zu widmen. In diesem finden Sie alle bislang von uns getesteten Blu-ray-Player, die in Bezug auf die mögliche Bildqualität auch untereinander in Bezug gesetzt werden. Bitte beachten Sie, dass auch Geräte, die nur noch als Auslaufmodell erhältlich sind oder aber bereits ausgelaufen sind, in diesem Text auftauchen. Hintergrund ist es, möglichst gute Vergleichsmöglichkeiten auch für diejenigen zu geben, die unter Umständen nach einem günstigen und gut erhaltenen gebrauchten Player suchen. 

Rahmenbedingungen

Natürlich haben wir die Blu-ray-Player mit den identischen Kabeln an den gleichen Bildwiedergabegeräten im gleichen Hörraum unter identischen Lichtverhältnissen getestet. Daher sind die erhaltenen Ergebnisse auch direkt zu vergleichen. Die Aussagen über die Bildqualität betreffen ausschließlich die Bildsignalausgabe über HDMI, sowohl im DVD- als auch im Blu-ray-Betrieb. Hier unsere Test-TVs:

Die Ergebnisse

Sehr stabiles 24p-Bild: Der Denon DVD-2500BT

Der Denon Blu-ray-Transport Denon DVD-2500BT ist ein rein digitales Bildwiedergabegerät. Daher ist er nicht in allen Disziplinen mit den anderen, "kompletten" Blu-ray-Playern zu vergleichen. Er bringt nur eine HDMI-Buchse auf der Geräterückseite mit, somit können Bildsignale ausschließlich auf digitalem Wege aus dem DVD-2500BT ausgegeben werden. Ein interner Scaler und ein interner De-Interlacer sind vorhanden. Somit können DVD-Signale auf der digitalen Ebene auf bis auf 1.080p hochskaliert/de-interlaced werden. Beginnen wir bei der Ausgabe und Aufbereitung normaler DVD-Signale. Nachdem in verschiedenen Foren und in verschiedenen anderen Testberichten auf verschiedene De-Interlacing- und Upscaling-Schwächen des Denon hingewiesen wurde, machten wir mit den Filmen Star Wars Episode 3, Star Wars Episode 4 und Sahara nochmals mit drei Redakteuren einen mehrstündigen Check - mit dem Ergebnis, dass das De-Interlacing ebenso wenig perfekt ist wie das anderer sehr guter Player. Es gibt keinen DVD-Player oder Blu-ray-Spieler mit perfektem De-Interlacing. Wie es jedoch auch im Test des DVD-2500BT zu lesen ist, erreicht das Gerät ein ausgezeichnetes Ergebnis. Das Bild steht stabil, diagonale Linien werden akkurat dargestellt. Bewegungsunschärfen gibt es praktisch keine. Farbwiedergabe, Gesamtbildschärfe, Detaillierung, Kontrast und Bildreinheit sind auf exzellentem Niveau. Daher bleiben wir dabei - auch als DVD-Player rangiert der Denon an der Spitze der erhältlichen Blu-ray-Spieler. Dazu passen die enormen Qualitäten bei der Wiedergabe von Blu-rays. Das sehr stabile, scharfe Bild bei der 1.080p/24 Hz-Signalausgabe glänzt mit neutralen, authentischen Farben, enorm tiefem Schwarz, feinster Zeichnung von Mustern und hochfrequenten Bilddetails und exzellentem Kontrast - in allen Teildisziplinen legt der Denon noch minimal eins drauf gegenüber dem Pioneer Blu-ray-Player BDP-LX70A und ist damit die beste Blu-ray-Maschine, die aktuell auf dem Markt ist.

Neutrale Farbwiedergabe: Der BDP-LX70A

Allerdings gehört der BDP-LX70A nach wie vor zu den leistungsstärksten Playern, wenn es um die Blu-ray-Wiedergabe geht. Mit noch minimal satterem Schwarz und einer minimal besseren Durchzeichnung des Bildes in dunklen Sequenzen konnte er - obwohl prinzipiell gleich vom Aufbau her - auch den "Kollegen" BDP-LX70 hinter sich lassen. Beide Pioneer Player bieten ein beinahe greifbares, dreidimensionales Bild und differenzieren verschiedene visuelle Ebenen ausgezeichnet auseinander. Nur der Denon 2500 bietet noch minimal mehr und erzeugt eine nochmals glaubwürdigere Räumlichkeit. Beiden Pioneer Maschinen ist die gute, aber nicht überdurchschnittliche DVD-Wiedergabe eigen. Man kann weder dem Upscaling (bis auf 1.080p bei normalen DVDs) noch dem De-Interlacing ernsthafte Vorwürfe machen, aber bezüglich Gesamtbildschärfe, Bildruhe und der Durchzeichnung feiner Muster geht noch mehr. 

Verheißungsvolle Neuerscheinung: Der BDP-LX71 aus dem Hause Pioneer

Sehr interessant wird der mit 799 EUR auch noch sehr deutlich preiswertere BDP-LX71. Hier können wir leider keine absolut verlässlichen Aussagen treffen, da wir den Player nur 2 Stunden während eines Besuchs von Pioneer in unserem Hause am neuen Kuro KRP-500A Plasma betrachten konnten. Da wir den  Panasonic DMP-BD30A im direkten Vergleich sehen konnten, war es uns aber möglich, zumindest einen genaueren ersten Eindruck zu bekommen. Und dieser war herausragend, wenn es um die Wiedergabe im Blu-ray-Betrieb geht. Die Farben sehr klar und brillant, das Schwarz enorm tief. Überragend agiert der neu entwickelte Rauschfilter, der effektiv Bildrauschen entfernt, dabei aber keinerlei Unschärfen erzeugt. Der 71er ietet eine sehr plastischen Gesamteindruck und ist bezü´glich der Tiefenstaffelung dem 70A überlegen - ob er auch mit dem Denon gleichziehen kann, muss ein Test klären. Bezüglich der DVD-Wiedergabe war das bei uns präsentierte Gerät noch nicht final, daher können wir hier noch keine Aussagen treffen und müssen auch auf den ersten Test bei uns hinweisen. 

Sehr starke Vorstellung als BD- und als DVD-Spieler: Der Sony BDP-S500

Sehr nach am Denon und an den Pioneers dran ist der Sony BDP-S500. Was die reine DVD-Wiedergabe angeht, kann er sogar in diesem Feld in Führung gehen. Ein scharfes, stabiles Up-Scaling/De-Interlacing auf 1.080p zeichnet das farbechte DVD-Bild aus. Das Schwarz wirkt allerdings nicht ganz so tief und satt wie beim Denon DVD-2500BT. Was die Qualitäten als Blu-ray-Spieler angeht, begeistert der Sony mit souveräner 24p-Bildsignalausgabe und enormer Gesamtbildschärfe Nur der Denon erzeugt ein noch ruhigeres Bild. Hinter dem Denon und dem 70A von Pioneer ist der Sony der Player mit der drittbesten Wiedergabe hochfrequenter Bilddetails. Der 70A von Pioneer durchzeichnet dunkle Bildsequenzen etwas feiner als der Sony, der aber seinerseits den 70er (ohne "A") hinter sich lassen kann. Was der 71er von Pioneer leistet, muss ein Test zeigen - wir sind sehr zuversichtlich. Aktuell aber ist, was die Durchzeichnung dunkler Bildbereiche angeht, der DVD-2500BT der "Champion". 

Sehr gute Durchzeichnung dunkler Bildbereiche: Der Panasonic DMP-BD50

Nun kommen wir allmählich in die "bürgerlichen" Preisklassen - schon der Sony 500er ist dort zuhause, aber auch der Panasonic DMP-BD50. Stärke des Panasonic 50ers ist sein sehr homogenes und angenehmes  Bild - demjenigen, der eine messerscharfe Bilddarstellung erzielen möchte, könnte der Panasonic aber etwas zu weich darstellen. Die Farben sind anders abgestimmt als bei Denon, Pioneer und Sony, denn während bei den ersten drei genannten auf enorme Neutralität setzt, weist der DMP-BD50 schon in der Werkseinstellung mit normalem Bildfeld minimal warme Farben auf. Dies wird kombiniert mit einer Kino-liken Helligkeit. Nicht, dass der 50er düster erscheint, aber das Bild ist doch leicht dunkler als bei den eben erwähnten Konkurrenten. Dadurch liefert der Panasonic ein sehr augenfreundliches Bild ab, auch dank der natürlichen Bildschärfe. Bezüglich der Durchzeichnung dunkler Bildbereiche und der Gesamtbildschärfe liefert er geringfügig bessere Ergebnisse ab als der DMP-BD30, ist den Spitzenplayern von Denon, Pioneer und Sony aber unterlegen. Als DVD-Spieler agiert der Panasonic preisklassenbezogen wirklich gut und liefert ein ordentliches De-Interlacing und Upscaling ab - er erreicht durchaus das Niveau der Pioneer-Player, die ja deutlich teurer sind. Vor dem Panasonic rangieren der DVD-2500BT und vor allem der Sony 500er, der ein stabileres und schärferes Bild erzeugt und nicht teurer als der 50er ist. Allerdings ist der Sony nicht in der Lage, DTS-HD Master Audio als Bitstream auszugeben (nur DTS-HD High Definition und Dolby TrueHD) oder intern zu decodieren. Hier zeigt

Preiswert und gut: Der Panasonic DMP-BD30

Der Panasonic DMP-BD30 ist rund 200 EUR günstiger als der DMP-BD50, dafür durchzeichnet er dunkle Bildsequenzen nicht so fein und bietet kein so sattes Schwarz. Auch die Gesamtbildschärfe liegt minimal niedriger. Die Beobachtungen gelten für den DVD- und für den Blu-ray-Betrieb. Insgesamt ist der DMP-BD50 noch mit einem internen Dolby TrueHD/DTS-HD Master Audio-Decoder und mit BD-Live ausgestattet, so dass zusammen mit der etwas besseren Bildqualität der Aufpreis durchaus gerechtfertigt ist. 

Als Blu-ray-Spieler nicht mehr an der Spitze, aber immer noch ein guter DVD-Spieler: Der Panasonic DMP-BD10A

Nicht mehr als Blu-ray-Spieler mithalten kann der Panasonic DMP-BD10A. Er beherrscht nur 1.080p/60 und bietet daher keine konkurrenzfähige Bewegungswiedergabe mehr. Die Bildschärfe und die Detailtreue liegen unter dem Level der neueren beiden Panasonics. Als DVD-Spieler ist er nach wie vor gut und erzielt ein sauberes und klares Bild im 1.080p-Betrieb. Es sind kaum Scalingartefakte vorhanden.

Optisch elegant gehalten, punktet der Sharp AQUOS BD-HP20S mit enormer Bildschärfe

Enorm scharf und mit sehr gutem Schwarzwert versehen ist auch das Blu-ray-Bild des Sharp AQUOS BD-HP20S. Allerdings wirkt die 24p-Signalausgabe nicht ganz so stabil wie bei der Konkurrenz. Hinzu kommt, dass zwar die Gesamtbildschärfe wie schon erwähnt hoch ist und zudem eine ausgezeichnete Plastizität geboten wird, die Zeichnung kleiner Bilddetails erscheint jedoch nicht ganz so klar wie bei den Konkurrenten. Auch das Panasonic-Duo bietet hier bessere Leistungen. Sehr gut schlägt sich der Sharp als Wiedergabegerät für normale DVDs. Nur ein leichtes Bildzittern ist als Nachteil festzuhalten. Ansonsten zeichnet der eingebaute Scaler bei der 1.080p-Signalausgabe ein sehr scharfes, klares und rauscharmes Bild. Die Farbwiedergabe des Sharp ist in allen Betriebsarten recht neutral, manchmal schon beinahe etwas blass. 

Leistungsfähig: Die PS 3 ist im Vergleich zu normalen Standalone-Playern nicht zu unterschätzen

Kommen wir zur Sony PS 3. Diese stellt nach wie vor eine ernst zu nehmende Alternative zu den reinen Standalone Blu-ray-Playern dar. Bezüglich der Bildschärfe im Blu-ray-Betrieb rangiert sie ganz weit oben und muss sich nur dem Denon, dem Pioneer 70A und dem Sony 500er geschlagen geben. Die Farben sind erstaunlich neutral, nur die eben erwähnten drei erzeugen noch eine noch realistischere Kolorierung. Absolut gesehen ist die Durchzeichnung dunkler Bildbereiche bei der PS 3 sehr gut, hier aber haben der Denon, die beiden Pioneers, der Sony 500er und auch der 50er Panasonic die Nase leicht vorn. Top sind die Leistungen der PS 3 als DVD-Spieler: Ein ruhiges, sicheres Upscaling ohne Zittern mit einer Schärfe nur knapp unter dem Level des Sharp und des Sony 500ers. 

Lebhafte, intensive Farben: Der Samsung BD-P1400

Baugleich mit dem BD-P1400 ist der Philips BDP-7100

Der erste Blu-ray-Player auf dem deutschen Markt war der Samsung BD-P1000

Bleiben noch die beiden Samsung Modelle Samsung BD-P1400 und BD-P1000. Der 1400er begeistert mit seiner satten (wenn auch nicht hundertprozentig neutralen) Farbwiedergabe und dem tadellosen Schwarz (mit ganz leichtem Violettstich). Das 24p Bild bei der Blu-ray-Wiedergabe ist immer noch ansehnlich, die anderen Player einschließlich der beiden Panasonics bringen aber mehr Stabilität und Schärfe ins Bild. Als DVD-Spieler skaliert der BD-P1400 gut auf 1.080p hoch, der De-Interlacer zeichnet nur selten leichte Stufen in diagonale Linien. Das Bild ist recht sauber, aber nicht übermäßig scharf. Baugleich mit dem BD-P1400 ist der Philips BDP-7100. In unserem Test schlug er sich erstaunlicherweise minimal besser und bot ein minimal schärferes Bild mit einer etwas mehr in Richtung der Neutralität gehenden Farbwiedergabe. Der BD-P1000 kommt als erster Blu-ray-Spieler auf dem deutschen Markt nicht mehr mit den heutigen Modellen mit. Zum einen beherrscht er nur 1.080p/60, was ein durch den 3:2 Pulldown bedingtes Ruckeln bei langsamen Bewegungen und Kameraschwenks mit sich bringt. Zudem sind Detailtreue, Plastizität, Gesamtbildschärfe und Farbwiedergabe nicht mehr ganz auf dem Level heutiger, aktueller Maschinen. Das etwas unscharfe und manchmal nicht ruckelfreie De-Interlacing ist Nachteil des 1000ers im DVD-Betrieb.

Text: Carsten Rampacher
03. August 2008

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