TEST: Nubert nuLine 5.1-Set 82/CS-42/DS-22 - puristische Eleganz und authentischer Sound 

06. August 2008 (cr)

 

Einführung

Nubert geht mit der Mode - so ist unser zum Test angetretenes Mehrkanal-Set, bestehend aus nuLine 82, nuLine CS-42, nuLine DS-22 und nuLine AW-1000 nun auch in weißem Schleiflack lieferbar. Mit 2.559 EUR ist das 5.1-Ensemble in Anbetracht der Verarbeitungsqualität zu einem sehr fairen Preis erhältlich. Aber auch technisch wird eine Menge geboten, denn mit aufwändigen Chassiskonstruktionen und enormen Belastungswerten können alle Komponenten dieser Package aufwarten. Wir haben genau überprüft, ob die "nuLiner" ein gelungener Kompromiss aus optischer Noblesse und klanglicher Leistungsfähigkeit ist. 

Technische Daten

nuLine 82:

Bi-Wiring-Terminal der nuLine 82

Als sehr belastbar (Musikbelastbarkeit 420 Watt) stellt sich die nuLine 82 vor

Die nuLine 82 (Stückpreis 465 EUR, lieferbar in den Echtholzfurnieren Buche und Kirsche sowie den Mehrschichtlack-Ausführungen Silbern, Schwarz und Weiß mit schwarzem oder matt silbernern Gitter aus Metall) ist ein Zweiwege-Bassreflex-Standlautsprecher mit zusätzlichem Subbass und eignet sich mit ihren kompakten Abmessungen von 86 x 21 x 25,5/27 cm (B x H x T mit/ohne Gitter) auch für den Einsatz in kleineren oder beengteren Hörräumen. Dank der enormen Belastbarkeitswerte (300 Watt Nenn- und 420 Watt Musikbelastbarkeit) fühlt sich die 19 kg wiegende Konstruktion aber auch in größeren Lokalitäten wohl. Der gute Wirkungsgrad von 85 dB (1 W @ 1 Meter) sorgt dafür, dass die nuLine 82 auch zusammen mit nicht übermäßig leistungsstarker Elektronik betrieben werden kann. Der Frequenzgang reicht von 54 Hz bis 22 kHz (bei +2/-3 dB), wer sich für das optional erhältliche ATM-Modul für eine erweiterte Basswiedergabe (siehe Nubert nuLine 122 Exclusiv mit ATM-Modul) entscheidet, kann sich sogar über einen Frequenzgang von 30 Hz bis 22 kHz (bei +2/-3 dB) freuen. Die Impedanz beträgt vier Ohm. Durch selbst rückstellende Sicherungen sind Hochtöner, Tieftöner und Frequenzweiche gegen Überlastung geschützt. Optisches Kennzeichen der Chassis ist die asymmetrisch positionierte Hochton-Kalotte, die für eine geringere Ausprägung der Streueffekte an den Gehäusekanten sorgt. Die beiden Langhub-Tieftonchassis sind mit strömungsoptimierten Druckguss-Körben ausgestattet. Nubert-gewohnt aufwändig präsentiert sich die Frequenzweiche, jedes der drei verbauten Lautsprechersysteme verfügt über eine eigene Weichen-Leiterplatte. Für den Hoch - und den Tief-/Mitteltonbereich kommen hochwertige Folienkondensatoren zum Einsatz.  Der Schalter zwischen den Anschlussterminals ermöglicht dem Anwender die Wahl zwischen verschiedenen Klangauslegungen. Der Hochtonbereich kann von "sanft" (z.B. in akustisch lebendigen Räumen empfehlenswert) über "linear" bis "brillant" eingestellt werden. Für die Bassdarstellung stehen linear-präzise oder substanzreich-weicher zur Verfügung. Die verwindungsarmen, steifen Wände des Gehäuses bestehen aus 19 bis 38 mm starken MDF-Material. Optional erhältlich ist für 249 EUR das ATM-Modul für erweiterten Tiefgang und erweiterte Anpassungsmöglichkeiten für die Wiedergabecharakteristik. Insgesamt ist die nuLine 82 somit eine nach langjährig bewährten, immer wieder verfeinerten Bauprinzipien aufgebaute Standbox, deren herausragende Merkmale die aufwändige Gehäuseverarbeitung, die enormen Belastungswerte und die aus selektierten Bauteilen bestehende Frequenzweiche ist. Durch die Kippschalter, die die tonale Auslegung nach Wunsch beeinflussen, sind individuelle Anpassungen möglich.

Hightech-Center: Der nuLine CS-42

Neu entwickelter Hochtöner des CS-42

Kippschalter zum Angleichen der Hochton-Auslegung

Noch als kompakt zu bezeichnende Abmessungen

Bassreflexöffnung des Centers

Die nuLine CS-42 Center (Stückpreis 335 EUR, lieferbar in den Echtholzfurnieren Esche Schwarz, Buche und Kirsche sowie den Mehrschichtlack-Ausführungen Silbern, Schwarz und Weiß mit schwarzem oder matt silbernern Gitter aus Metall) ist ein Zweiwege-Bassreflex-Centerlautsprecher, der mit Abmessungen von 19 x 47 x 37,1/38, 5 cm H x B x T, ohne/mit Gitter) noch problemlos zu integrieren ist, gleichzeitig aber genug Volumen für eine substanzreiche Wiedergabe mitbringt. Dank der hohen Belastbarkeitswerte (220 Watt Nenn- und 300 Watt Musikbelastbarkeit) fühlt sich der 12 kg wiegende Center auch beim Einsatz im richtigen Heimkino wohl. Der tadellose Wirkungsgrad von 87 dB (1 W @ 1 Meter) sorgt dafür, dass der CS-42 auch zusammen mit nicht übermäßig leistungsstarker Elektronik betrieben werden kann. Der Frequenzgang reicht von 52 Hz bis 20 kHz (bei +/-3 dB, im Bereich von 75 Hz bis 19 kHz +/-2 dB). Die Impedanz beträgt vier Ohm. Das Klangbild bleibt bei Abstrahlwinkeln von bis zu +/- 20 Grad komplett neutral, so dass auch mehrere Personen ausgezeichneten Filmton oder eine authentische Musikwiedergabe genießen können. Durch selbst rückstellende Sicherungen sind Hochtöner, Tieftöner und Frequenzweiche gegen Überlastung geschützt. Highlight ist der neue Nubert-Hochtöner mit enormer Linearität und Klirrarmut. Zwei hoch belastbare Tief-/Mitteltöner vervollständigen die Chassisbestückung. Nubert-gewohnt aufwändig präsentiert sich die Frequenzweiche, die für eine exakte tonale Anpassung des CS-42 an die Stand- und Regalboxen aus der nuLine-Serie sorgt. Für den Hoch - und den Tief-/Mitteltonbereich kommen hochwertige Folienkondensatoren zum Einsatz.  Der Schalter zwischen den Anschlussterminals ermöglicht dem Anwender die Wahl zwischen verschiedenen Klangauslegungen. Der Hochtonbereich kann von "sanft" (z.B. in akustisch lebendigen Räumen empfehlenswert) über "linear" bis "brillant" eingestellt werden.  Insgesamt ist der CS-42 Center ein vollwertiger vorderer mittlerer Lautsprecher auch fürs anspruchsvolle Heimkino und bringt als Highlights den neuesten Nubert-Hochtöner sowie einen sehr breiten Abstrahlwinkel mit. 

Der DS-22 ist als Dipol ausgelegt

Bassreflexrohr, zusätzlicher Hochtöner hinten. Die Lautsprecherkabel-Terminals befinden sich unterhalb der Box

Der nuLine DS-22 Dipollautsprecher (Stückpreis 215 EUR, lieferbar in den Echtholzfurnieren Esche Schwarz, Buche und Kirsche sowie den Mehrschichtlack-Ausführungen Silbern, Schwarz und Weiß mit schwarzem oder matt silbernern Gitter aus Metall) ist ein mit Abmessungen von 24,8 x 15,1 x 20,6/23 cm (B x H x T in cm, ohne/mit Gitter) sehr kompakter Schallwandler für den Surroundbereich. Mit Belastungswerten von 120 Watt (Nennbelastbarkeit) und 170 Watt (Musikbelastbarkeit) kann man der 4,5 kg wiegenden Box einiges an Leistung zuführen. Die Impedanz beträgt vier Ohm. Der Frequenzgang (bei +/- 2,5 dB) reicht von 80 bis 20.000 Hz. Der DS-22 Dipol verfügt über einen 12 cm Tief-Mitteltöner sowie zwei neue 19 mm Kalotten-Hochtöner mit Neodym-Magneten. Die auch bei diesem Modell aufwändig konzipierte Frequenzweiche arbeitet mit langlebigen Folienkondensatoren. Alternativ kann der rückwärtig montierte 2. Hochtöner ausgeschaltet und die DS-22 als normaler Direktstrahler, z.B. für die Wiedergabe mehrkanaliger, im Studio abgemischter Musik, verwendet werden.  Insgesamt ist die nuLine DS-22 ein außergewöhnlich kompakter, hoch belastbarer und flexibel einzusetzender Lautsprecher für die Rearbereich. 

Der nuLine AW-1000 arbeitet nach dem Bassreflexprinzip

Bedienelemente an der Front des aktiven Subwoofers

Mitgelieferte Fernbedienung

Vergoldete Cinch-Ein- und Ausgänge

Praxisgerechte, sinnvolle Filterschaltungen

Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse

Der nuLine AW-1000 Aktivsubwoofer (Stückpreis 864 EUR, lieferbar in den Echtholzfurnieren Esche Schwarz, Buche und Kirsche sowie den Mehrschichtlack-Ausführungen Silbern, Schwarz und Weiß mit schwarzem oder matt silbernern Gitter aus Metall)  ist mit einer kraftvollen Endstufe ausgestattet, die als Musikleistung maximal 300 Watt freisetzt. Der mögliche Frequenzgang liest sich eindrucksvoll: Ist die "Low Cut" Schaltung (diese Schaltung ermöglicht es, zwischen maximalem Tiefgang oder maximalem Pegel zu wählen) auf "20 Hz" und der Frequenz-Regler ganz links, reicht der Frequenzgang bei - 3dB von sagenhaft tiefen 19 bis 47 Hz. Steht "Low Cut" auf 30 Hz, sind es 29 bis 47 Hz. Dreht man den Frequenzregler nach rechts auf, sind es 29 bis 120 Hz (Low Cut auf 30 Hz). Der mit Abmessungen von 48 x 37 x 52/56 cm (H x B x T, ohne/mit Gitter) daherkommende Bass-Experte wiegt 35 kg und verfügt über den "Soft Clipping"-Filter - ist Soft Clipping aktiviert, befindet sich der AW-1000 in einem besonders übersteuerungssicheren Modus, so bleibt man immer auf der sicheren Seite und wird nicht von Verzerrungen und Clipping-Effekten überrascht, die bei jedem Gerät an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit auftreten. Eine Fernbedienung sowie große Bedienelemente auf der aufgeräumten Front des Subwoofers sind einem guten Bedienkomfort zuträglich. Insgesamt präsentiert sich der nuLine AW-1000 als ausgereifter, leistungsstarker aktiver Subwoofer für mittelgroße, anspruchsvolle Mehrkanalinstallationen. 

Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend. 

Verarbeitung

Sauber eingepasste Chassis, hier beim nuLine CS-42

Exzellent gerundete Kanten

Sehr gute Detailverarbeitung beim AW-1000

Kühlrippen aus Metall

Das nuLine-Set besticht durch eine vorbildliche Fertigungsqualität, die in dieser Preisklasse als beispielhaft zu bezeichnen ist. Besonders hervorzuheben ist, dass sich alle Details nahtlos zu einem hervorragenden Gesamtbild verschmelzen. So sind die Gehäuseecken aller Komponenten perfekt abgerundet, was für einen stimmigen optischen und haptischen Eindruck sorgt. Ebenso ist die makellose Oberflächenqualität der in mehreren Schichten aufgetragenen weißen Schleiflackierung hervorzuheben. Alle Oberflächen sind völlig eben und fühlen sich daher enorm hochwertig an. Die Lautsprecher-Chassis sind sehr präzise eingepasst und akkurat verschraubt. Die Anschlussterminals sind vergoldet und bi-wiring-fähig. Sie sind ausgesprochen leichtgängig zu betätigen und nehmen auch problemlos Kontakt mit Bananensteckern auf. Der aktive Subwoofer besitzt ein aus Metall bestehendes Anschlussfeld und weist ebenfalls Schraubanschlüsse für den Fall auf, dass er zwischen die vorderen Satelliten eingeschleift wird. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend - perfekt. 

Testequipment:
Klang

Tonalität

Die Chassis werden mit großem Aufwand abgestimmt

Alle Nubert Komponenten spielen für die Preisklasse nahezu vorbildlich neutral auf und weisen kein störendes Sounding auf. Instrumente wie auch Stimmen werden sehr klar wiedergegeben, Stimmen klingen akustisch nicht verfärbt. Beispiel: Die Stimme von Captain Jack Sparrow im "Fluch der Karibik" wird vom CS-42 korrekt erfasst, und der leicht ironisch-arrogante Unterton in der Stimme des bizarren Piraten kommt sehr gut zur Geltung. Anderes Beispiel: Die Titelmelodie von "You only live Twice" ertönt angenehm klar und driftet weder ins zu Spitze noch ins zu Warme, leicht Belegte ab. Auch Streicher werden sehr gut von allen Komponenten des nuLine-Sets erfasst, ebenso andere komplex wiederzugebende Instrumente wie eine Klarinette. Bei Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert,  Köchelverzeichnis 622, gefällt die natürliche klangliche Auslegung. Auch beim aktiven Subwoofer AW-1000 bleibt Nubert dem Prinzip der ehrlichen und unverfälschen Wiedergabe treu. Der aktive Basslautsprecher fühlt sich stets einer ausgewogenen Basswiedergabe verpflichtet und vermeidet unschöne und nicht korrekte Aufdickungen.

Leistungsfähigkeit im Bassbereich

Der AW-1000 überzeugt mit hervorragendem Tiefgang

Hier verdient sich vor allem auch die nuLine 82 erstklassige Bewertungen. Wenn man den AW-1000 in die Warteschleife schickt und im Mehrkanal-Setup auf "Off" setzt, sind die Bassqualitäten der kompakt bauenden Standbox enorm. Natürlich sind ohne das optional lieferbare ATM-Modul die Möglichkeiten im richtigen Tiefbassbereich unterhalb der 60 Hz doch eingeschränkt, aber gerade bei der Wiedergabe von Musik in Stereo merkt man das in der Hörpraxis kaum. Denn die anderen Bass-Eigenschaften sind enorm: Vor allem die ungefilterte Dynamik überzeugt. Nie wirken die nuLine 82 träge - im Gegenteil: Uns ist bislang kaum ein anderer Lautsprecher dieser Preisklasse und auch kaum ein anderer Schallwandler aus dem Hause Nubert untergekommen, der so dynamisch und forciert an seine Aufgaben geht. Beim 80er Jahre-Klassiker "Don't be so shy" beeindrucken die nuLine 82 mit einer Basskraft, die man einem Lautsprecher mit diesem Gehäusevolumen nicht zutrauen würde. Die Box macht aber - siehe Tonalität - nie den Fehler und ordnet dem Bass alles unter. Vielmehr schließt der Bass nahtlos an den unteren Mitteltonbereich an und liefert ein verlässliches, gut aufgebautes Fundament. Nehmen wir nun den AW-1000 hinzu, denn beim Center und den kleinen DS brauchen wir das Thema Bass-Performance nicht wirklich durchzunehmen. Der Center spielt bis in den unteren Mitteltonbereich und den oberen Bassbereich souverän mit, unterhalb der 120 Hz bewegt er aber nicht mehr wirklich viel. Ganz anders verständlicherweise der AW-1000 - gerade dann, wenn man den wirksamen Kippschalter auf der Rückseite nicht auf maximalen Pegel, sondern auf maximalen Tiefgang einstellt, sind die Ergebnisse exzellent, was die untere Grenzfrequenz angeht. So bei der Eröffnungsschlacht der Star Wars Episode III, in der der zu Beginn mit ohrenbetäubendem Bass durch den Hörraum gleitenden republikanischen Sternzerstörer vom AW-1000 sehr gut wiedergegeben wird. Auch Basseffekte rund um die 30 Hz werden voll erfasst, was für einen aktiven Basslautsprecher dieser Preisliga nur als erstklassig zu bezeichnen ist. 

Leistungsfähigkeit im Mitteltonbereich

Ausgezeichnete Stimmwiedergabe des CS-42

Nehmen wir uns die nuLine 82 im Stereobetrieb vor, so ist es bestechend, wie viel authentische Kontur diese preiswerte Standbox Stimmen zukommen lässt. So ist z.B. bei "Heart" von den Pet Shop Boys herauszuhören, dass die Stimme, wie es oftmals gern wiedergegeben wird, nicht einfach irgendwo neben der instrumentalen Darbietung vor sich hin singt, sondern mit klarer Struktur übertragen wird. Ebenso bei "Out of the Dark" von Falco: Die Stimme hat Körper, Kontur und das richtige Timbre. Auch bei filmischem Geschehen begeistert das Nubert-Ensemble, nun im vollen 5.1-Einsatz: So hört sich die Stimme von Nicolas Cage im Film "Windtalkers" (DTS-HD Master Audio, englisch) ungemein realistisch an, der CS-42 schafft eine ebenso facettenreiche wie räumlich überzeugende Wiedergabe. Bedingt durch den breiten Abstrahlwinkel kommt die volle vokale Wirkung frontal sehr gut zur Geltung. Auch die Stimme von Nathalie Portman alias Amidala in Stgar Wars Episode III erklingt sehr sensibel und bringt eine sehr gute räumliche Wirkung mit. Stimmen werden immer im richtigen Verhältnis zu den anderen akustischen Ereignissen wiedergegeben und nicht über- oder unterbetont. Nur, wer sehr genau hinhört, merkt, dass bei teureren Centern die Durchhörbarkeit im oberen Mitteltonbereich noch etwas besser ist. Effekte, die sich im Mitteltonbereich abspielen, werden von allen Nubert Lautsprechern sehr gut erfasst. Auch die kleinen DS-22 tun sich sehr positiv hervor und sichern eine überraschend hoch liegende Klarheit bei der Mitteltondarstellung. Dies merkt man im Mehrkanal-Stereobetrieb ebenso wie bei Filmen mit reger Tätigkeit auf den Surroundkanälen. Als Beispiele führen wir hier "Windtalkers", "Stirb Langsam 4.0" (in beiden Fällen DTS-HD Master Audio, Blu-ray) und "Casino Royale" an. 

Leistungsfähigkeit im Hochtonbereich

Die noch recht neue nuLine 82 bietet im Hochtonbereich eine besonders dynamische Auslegung. Ihr geht alles Verhaltene, Bedeckte weitgehend ab. Natürlich, eine nuLine 122 agiert mit noch mehr Strahlkraft, aber die kleine nuLine 82 gibt sich gerade auch in Anbetracht ihrer Preisklasse keinerlei Blößen.  Sie leuchtet den Hörraum akustisch sehr gut aus, was man z.B. bei Carl Orffs "Carmina Burana" sehr gut heraushören kann. Hier bildet die nuLine 82 einen richtigen Klangteppich im Hochtonbereich, der sich gleichmäßig ausbreitet. Auch der A-HA Hit aus dem gleichnamigen 007-Film "The Living Daylights" kommt sehr gut zur Geltung, durch die gekonnte Hochtonauslegung erscheint das Ergebnis transparent und lebendig. Die Feindynamik liegt in einem für die Preisklasse hohen Level, absolut gesehen sind bei minimalen hochfrequenten Dynamikverschiebungen deutlich teurere Lautsprecher im Vorteil, da sie Details dieser kleinen Dynamikdifferenzen präziser erfassen und mit viel Brillanz einarbeiten. Trotzdem - wie man auch beim Soundtrack von "Casino Royale" merkt, gab es bislang nur wenig Nubert Boxen, die eine so dynamische und gleichzeitig gefällige Hochtonwiedergabe ermöglicht haben. Ausgesprochen gut schlägt sich auch der CS-42, dessen Hochton-Fähigkeiten ausgezeichnet zu denen der nuLine 82 passen - ausgelungstechnisch ist das eine nahezu ideale Kombination, nuLine 82 und nuLine CS-42 passen unserer Meinung nach besser zusammen als die Kombination der nuLine 82 mit CS-150 oder CS-72. So hat man einen ebenmäßigen, harmonischen Hochton-Klangteppich, der sich über die Front-Klangkulisse ausbreitet - und in erstaunlich hoher Qualität von den DS-22 aufgenommen wird. Die kleinen Dipole stemmen eine souveräne Hochtonwiedergabe mit sehr hohem Durchzeichnungsvermögen. Nur beim direkten Loslösen des Hochtonbereichs von der Box sind Einschränkungen gegenüber CS-42 und nuLine 82 auszumachen. 

Räumlichkeit und Bühnenaufbau

Bei der Stereowiedergabe beeindruckt die nuLine 82 mit einem greifbaren Bühnenaufbau, der sowohl, was die gebotene Breite, als auch, was die gebotene Tiefe angeht, für diese Preisliga Vorbildcharakter hat. Der Klang löst sich sehr gut vom Lautsprecher, durch das perfekte Group Delay wirkt die Räumlichkeit sehr authentisch, weil alle Signalanteile zugleich reproduziert werden und kein Nachhinken des Bassbereichs herauszuhören ist. Im 5.1-Betrieb wird eine ebenfalls eine exzellente Räumlichkeit offeriert, hier sind es die DS-22, die uns sehr überrascht haben: Bei der sehr temporeichen Eröffnungssequenz von "Casino Royale" produzieren die kleinen Dipole eine sehr hohe Räumlichkeit, die dem Auditorium die Möglichkeit gibt, sich mitten im Geschehen zu wähnen. Der Center möchte da nicht zurück stecken und füllt die räumliche Lücke zwischen den beiden nuLine 82 nicht nur optisch aus: Mit dem bereits erwähnten breiten Abstrahlwinkel schafft er eine stabile, richtig dimensionierte virtuelle Bühne. 

Pegelfestigkeit

Traditionell eine Nubert-Paradedisziplin, und daran ändert sich auch nach diesem Test nichts. Wir kennen kaum andere Lautsprecher, die so harmlos aussehen, sich aber so souverän hohen Pegeln widmen. Die kleine Standbox nuLine 82 ist hier absolut der "Wolf im Schafspelz" - hohe Lautstärken werden problemlos auch über Zeiträume gehalten, in denen man sich zwei Actionfilme ansieht. Nachdem "Fluch der Karibik 1" und "Casino Royale" hintereinander mit kräftigem Pegel angehört wurden, zeigten beide Boxen keinerlei Ermüdungserscheinungen, auch ohne Subwoofer-Support. Nehmen wir den AW-1000 mit dazu, dann zeigt sich dieser Klassiker im Nubert-Program mehr denn je auf der Höhe der Zeit: Der 38 kg wiegende Bass-Techniker wuchtet Pegel mit einer Problemlosigkeit, die immer wieder "Lust auf mehr!" macht. Selbst dann, wenn man eher auf Tiefgang als auf maximalen Pegel (umschaltbar per Kippschalter) geht, sind die Pegelreserven mehr als ausreichend. Präzise und klar kontrolliert der schwäbische Bassexperte auch bei hoher Lautstärke stets das Geschehen und büßt nichts in der Durchzeichnung tieffrequenter Strukturen ein. Erst in großen Hörräumen über 35 Quadratmeter sollte man bei häufigem Volllast-Fahren die Anschaffung eines zweiten AW-1000 in Erwägung ziehen. 

Aufbaukritisch - ja oder nein?

Das Schöne am nuLine 5.1-Set ist auch, dass es kaum kritisch hinsichtlich der Aufstellung ist. Aufgrund des Bassreflexprinzips sollte bei nuLine 82 und dem AW-1000 aber ein gewisser Abstand zur Hörraumwand gewahrt bleiben (mindestens 1 Meter). Auch die kleinen Dipole DS-22 sind als Bassreflex-Boxen konstruiert. Aufgrund der massiven Basskraft, die der AW-1000 zur Verfügung stellt, sollte der Raum akustisch nicht zu lebendig sein. 

Akustisches Fazit

Das hier getestete nuLine-Set verdient sich beinahe überall Bestnoten. Neutral, ehrlich und direkt spielend, sind gerade die nuLine 82, zusammen mit ihrem günstigen Kaufpreis, ein Paradebeispiel für Nuberts Produktpolitik. Der CS-42 ist von den drei nuLine-Centern die perfekt passende Ergänzung zu den leistungsfähigen Standboxen. Die nuLine DS-22 sind eine große Überraschung - nicht nur Anwender, die Platzprobleme bezüglich des Aufstellens eines großen Surroundlautsprechers haben, werden hier angesprochen. Besonders durch den klaren, gut ausbalancierten Hochtonbereich sind sie auch aus puren Performance-Gründen mehr als eine Überlegung Wert. Der nuLine AW-1000 ist ein Klassiker im Nubert-Programm, der immer noch zu den (unter Berücksichtigung der Preisklasse) besten aktiven Subwoofern mit Bassreflexprinzip gehört. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend. 

Fazit

"Edel und stark" - das nuLine 5.1-Set begeistert mit hoher akustischer Performance und optischer Noblesse

Die Zeiten, in denen Nubert-Sets nur mit ausgezeichneter Akustik auf sich aufmerksam machen konnten, sind nicht nur durch nuLook vorbei. Auch das in weißem Mehrschicht-Schleiflack gehaltene nuLine-Testensemble ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Nubert-Lautsprecher vermehrt ihren Weg in stark design-orientierte Wohnumgebungen finden dürften. Die Synthese aus puristisch-zeitloser Optik, höchster Fertigungsqualität, herausragenden klanglichen Leistungen und günstigem Kaufpreis lässt das getestete Set in einem sehr hellen Licht erstrahlen. Das perfekte Zusammenspiel vor allem von nuLine 82 und nuLine CS-42 verdient ebenso Respekt wie die enormen Leistungsreserven des nuLine AW-1000, der überdies mit einem erstklassigen Tiefgang glänzt, und die klare, entschlossene Wiedergabe der kompakten nuLine DS-22. Für etwas über 2550 EUR kann man bezüglich Verarbeitung und Klangqualität kaum noch mehr erwarten. 

Die schwäbischen Schallwandler-Experten schlagen erneut gnadenlos zu und präsentieren mit dem Set aus nuLine 82, CS-42 und DS-22 ein hochleistungsfähiges Mehrkanal-Ensemble in vorbildlicher Fertigungsqualität

Mehrkanal-Lautsprechersets Mittelklasse
Test 07.08.2008
Preis-/Leistungsverhältnis

+ Neutral und natürlich spielend
+ Sehr gute Räumlichkeit
+ Enorme Pegelreserven
+ Perfektes Zusammenspiel von nuLine 82 und nuLine CS-42
+ Leistungsfähige Dipole nuLine DS-22 mit sehr geringem Platzbedarf
+ Durchdachte Filterschaltungen beim nuLine AW-1000
+ Überragende Fertigungs- und Materialqualität mit Vorbildcharakter

Test: Carsten Rampacher
07. August 2008

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