TEST: 42 Zoll Full-HD-LCD Grundig Vision 9 42-9870

13. Juli 2009 (cr/phk)

Einführung

Grundig is back – nachdem es eine Weile ruhig um die Produkte des Tradionsanbieters geworden ist, versucht man nun mit der Vision 9-Modellreihe, erhältlich in 37, 42 und 47 Zoll, ein Comeback in der hart umkämpften Kategorie der preislich fair kalkulierten High Tech-LCDs. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 1.999 EUR stellt das 42 Zoll-Modell Vision 9 42-9870 die „goldene Mitte“ dar – Grund genug für uns, den optisch schicken Flachbildschirm einem ausführlichen Praxistest zu unterziehen. Zu den Ausstattungsmerkmalen gehören eine 24p-Wiedergabemöglichkeit, verschiedene Bildprogramme, ein integrierter digitaler sowie analoger Tuner, 4 HDMI-Eingänge sowie ein unter dem TV montierter Soundprojektor mit 16 Lautsprechern für tadellosen Klang. Wir haben für Sie nachgeprüft, ob Grundig mit dem Vision 9 wieder in der ersten Liga mitspielen kann.

Verarbeitung

Rahmen im Detail

Hochglanz-Kunstoff mit mattem kombiniert

Edle Fernbedienung

Formschöner Soundprojektor

Standfuß

Optisch überzeugt der Vision 9 durch seinen stilsicheren, schlichten und eleganten Auftritt. Schon an Details wird deutlich, dass man es hier aus verarbeitungstechnischer Sicht mit einem Oberklasse-LCD zu tun hat: So ist die Rückseite des Flachbildschirms in schwarzem Hochglanzfinish ausgeführt, in verchromten Lettern ist der Grundig-Schriftzug eingelassen – der Vision 9 ist mit seinem „schönen Rücken“ viel zu schade, um ihn einfach an die Wand zu hängen. Auch von vorn ist er attraktiv. Der Rahmen besteht aus mattschwarzem sowie hochglänzend-schwarzem, hochwertigen Kunststoff mit einwandfreier Oberflächenqualität. Der kontrastierende silberne, drehbare Standfuß sorgt allzeit für guten Halt. Kleiner Schönheitsfehler sind die sichtbaren Kabel zwischen Bildschirm und Soundprojektor. Unter dem Bildschirm ist der Soundprojektor mit 120 Watt Musikleistung montiert. Er fügt sich optisch gut ein und stellt einen interessanten Gegenpol zu den meist unsichtbar integrierten Lautsprechersystemen vieler Konkurrenten dar, die meist akustisch wenig Begeisterndes von sich geben. Die Anschlüsse auf der Rückseite sind sehr gut eingepasst, aber etwas schwierig zu erreichen. Grund für die spezielle Montage des Anschlussterminals war, die Wandmontage zu vereinfachen – aus dieser Perspektive macht diese Unterbringung der Buchsen durchaus Sinn. Hervorragend ist die Qualität der mitgelieferten Fernbedienung, die enorm übersichtlich ist und aus hochwertigem Material besteht. Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Anschlüsse

Hinten (Eingänge):

Dedizierter PC-Eingang

2 x HDMI hinten

• 2 x HDMI
• koaxialer Digitaleingang
• Mikrofoneingang
• Komponenteneingang plus 2-Kanal-Cinch-analog-Stereo
• VGA PC-Eingang plus 3,5 mm Miniklinken-analog-Audio
• Tuneranschluss
• 2 x Scart
• USB (Standard 2.0, für die Wiedergabe von jpeg, DivX, jpeg, AVI, MP3, WMA….)

Hinten (Ausgänge)

• Optischer und koaxialer Digitalausgang
• Subwoofer-Pre-Out

Wahl der Quelle

Seitlich (Eingänge): 

2 x HDMI seitlich

FBAS und S-Video Eingänge

• 2 x HDMI
• 1 x S-Video
• 1 x FBAS
• 2-Kanal-Cinch-analog-Stereo

Seitlich (Ausgänge)

• 3,5 mm Kopfhörer

Bilanzierend ist festzuhalten, dass die Anschlussbestückung dem üblichen Klassenstandard entspricht – teilweise wird sogar mehr geboten: Ein Subwoofer-Vorverstärkerausgang macht hier wirklich Sinn, da der mitgelieferte hochwertige Soundprojektor dann im Bassbereich wertvollen Support von einem externen aktiven Basslautsprecher bekommt. Ebenso gibt es einen dedizierten PC Audioeingang mit Miniklinkenbuchse, so dass der Kauf eines Miniklinke auf Cinch-Adapters entfällt. Gesamtnote Anschlüsse in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet – hervorragend. 

Konfiguration, Setup und Bedienung

Bildprogramme:

• Natürlich: Sehr ausgewogenes Bild mit guter Bildschärfe, neutrale Farben
• Scharf: Vorsicht – das Bild wirkt zwar enorm scharf gezeichnet, aber es kommt zu sichtbaren Doppelkonturen.
• Weich: Empfehlenswert bei sehr Artefakte-durchwirkten Material, dann wird immer noch ein homogener Gesamteindruck ermöglicht. 

Video-EQ

Großes Lob an Grundig: Im Video-EQ stimmt im Gegensatz zu beinahe allen Konkurrenten die Reihenfolge: Als erstes kommt der Helligkeitsregler zur korrekten Justage der Bildhelligkeit, und erst an 2. Stelle ist der Kontrastregler zu finden – genau so ist es richtig, denn ohne eine akkurate Justage der Helligkeit ist keine brauchbare Kontrasteinstellung zu treffen. 

Video-EQ


• Helligkeit, in 1er Steps von 0 bis 100 fein dosierbar.
• Kontrast, in 1er Steps von 0 bis 100 fein dosierbar. 
• Schärfe, in 1er Steps von 0 bis 100 fein dosierbar. 
• Farbe, 1er Steps von 0 bis 100 fein dosierbar. 
• Rauschreduktion (aus/niedrig/mittel/hoch)
• Farbtemperatur (kalt/normal/warm)

Untermenü „Bildverbesserungen“:

Übersicht über die Bildverbesserer

• Brillante Farben (aus/niedrig/mittel/hoch): Matte Farben können aufpoliert werden, bei ohnehin guter Farbsättigung des Quellmaterials benötigt man diese Funktion nicht. Bei blasser Farbgebung des Quellmaterials kann die Einstellung „niedrig“ oder „mittel“ verwendet werden. 
• Perfect Clear (aus/niedrig/mittel/hoch): 
• Dynamischer Kontrast (aus/ein): Dynamische Anpassung des Kontrastes an den Bildinhalt. Funktioniert ordentlich. 
• Dynamisches Backlight (aus/ein): Dynamische Anpassung der Hintergrundbeleuchtung an den Bildinhalt. Bringt etwas mehr Bildtiefe ins Spiel. 
• MPEG-Artefaktreduzierung (aus/niedrig/mittel/hoch): Nimmt zwar MPEG Artfakte effektiv weg, in der Einstellung „hoch“ wird das Bild aber sehr weich gezeichnet. Die „niedrig“ Einstellung bringt hingegen eine sichtbare Verbesserung (weniger Artefakte“ bei gleichzeitig geringem Bildschärfeverlust).
• Backlight (von 0 bis 100 sehr genau in 1er Schritten regelbar): Manuelle Backlight-Regelung.
• MEMC (Motion Estimation Motion Comensation, für eine sauebre Bewegungswiedergabe bei Filmen, aus/niedrig/mittel/hoch)

Bildformate:

• Overscan off (für native Full HD-Darstellung)
• 16:9
• Sky Top
• 4:3
• Cinema
• 14:9

Ton:

Ton - Basismenü

Justagemöglichkeiten für den Klang des Soundprojektors

• Lautstärke 0 bis 100 in 1er Schritten
• Tonart (Stereo, Dual 1, Dual 2)
• Soundart-Modus (Surround, Nacht, Stadion, Stereo)
• Klangsteuerung (Einstellung Bass/Höhen für Vorn, Mitte, Surround, -12 bis +12 dB)
• Subwoofer ein/aus
• Kopfhörer (Einstellbar sind: Lautstärke, Balance, Höhen, Bass)

Sonderfunktionen:

Sonderfunktionen


• Zeiteinstellungen (Uhrzeit automatisch/manuell, Zeitzone, Sommerzeit ein/aus
• Timer (Uhr/Programmtimer/Ausschalttimer/Einschalttimer/Programmnummer)
• Menüsprache
• Programmsperre mit PIN
• Menütransparenz 0 bis 100 % in 25er Schritten einstellbar

Tuner-Installationsmenü: 

Tuner: Installationsmenü

• Programmsuchlauf (Suchtyp: Digital + analog, nur digital, nur analog)
• Manuelle Einstellungen (manuelles Einrichten des Tuners)
• Programmverwaltung (Umlegen von Programmplätzen etc.)
• Aktivantenne (ein/aus)

Die Tasten liegen weit genug auseinander

Zentral untergebrachte Navigationseinheit

Eigentlich ist der Funktionsumfang des Grundig Vision 9 recht überschaubar und zudem sinnvoll. Allerdings muss man sich erst an die spezielle Symbolik auf der Fernbedienung gewöhnen. Die Fernbedienung selbst liegt hervorragend in der Hand und begeistert mit knackigem Tastendruckpunkt. Die Navigationseinheit lässt sich ohne Schwierigkeiten handhaben. Was fehlt, sind Hilfetexte zu den Funktionen in den Menüs. Gesamtnote Konfiguration, Setup und Bedienung in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. 

Testequipment
Bild

Top Bild- und Tonqualität: Der Vision 9 konnte ohne Abstriche gefallen

Blu-ray, 1080p/24 Hz:

Testbilder Burosch in 1080p/24 Hz, Neutrale Einstellung aller Parameter

• Grautreppe: Lineare Wiedergabe, frisches Weiß, recht neutrale Farben, gute Trennung der einzelnen Stufen, die kontrastierenden Quadrate in den Stufen werden gut wiedergegeben, nur in der dunkelsten Stufe ist ein leichtes Absumpfen zu beobachten. 
• Stars: Hier „pegeln“ wir den Schärferegler zur Vermeidung von Doppelkonturen ein. Ideal sind Einstellungen zwischen 50 und 60, über 70 sollte niemand im Interesse eines harmonischen Bildes gehen. 
• Lines, Squares, Letters: Praktisch fehlerfreie Wiedergabe, auch die kleinsten Schriften sind exakt gezeichnet und gut erkennbar. 
• Faces: Sehr feine Durchzeichnung des Haaransatzes der dunkelhaarigen Lady, gutes Weiß, die Kette um den schlanken Hals der blonden Dame wird detailreich wiedergegeben. Die Farbwiedergabe ist stimmig, das Türkis des Oberteils der blonden Lady erscheint authentisch, ebenso die Hauttöne und die Haarfarben. 

Casino Royale, Szene auf Madagaskar:

• Kameraschwenk zu Beginn des Kapitels von oben über die Kampfarena: Sehr scharfe und detailreiche Wiedergabe, die Wellblechdächer der Hütten sind klar erkennbar. MEMC sollte auf „mittel“ geschaltet werden, bei „aus“ (und in geringem Umfang bei „niedrig“) ruckelt das Bild auch im 24p-Betrieb. In der „mittel“ Position erscheint das Bild bewegungsstabil und ruckelfrei. 
• Handy des Bombenlegers ist scharf und plastisch zu erkennen. 
• 007 lehnt vor verkohltem Holzbalken: Gute Durchzeichnung des Gesichts von 007 (Barthaare, Augenbrauen) – nur die besten Kontrahenten schaffen noch mehr Schärfe (Philips LED Backlight-LCD 42PFL9803, Sony 200 Hz LCD KDL-Z4500). Die Struktur des verkohlten Balkens wirkt realistisch und es kommt nicht zu einer überzogenen, unnatürlichen Herausarbeitung von Kontrastdifferenzen. 
• 007 donnert mit Radlader in Gebäudekomplex: Beim Blick von unten auf den Radlader wirkt die Bildtiefe exzellent, auch die abbröckelnden Steine des zerstörten Rohbaus vermitteln einen äußerst authentischen Tiefeneffekt. Selbst die feinen Schweißperlen auf dem Gesicht des Gegenspielers von Bond sind ohne Probleme auszumachen.
• Explosion der Gasflasche: Hier gefällt die Gasexplosion durch geringe Rauschentwicklung und natürliche Farben.
• Kampf auf Kranausleger: Leichtes Flimmern an den Konturen des Krans sind zu beobachten. Ansonsten ist das Bild stabil und bewegungsscharf. 

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, Filmbeginn:

Scharfes Bild

Tadellose Detaillierung

Hohe räumliche Tiefe

• Bewegungsdarstellung des Armeekonvois: Gleichmäßige Bewegung mit guter Schärfe und tadelloser Bildstabilität.
• Straßenoberfläche während der Fahrtbewegung: Keine Artefakte, gute Detailtreue.
• Gesichter der Soldaten in den Fahrzeugen: Realistische Durchzeichnung der Hauttöne, ausgezeichnete Strukturierung der Hautoberfläche. 
• Konvoi hält vor Area 51, Panoramablick: Die Landschaft wird in vielen Einzelheiten herausgearbeitet, der Zaun wird scharf und flimmerfrei wiedergegeben.
• Loser Untergrund: Beinahe jedes Steinchen wird herausgearbeitet. 
• Indiana Jones wird aus Kofferraum ausgeladen, Blick von Oben: Der Untergrund wird sehr detailreich wiedergegeben, die Farbgebung der Limousine wirkt realistisch. 
• Gesichter der Protagonisten: Der Stoppelbart im Gesicht von Indiana Jones ist in fast allen Einzelheiten erkennbar. 
• Kontrastwiedergabe beim Öffnen des Hangars: Hier schafft es der Vision 9, realistische Kontrastverhältnisse ohne Neigung zum Überstrahlen zu erzeugen. 
• Bodenstruktur/Darstellung der Kisten im Hangar: Feine Durchzeichnung der Kisten, das Oberflächematerial ist gut erkennbar. Auch der Boden erscheint detailreich. 

Fazit Blu-ray-Darstellung: Auf Anhieb präsentiert sich der Vision 9 auf Top-Niveau. Echte Schwächen sind ihm fremd. Die 24p-Wiedergabe ist gut, die Bildschärfe ebenso wie die Plastizität enorm. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet – hervorragend. 

DVD

Tadelloses De-Interlacing und Upscaling von 576i Videomaterial

Upscaling und De-Interlacing von 576i Videomaterial, AVEC Professional Test-DVD:

• Bewegte Schriften in verschiedenen Geschwindigkeiten vor verschieden farbigem Hintergrund (weiß, rot, blau); Ein leichtes Flimmern ist bei schnelleren Bewegungen sichtbar. Gute Farbübergänge, ordentliche Bewegungsschärfe mit minimalen Einschränkungen im Rot.
• Pendel in verschiedenen Geschwindigkeiten: Die Linie,über die das Pendel gleitet, steht stabil. Auch das Pendel selber sieht gut aus – die Farben im Inneren verlaufen nicht, die Bewegungsschärfe ist tadellos.
• Stadtbild von Esslingen, Bewegtbildwiedergabe: Gute Farbwiedergabe, im Grün ist nur minimal zu viel Gelb, sehr geschmeidige, ruhige Kamerafahrt mit sehr guter Gesamtbildschärfe. Kaum Flimmern oder Zittern zu beobachten – eine Spitzenleistung. 

Upscaling und De-Interlacing von 576i Filmmaterial, Star Wars Episode III, Eröffnungssequenz:

• Gelbe Laufschrift am Anfang: Kaum Ruckeln, gute Bewegungsschärfe, Buchstaben weisen weißen Rand auf, das Gelb erscheint bezüglich der Farbreinheit sehr gelungen.
• Sternzerstörer: Sehr gute Kontrastdynamik auch im Bereich des in der Dunkelheit liegenden Flügels, ruhige Bewegungswiedergabe, es werden viele Details sichtbar gemacht. Nur leichtes Flimmern im Bereich der Kommandobrücke. 
• Schwarzwert: Gut – aber nicht überdurchschnittlich. Ein extrem tiefes Schwarz vermag der Vision 9 nicht zu erzeugen.
• Das Bild sieht  während der Raumschlacht sehr stabil aus, nur selten treten leichte Flimmereffekte auf, meist bei sehr schnellen Bewegungen. Diese fallen weniger versierten Usern aber praktisch nicht auf. 
• Ausgezeichnete Bildtiefe beim Abknicken der Jäger von Obi Wan und Anakin ins Kampfgetümmel oberhalb von Coruscant. Auch die tieferen visuellen Ebenen werden problemlos erfasst, die Raumschiffe sind klar erkennbar und weisen präzise Konturen auf. Bewegungsabläufe in verschiedenen Geschwindigkeiten stellt der Vision 9 sauber dar. 
• Der Grundig stellt die Gesichter der Protagonisten mit exakter Farbgebung der Hauttöne dar. Zudem sind die Einzelheiten (Barthaare, Hautporen) plastisch eingearbeitet. 
• Insgesamt neutrale Farbwiedergabe.

Der Vision 9 liefert hier eine ausgezeichnete Leistung mit sehr gutem De-Interlacing und tadellosem Upscaling ab. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet – hervorragend. 

Gaming

Need for Speed Carbon, Signalausgabe in 720p:

• Farbwiedergabe: Satt und passend zum Game.
• Schwarzwert: Ordentlich, aber nicht überdurchschnittlich. 
• Detaillierung der Fahrzeuge (Felgen, Kühlergrill etc.): Reichhaltige Detaillierung mit scharfer Darstellung auch kleiner Einzelheiten. 
• Wiedergabe des Fahrbahnuntergrundes: Sehr präzise Darstellung des Asphalts der Straße.
• Modellierung der Gebäude am Fahrbahnrand und im Hintergrund: Tadellos, sehr viele Details, nur selten leichtes Flimmern.
• Bewegungswiedergabe bei schneller Fahrt: Kaum Ruckeln, der Vision 9 hat praktisch keine Probleme mit schnellen Bewegungen

Der Vision 9 ist ein sehr gutes Gerät für Gamer, denn er setzt auch schnelle Bewegungen, die typisch für aktuelle Konsolengames sind, anstandslos um. Das scharfe und stabile Bild überzeugt mit üppiger Detaillierung. Gesamtnote in Relation zum Kaufpreis: Ausgezeichnet – hervorragend.

Tunereinheit

Digitaler Tuner

• Satte Farbwiedergabe.
• Erstaunlich geringe Rauschneigung.
• Befriedigende Bildschärfe, ordentliche Detaillierung.
• Gute Bildruhe.
• Leichte Artefakte sichtbar.

Mit dem ordentlichen DVB-T-Tuner hält Grundig den Anschluss an die Klassenspitze. Noch etwas mehr Schärfe würde dem Bild gut tun, optimiert man mit dem Schärferegler, ist schnell die visuelle Harmonie nicht mehr gegeben. 

Analoger TV-Tuner: 

• Etwas blassere Farben als der digitale Tuner.
• Mehr Rauschen als beim digitalen Tuner. Im Vergleich zu anderen, uns bekannten analogen Tunereinheiten von Konkurrenzprodukten ist die Leistung aber absolut in Ordnung. 
• Die Bildschärfe ist befriedigend. 

Der analoge TV-Tuner bietet ebenfalls ein ordentliches Leistungspotential, wenngleich auch hier die Bildschärfe minimal höher liegen könnte.

Gesamtnote Tuner in Relation zur Preisklasse: Sehr gut. 

Bild-Parameter – Kurz-Check:

• Helligkeitsverteilung: Sehr homogen und gleichmäßig.
• Kontrastdynamik: Ausgezeichnet.
• Schwarzwert: Ordentlich, aber nicht sensationell.
• Weißwiedergabe: Lebendig und brillant.
• Farbneutralität: Sehr hoch, nur ein leichter Gelbstich ist zu beobachten.
• Bildschärfe: Hoch, bei akkurater Einstellung (55) aber immer noch natürlich.
• Detailtreue: Hoch, nur in sehr dunklen Sequenzen gehen minimal Details unter.
• Plastizität: Tadellos, das Bild besitzt einen sehr schönen Tiefeneffekt.
• Wirkung der Bildverbesserer: Gut, die Auswahl ist aber recht bescheiden. 
• Blickwinkel: Exzellent – auch, wenn man sehr schräg seitlich auf den Vision 9 schaut, ist das Bild klar erkennbar. 
• Reaktionszeit: Das reaktionsschnelle Panel produziert praktisch keine Nachzieheffekte. 

Ton

Klangstarker Soundprojektor

Mittels mitgeliefertem Stativ aus Pappe sowie Mikrophon wird der Soundprojektor eingemessen – der gesamte Vorgang ist allerdings schnell abgeschlossen, so dass sich zunächst etwas Skepsis bezüglich der Effektivität verbreitete. In der Praxis aber waren die Leistungen hervorragend. 

Star Wars Episode III:

• Überraschend kraftvoller Klang.
• Tadellose Höhenwiedergabe.
• Stimmen werden charismatisch und gut verständlich dargestellt.
• Gute Räumlichkeit mit erstaunlich differenzierter Effektwiedergabe, dadurch echt erscheinende virtuelle Surroundkulisse.

Casino Royale:

• Klare Wiedergabe des Music Score.
• Tadellose Ausarbeitung der Stimmen.
• Erneut gute Räumlichkeit, der Zuhörer wähnt sich im Geschehen.
• Neutrale tonale Auslegung, nur im Bassbereich ist der Vision 9 verständlicherweise auf den Support eines aktiven externen Subwoofers angewiesen. Diesen kann man mittels des Subwoofer-Vorverstärkerausgangs problemlos anschließen.

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels:

• Erstaunliche Transparenz auch bei der Wiedergabe kleiner Effekte.
• Gute Pegelfestigkeit – so kommt wirklich Hörfreude auf. 
• Exakte räumliche Verteilung aller Effekte.
• Gute Trennung von Dialogen, Effekten und Music Score.

Akustisch wird der Vision 9 unseren aufgrund des mitgelieferten Soundprojektors hohen Erwartungen gerecht. Er erzeugt einen räumlichen, klaren Klang und hat keinerlei Probleme mit höheren Pegeln. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse und Gerätekategorie: Ausgezeichnet – hervorragend. 

Fazit

Ausgewogenheit auf hohem Niveau: Der Grundig Vision 9

Grundig ist mit dem Vision 9 ein rundherum überzeugender Ful-HD-Flachbildschirm gelungen, der bereits durch seine sympathische optische Ausstrahlung und das edle Finish Punkte sammelt. Audiovisuell erzielt der 42-Zöller Leistungen, die ihn an die Klassenspitze heben. Zu nennen wären ein natürliches, farbechtes Bild mit hoher Tiefe und ein dank Soundprojektor klarer, räumlich intensiver und tonal überraschend neutraler Sound. Die Bedienung ist nach kurzer Eingewöhnung recht praktisch, die Fernbedienung ist ausgesprochen hochwertig und hebt sich deutlich vom Klassenstandard ab. Die Bildverbesserer sind zwar in nicht allzu hoher Anzahl vorhanden (wobei sich hier auch die Frage stellt, wer Unmengen an Parametern braucht), arbeiten aber relativ zuverlässig. Bilanzierend kann festgehalten werden, dass mit Grundig wieder voll zu rechnen ist – die etablierten Marken haben weitere, starke Konkurrenz bekommen. 

Eleganter, hochwertiger 42 Zoll LCD-TV mit klarem, natürlichen Bild und beeindruckenden akustischen Eigenschaften

LCD-Flachbildschirme Oberklasse
Test 13. Juli 2009
Preis-/Leistungsverhältnis 9 von 10 Sternen

+ Klares und natürliches Blu-ray-Bild
+ Hochwertiges Upscaling und De-Interlacing 
+ Sehr gute Farbwiedergabe
+ Hohe Bildtiefe
+ Ausgezeichneter Klang dank Soundprojektor
+ Edle Optik
+ Hervorragende Fernbedienung
+ Praxisgerechte Anschlussbestückung

- Schwarzwert könnte noch besser sein

Technische Daten finden sich als PDF auf der Grundig-Website.

Test: Carsten Rampacher, Philipp Kind
13. Juli 2009

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