TEST: Teufel 5.1 System LT 3 - Extrem schlank, extrem gut?
04.01.2010 (phk)


Einführung
"Dünner gehts nimmer"...Die extrem schlanken Säulen des LT3 5.1
Sets aus dem Hause Teufel sollen den kompakten Abmessungen trotzen und
HiFi-Performance in Reinkultur ins heimische Wohnzimmer bringen. Die Optik der
schicken Säulen kann absolut überzeugen, mit nur 10cm Breite sind die 330 FR
definitiv die Lautsprecher mit der geringsten Tiefe im Sortiment von Teufel. Ob
die etwas geringer dimensionierten Speaker den akustischen Ansprüchen eines
Teufel-Kunden genügen, bleibt zu klären. Die verbaute Technik ist in jedem
Falle auf dem bewährten Niveau: Rundum identisch aufgebaute
Lautsprecherkomponenten für Filmton ohne Einschränkungen mit einer 2,5 Wege
Technik zur Verminderung von Auslöschungen und Laufzeitunterschieden. Zwei der
5 verbauten Chassis sind ausschließlich für den Mitteltonbereich zuständig
und sollen so für eine tadellose Sprach-und Gesangswiedergabe sorgen, eine 25mm
Gewebekalotte strahlt im Hochtonbereich ab 3000 Hz. Für das Emittieren der
tiefen Frequenzen ist der neue aktive Subwoofer L 3300 SW zuständig, der 20kg
schwere LFE leistet Sinus bis zu 150 Watt und spielt bis zu 30Hz hinunter. 999
Euro verlangt der Direktversender für eine kinogerechte Beschallung von bis zu
35qm² Wohnfläche, unsere Einschätzung bezüglich des Praxisbetriebes lesen
Sie hier.
Verarbeitung

Chassis auf kleinem Raum

Center mit identischer Chassis-Bestückung

Saubere Detailverarbeitung

Wertige Lautsprecher-Terminals
Center plus die vier Säulen sind absolut sauber verarbeitet.
Die Oberfläche ist partiell aus gebürstetem Aluminium, partiell mit
Kunststoffteilen im Alu-Look gearbeitet und gefällt dem optisch
anspruchsvolleren Heimkino-Anwender. Die Front- und Surroundsäulen stehen auf
einem schweren dunklen Glasfuß, der neben der Stabilität auch die optischen
Reize des LT3 betont. Der Fuß selbst wird mit vier Schrauben fixiert und steht
auf sechs Gumminoppen, die für eine gute Entkopplung vom Boden sorgen. Die
Lautsprechergitter vorne sind ohne Spalte eingepasst und können nicht
abgenommen werden. Die Terminals auf der Rückseite sind für diese Preisklasse
lobenswert und lassen keine Bemängelung zu, im unteren Viertel der Lautsprecher
sind sie einfach zu erreichen und sowohl mit als auch ohne Bananenstecker
funktionsfähig.

Unterseite des Downfire-Subs mit Spike im Detail

Front des L 3300 SW

Display und Bedienelemente an der Front des Woofers

Innenansicht mit Chassis und Ringkerntrafo im hinteren Bereich

Endstufe mit kurzen Signalwegen
Der LFE des LT3-Sets trumpft nicht weniger bezüglich der
Verarbeitung auf. Mit der Fernbedienung voll bedienbar finden sich auf der
Vorderseite des L 3300 SW Elemente zur Lautstärkeregelung und der
Übernahme-Frequenz. Die großzügigen Spikes zur Entkopplung vom Boden werden
auf der Unterseite angeschraubt. Im Inneren zeigt sich ein sauberer
Signalverlauf und eine übersichtliche Endstufenplatine, im Gegensatz zum Woofer
des LT5 sehen wir den Ringkerntrafo im vorderen Bereich neben dem
Bassreflexrohr. Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur Preisklasse:
Ausgezeichnet - Hervorragend.
Technische Daten

Säulenlautsprecher L 330 FR
• Belastbarkeit nach IEC-Norm Long Term 100 Watt
• Belastbarkeit nach IEC-Norm Short Term 160 Watt
• Empfohlene Mindest-Verstärkerleistung 50 Watt geeignet zum Anschluss an Verstärker mit einer Impedanz von 4 - 8 Ohm
• Übertragungsbereich 120 - 20 kHz
• Gehäuseaufbau Geschlossen
• akustisches Prinzip Zweieinhalbweg-Aufbau
• magnetisch abgeschirmt: Ja
• Sonstiges: Gleichmäßiges und breites Abstrahlverhalten
Maße
• Abmessungen (BxHxT) 10.30 x 112.00 x 10.90 cm
• Gewicht 5.50 kg

Center-Lautsprecher L 330 C
• Belastbarkeit nach IEC-Norm Long Term 100 Watt
• Belastbarkeit nach IEC-Norm Short Term 160 Watt
• Empfohlene Mindest-Verstärkerleistung 50 Watt geeignet zum Anschluss an Verstärker mit einer Impedanz von 4 - 8 Ohm
• Übertragungsbereich 120 - 20 kHz
• Gehäuseaufbau: Geschlossen
• akustisches Prinzip: Zweieinhalbweg-Aufbau
• magnetisch abgeschirmt: Ja
• Sonstiges: Gleichmäßiges und breites Abstrahlverhalten
Maße
• Abmessungen (BxHxT) 45.00 x 10.40 x 10.90 cm
• Gewicht 2.10 kg
Subwoofer L 3300 SW
• Sinus-Ausgangsleistung 150 Watt
• Musik-Ausgangsleistung 200 Watt
• Übertragungsbereich 30 - 200 Hz
• Phasenumkehrschalter 0 / 180 Grad
• Eingangspegelregler Ja
• Cinch-Vorverstärker-Eingang für Verstärker/Receiver mit Subwoofer-Vorverstärkerausgang Ja
• akustisches Prinzip: Bassreflex
• magnetisch abgeschirmt: Ja
• Sonstiges: Fernbedienung für Pegel und Übergangsfrequenz
• Spikes im Lieferumfang
Maße
• Abmessungen (BxHxT) 29.00 x 44.50 x 50.70 cm
• Gewicht 19.50 kg
Testequipment
Klang
Andrea Bocelli - Vivere, Melodramma, BD, PCM 5.1
Die authentische Stimme Bocellis begrüßt uns in Italien, auch die
Paukenschläge zu Beginn können überzeugen. Als Andrea die Stimme erhebt
fällt eine saubere Leistung des Centers auf, die Stimmwiedergabe ist
charakteristisch und gut. Feindynamik im Stimmumfang wird von dem kleinen Center
nicht perfekt umgesetzt, bezüglich der Abmessungen aber eine Top-Performance.
Die Front-Säulen verstehen die Klangmodellierung vorbildlich, gut gestaffelt
erkennen wir das Bühnenbild. Die schwierigen Klavier-Passagen klingen ein wenig
zu passiv, dafür erklingen die Tieffrequenzübergänge des Kontrabass tadellos.
Generell ist die Leistung des L 3300 SW beachtlich, ohne Strömungsgeräusche
setzt der Subwoofer seine Kraft druckvoll ein und spielt tief hinab. Als die
ersten Klänge von "La Voce del Silenzio" sich über die zauberhafte
Landschaft der Toskana legen und Andreas Duett-Partnerin Elisa auf die Bühne
kommt hören wir etwas zurückhaltende Klatschgeräusche, erneut können wir
aber dem Center eine gute Leistung attestieren, beide Vokalstimmen sind, bis auf
leichte Schwächen im Hochtonbereich, detailliert und strukturiert. Plus das
gute Abstrahlverhalten machen den Center beinahe zu einer kleinen
Ausnahme-Erscheinung. Eine hohe Dynamik besitzt das LT3 allemal, der
angesprochene Hochtonbereich klingt nicht allzu brilliant und klar sondern
leicht stumpf.
Dj Tiesto - Elements of Life, Traffic & Back in Your Head, BD, DTS-HD
Master 5.1
Tadelloser Kickbass gleich zu Beginn von Traffic. Der L 3300 SW gibt sich
hier wirklich alle Mühe und kann damit viele Punkte einfahren. Druckvoll,
schnell und präzise setzt der Subwoofer die angelieferten Tieffrequenzen um,
gleichzeitig zeigt sich auch der Mittenbereich aggressiv und spielfreudig. Bei
dieser Scheibe lassen wir gerne den Stromzähler ein wenig rattern und testen
die Pegelfestigkeit der Lautsprecher und wie wir es von Teufel gewohnt sind,
muss sich hier niemand einschränken. Wir können mit Leichtigkeit davon
ausgehen, dass unser Dynamik-Meister Susano SC-LX90 die Kompaktsäulen der
Berliner Speakerschmiede problemlos kaputtschießen kann. Wir wollen nur eines
sagen: Die Berliner haben den Kampf gegen unser Trommelfell gewonnen, und zwar
ohne Kompression oder Verzerrung. Als unser zweiter Track aus den Säulen
schallt begeistert erneut die Luftigkeit und Homogenität, mit der Auflösung
sind wir aber nicht hundert prozentig zufrieden und wiederum fällt der
Hochtonbereich für unseren Geschmack etwas zu samtig aus.
The Dark Knight, Kapitel 1, BD, Dolby TrueHD 5.1
Einen solchen Tiefgang haben wir diesem verhältnismäßig klein
dimensionierten Subwoofer nicht erwartet, bis in die tiefsten Frequenzen erfolgt
der Paukenschlag zu Beginn. Ebenso erfreulich die Feindynamik der tiefen
Frequenzen, als einer der Clowns die Fensterscheibe von innen mit seinem
Enterhaken durchschießt. Wir haben beinahe keinerlei Kritikpunkte bei der
LFE-Wiedergabe, selbst der letzte Schuss aus William Fichtners Schrotflinte
modelliert der L 3300 SW gekonnt und kraftvoll. Wie wir schon im Musikbetrieb
beobachtet hatten ist der Hochtonbereich leider nicht ganz so ausgeprägt wie
die tiefen Frequenzen. Der Bohrer am Safe klingt einfach zu weich und samtig.
Stimmcharakteristik ist wieder voll vorhanden, ob ohne oder mit Clownmaske
werden die Gespräche der Protagonisten zu uns getragen.
Stirb Langsam 4.0, Kapitel 5, BD, DTS-HD Master 5.1
In Kapitel 5 des Action-Krachers vergeht nicht viel Zeit bis zum ersten
großkalibrigen Schusswechsel. Die hervorragende Leistung des Subwoofers kann
sich aus dem Musikbetrieb fortsetzen, mit großen Kraftreservern schleudert uns
der Teufel-Woofer die tiefsten aller Frequenzen entgegen. Hier gefällt uns die
Stimmwiedergabe nur mäßig, etwas dumpf erklingt die Stimme von Bruce Willis
und auch die Feindynamik des Mitten- und Hochtonbereichs geht bei Details wie
dem Aufschlagen des Feuerlöschers auf dem Boden sind zu dezent vorhanden und
wenig ausgeprägt. Die Homogenität und Räumlichkeit ist tadellos, die vier
identischen Säulen und der zugegeben etwas kleine Center schaffen eine
natürliche, große Surroundbühne mit höchst schneller Effektwiedergabe und
brachialen Explosionen.
Star Wars - Episode III, Kapitel 1+2, DVD, Dolby Digital 5.1
Das hintergründige Grollen bei der ersten Szene des Sternzerstörers ist
sehr gut auszumachen, ebenso die Turbinengeräusche sind sogar
überdurchschnittlich gut. Auch bei den herkömmlichen Tonformaten zeigt sich
der L 3300 SW also glänzend. Die Performance des Centers hier ist gut, Stimmen
werden klar strukturiert umgesetzt. Die Räumlichkeit kann sich wieder klar
behaupten, umherfliegende Geschosse werden schnell und lückenloss ins Klangfeld
integriert. Im Gegensatz zu den HD-Tonformaten leidet etwas die Grob- und
Feindynamik besonders bei Explosionen.
Klangliche Charakterisierung, Wirkungsgrad und Aufstellung:
- Tonalität: sehr neutral und ausgewogen spielend
- Bassbereich (mit aktivem Subwoofer): Beste Test-Performance, der
"kleine" Teufel-Woofer schlägt sich mit Bravour
- Mitteltonbereich: Lebendig und detailliert erscheinen Stimmen im
Musikbereich, kein perfektes Center-Abstrahlverhalten
- Hochtonbereich: Gut, aber zu dezent und samtig ausgelegt.
- Grobdynamik: Ein klarer Vorteil für die HD-Tonformate, leider keine
perfekte Wertung aufgrund des etwas kaschierten Hochtonbereichs
- Feindynamik: Ist eher mittelmäßig zu beurteilen, gerade für den Center
sind feindynamische Höchstleistung bei Stimmen nicht zu erwarten.
- Räumliches Abbildungsvermögen: Tadellos. Die identische Bestückung
rundum schlägt sich erneut positiv für Teufel zu Buche. Nicht nur ist die
räumliche Abbildung klar ortbar und präzise, das Klangbild kann sich auch
gut von den Komponenten lösen.
Konkurrenzvergleich:
- Magnat Quantum 550 5.1 Set: Das
Quantum-Set von Magnat ist ein waschechter Konkurrent für die
LT3-Komponenten und kann vor allem im Musikbetrieb durch den stimmigen
Hochtonbereich sogar einen Tick mehr überzeugen. Die LFE-Vertreter können
beide durch Kraft und Präzision überzeugen und geben sich gegenseitig
keinerlei Blöße. Die Loslösung von den Lautsprecherkomponenten gelingt
durch die Teufel-typische Homogenität des Klangbildes etwas besser.
- Teufel LT5: Hausintern kann das LT3 mit
seinem nächstgrößeren Bruder nicht ganz mithalten. Der kleinere Subwoofer
versucht zwar seinem Vorbild den Kampf anzusagen, muss aber zumindest beim
Tiefgang die Fäuste sinken lassen. Mitten- und Hochtonbereich beherrscht
das LT5 eindeutig besser, auch der Größenunterschied des
Center-Lautsprechers ist problemlos auszumachen. Besseres Abstrahlverhalten
und charakteristischere Feindynamik stechen das LT3 akustisch aus.
- Klipsch HD Theater 500: Das
Klipsch-Set für etwa den halben Preis des Teufel-Ensembles muss sich nicht
wirklich verstecken. Die gute Räumlichkeit und Homogenität ist durchaus
mit dem des LT3 vergleichbar, trotzdem ist die Mehrinvestition nicht
umsonst. Trotz des bereits guten Woofers im Klipsch-Set kann sich der L 3300
SW nochmals durch bessere Feindynamik und Tiefgang absetzen, auch der
Grundtonbereich ist allein durch die etwas größeren Dimensionen des
Teufel-Equipments ein wenig ausgeprägter.
Gesamt-Fazit

Für 999 Euro Neupreis bekommt man hier einiges geboten:
Pegelfeste Akustik-Performance mit Stärken im Bassbereich, einfache Aufstellung
durch schlankste Kompaktheit und gewohnt hochwertige Verarbeitung der Berliner
Lautsprecherbauer. Die Abmessungen des Centers wird nicht alle
Heimkino-Liebhaber zufrieden stellen, Arbeitswinkel und Abstrahlverhalten ist
aber tatsächlich in Relation zur Größe ausgezeichnet. Teufel setzt außerdem
erneut auf eine Rundumbestückung 5 identischer Lautsprecher, die sich
bezüglich der räumlichen Verteilung, Ortbarkeit und Homogenität wieder mehr
als behaupten kann. Dennoch ist das LT3 auch mit lebendiger Stimmwiedergabe und
guter Grobdynamik für den Musikbetrieb geeignet, werden nicht allerhöchste
Ansprüche gestellt und Hochtonbrillianz erwartet. Im Filmbetrieb ist das
Säulen-Ensemble in der Lage die feinen Details der HD-Tonformate gegenüber den
herkömmlichen herauszuarbeiten, gepaart mit der exzellenten
Räumlichkeitsabbildung präsentiert sich ein vollwertiges 5.1 System mit
gekonntem Preis/Leistungsverhältnis.
Hervorragende Bass-Performance kombiniert mit sauberer
Verarbeitung im ultraflachen Säulen-Ensemble

Lautsprechersysteme 5.1 Mittelklasse
Test 04. Januar 2010
+ Hohe Pegelfestigkeit
+ Hervorragende, authentisch übermittelte Räumlichkeit
+ Für die Preisklasse überdurchschnittliche Bassperformance
- Nur eine Farbvariante lieferbar
Bezugsquelle: http://www.teufel.de/LT-3
Test: Philipp Kind
Datum: 04. Januar 2010
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