TEST: Quadral Platinum M 5.1-Set (M4/M2/M1/Sub 700)

11. Januar 2010 (cr)

Einführung

Für exakt 3495 EUR (UVP) beginnt bei den Hannoveraner Boxenspezialisten von Quadral der Einstieg in die Welt exklusiven Hörens - für diesen Betrag bekommt der geneigte Käufer ein 5.1 Set aus der Platinum M-Serie, wobei das "M" für "Masterpiece" steht und klar machen soll, wo die stolzen Entwickler ihr Produkt sehen. Mit 699 EUR Stückpreis kommt die Platinum M4 als vordere linke und rechte Standbox zum Einsatz. Als Center agiert der Platinum M1 Base, der auf einen Stückpreis von 399 EUR kommt. Ergänzt wird unser Set von zwei Platinum M1 für den Surroundbereich, hier liegt der Stückpreis bei 299 EUR. Was wäre ein kraftvoll aufspielendes Mehrkanalensemble ohne einen aktiven Subwoofer - daher kommt noch der Sub 700 DV Aktiv für einen Stückpreis von 1100 EUR hinzu, um ein entsprechendes tieffrequentes Fundament zu liefern. Farblich sind die Platinum M-Komponenten in schwarzem oder weißem Klavierlack erhältlich. Was die Schallwandler in der Praxis leisten, steht in unserem Testbericht. 

Verarbeitung und Technik

Tadellose Oberflächenqualität, fein gearbeitete Ecken

Hochwertige, vergoldete Bi-Amping-Terminals bei den M4

Spikes im Lieferumfang

Standkonstruktion des aktiven Subwoofers

Das Innenleben der M4

Frequenzweiche

Terminal von hinten

Akkurate Verarbeitung der Subwoofer-Rückseite

Massives Gehäuse des Sub 700 DV Aktiv

Leistungsfähigkeit sichtbar gemacht - großer Ringkerntrafo für hohe dauerhafte Stromlieferfähigkeit

Die Verarbeitung des Platinum M-Ensembles wird problemlos hohen Ansprüchen gerecht. Die Oberflächenqualität ist makellos, die sauber gearbeiteten Ecken erfreuen das Auge des Betrachters ebenfalls. Die Lautsprecherabdeckgitter sind zwar aus Stoff, erscheinen durch die praktisch völlige Abwesenheit unschöner Falten und durch die magnetische Befestigung aber hochwertig. Auch derjenige, der die Gitter nicht nutzen möchte und die Lautsprecher lieber offen betreiben möchte, profitiert von der magnetischen Anbringung: Vertiefungen, die zum Befestigen der Lautsprechergitter dienen, finden sich keine auf der Frontblende. Die Chassis sind sehr gut eingepasst, vor dem Hochtöner befindet sich ein Schutz in Form zweiter speziell gebogener Metallstangen. Der Doppelbass ist ebenfalls "hinter Gitter" - das macht die Optik zwar etwas gewöhnungsbedürftig, sorgt aber für Unverwechselbarkeit (Kennzeichen von Aurum und Quadral Lautsprechern), zudem erscheint die Verarbeitung als sehr hochwertig. Die Anschlussterminals, bei der M4 in Bi-Wiring-Form ausgeführt, sind ausreichend leichtgängig und sehr robust. Der aktive Subwoofer 700 Aktiv fügt sich nahtlos ins Gesamtbild ein. Auch beim Basslautsprecher sind die Oberflächen hervorragend poliert, der bei unserem Testsample schwarze Hochglanzlack erscheit ebenmäßig und tief. 

Betrachten wir die Platinum M Lautsprecher von innen, so können wir ebenfalls von einer ausgesprochen sorgfältigen Verarbeitung sprechen. Die Innenverkabelung verfügt über einen ausreichenden Querschnitt und ist akkurat verlegt. Das MDF-Gehäuse erfreut mit dicken, massiven Wänden sowie zusätzlichen Verstrebungen, um eine maximale Steifigkeit zu erreichen, schließlich soll die Musik klingen und nicht das Gehäuse des Lautsprechers. Die Anschlussterminals allerdings sind auf der Rückseite relativ einfach verarbeitet. Das gilt in keinster Weise für die Frequenzweiche der M4: Hochwertige Baugruppen und ein übersichtliches Platinenlayout sind hier als Vorteile aufzuführen. Der aktive Subwoofer bringt ebenfalls alle "inneren Voraussetzungen" mit, um lange für Freude zu sorgen. Der massive Ringkerntransformator garantiert eine langfristig üppig bemessene Stromlieferfähigkeit. Auch beim Sub 700 DV Aktiv sorgt das dicke, stabile Gehäuse für eine enorme Resonanzarmut. Die Rückseite des Basslautsprechers ist ebenfalls sehr solide gearbeitet und besteht aus Metall. 

Die Platinum M4 ist als Dreiwegekonstruktion ausgeführt und arbeitet nach dem Druckkammer-/Bassreflexprinzip. Wie alle Platinum M Boxen ist auch dieser Lautsprecher für den Betrieb an Verstärkern zwischen 4 und 8 Ohm ausgelegt. Die Nennbelastbarkeit liegt bei 140, die Musikbelastbarkeit bei 200 Watt. Durch diese Leistungsdaten kann dieser Lautsprecher auch mit leistungsstarken Verstärkern der oberen Mittelklasse und angehenden Oberklasse zusammenarbeiten. Der Übertragungsbereich geht von 28 Hz bis 50 kHz - die aktuellen HD-Tonformate, aber auch DVD-Audio- oder SACD-Software kann somit sehr gut verwendet werden - die klanglichen Benefits in Form einer verbesserten Oberwellencharakteristik und eines präziseren Detaillierungsvermögens kommen somit auch zum Ausdruck. Der Wirkungsgrad (1 W/1 m) beträgt laut Quadral 90 dB. In der Praxis, wie sich später zeigen wird, sollte man aber doch auf einen leistungsstarken AV-Verstärker oder -Receiver setzen, um die klanglichen Fähigkeiten voll ausloten zu können. Bestückt ist die M4 mit einem als Ringstrahler ausgeführten RiCom-Hochtöner sowie einem 135 mm Alu-Mitteltöner und zwei 170 mm Alu-Tieftönern. 

RiCom-Hochtöner

Platinum M4 - Doppelbass "hinter Gittern"

Hinter RiCom verbirgt sich ein aufwändig gestalteter Hochtöner, der akustisch eine besondere Klarheit, ein hohes Auflösungsvermögen und eine hohe Transparenz ermöglicht. Dass der RiCom hier besonders gute Ergebnisse erzielt, liegt daran, dass er auf eine Biegeschwingermembran baut und nicht wie ein herkömmlicher Kalottenhochtöner auf einen Kolbenschwingern. Er muss somit weniger Luftmasse vor sich herschieben, um Schall zu erzeugen. Er soll dem Bändchenhochtöner von seinen Eigenschaften her ähnlich sein, aber auch hier finden sich Differenzen. Aufgrund der flexiblen Membran aus Seidengewebe kann man den RiCom Hochtöner bis in den Mitteltonbereich herunter einsetzen. Durch sein Arbeitsprinzip agiert er flinker und leichtfüßiger als ein herkömmlicher, schwererer und somit trägerer Mitteltöner. Dieser Einsatzart ließe sich mit einem Bändchen nicht bewerkstelligen - in Richtung Mitteltonbereich ist hier eine scharfe und nicht zu überwindende Grenze gezogen. 

Zurück zur M4. Mit Maßen (H x B x T) von 1001 x 210 x 317,5 mm kann man denn Standlautsprecher noch gut im Wohnzimmer aufstellen - wenn die recht technische Optik nicht stört. Die Platinum M4 macht aus ihrer Berufung optisch keinen Hehl und gibt sich glasklar als Lautsprecherbox zu erkennen, tut dies aber auf eine ungemein hochwertige und überzeugende Art und Weise.  Das Gewicht beträgt 22,4 kg.

M2

Die Platinum M2 ist als 2-Wege-Bassreflexbox konzipiert und eignet sich mit einer Nennbelastbarkeit von 60 und einer Musikbelastbarkeit von 90 Watt sehr gut als Surroundbox für mittelgroße Surroundanlagen. Der Übertragungsbereich reicht auch bei der M2 bis auf 50 kHz hoch - dank des bei allen Platinum M Boxen verbauten RiCom-Hochtöners. Mit 87 dB fällt der Wirkungsgrad etwas weniger günstig aus. Als Tieftöner kommt ein 135 mm messendes Alu-Exemplar zum Einsatz. Der 5,8 kg schwere Lautsprecher ist relativ kompakt, die Abmessungen (H x B x T) von 320 x 180 x 229,5 mm belegen dies.

M1 Base

Der Center Platinum M1 Base ist eine geschlossene Dreiwegekonstruktion und eignet sich daher auch für die wandnahe Aufstellung. Mit einer Nennbelastbarkeit von 110 und einer Musikbelastbarkeit von 170 Watt werden vom 9,2 kg schweren Center sehr passable Werte erreicht. Der Wirkungsgrad beträgt 88 dB, der Übertragungsbereich geht von 33 Hz bis 50 kHz. Als Hochtöner kommt erneut eine RiCom-Konstruktion zum Einsatz, sie wird ergänzt von einem 135 mm Tieftöner und einem 135 mm Mitteltöner mit Alumembran. Mit Abmessungen (H x B xT) von 160 x 550 x 249,5 mm geht er schon als größerer Center durch. Um eine optimale Synchronisierung von Bild und Ton zu gewährleisten, ist eine Laufzeitkorrektur in die Frequenzweiche integriert. Schalldruckverluste im Präsenztonbereich werden auf diese Art und Weise ausgeglichen. Der Platinum M1 Base ist dadurch auch tolerant hinsichtlich der Hörposition, man kann auch mit mehreren Personen nahezu ohne Qualitätsverluste hören. 

Hochwertiges Finish, aber keine Besonderheiten auf der Rückseite des Subwoofers

Der Sub 700 DV Aktiv ist als aktiver Bassreflexsubwoofer konzipiert und strahlt direkt nach vorne ab. Mit einer Nennleistung von 300 und einer Musikleistung von 400 Watt liefert die eingebaute Endstufe sehr respektable Werte. Auch im "richtigen Heimkino" muss sich der mit 30 cm messendem Chassis ausgerüstete Woofer nicht verstecken. Der Übertragungsbereich reicht von 22 Hz bis 150 Hz. Die Übernahmefrequenz kann in einem Bereich von 50 bis 150 Hz variabel eingestellt werden. Der satte 28,8 kg wiegende Bassbolide ist 576 mm hoch, 390 mm breit und 421 mm tief - die Maße verstehen sich inklusive der Sockelplatte, auf der die Konstruktion ruht. Im Standbymodus werden dank spezieller Energiesparschaltung nicht einmal 2 Watt verbraucht. 

Testequipment
Klang

Wie schlägt sich das Hannoveraner Ensemble akustisch?

BD, Andrea Bocelli, Vivere – Live in Tuscany, Melodramma, PCM 5.1:

Schon zu Beginn des Konzertes wird Andreas Stimme sehr plastisch in den Raum gestellt und charismatisch präsentiert. Sehr gut werden die läutenden Kirchenglocken zum Ausdruck gebracht, auch die zwitschernden Vögel ertönen natürlich. Als dann kurz darauf das Konzert beginnt, erscheint das Klatschen der Zuhörer räumlich akkurat verteilt, was das authentische Feeling deutlich verstärkt. Das instrumentale Intro gefällt durch Facettenreichtum, nur enorm kleine Details hinterer Ebenen wirken leicht verschwommen – aber die Gabe, derartige Feinheiten ans Tageslicht zu holen, bleibt deutlich teureren Schallwandlern vorbehalten. Als Andrea die Stimme erhebt, kokettiert der leistungsstarke Center wiederum mit seinem Vermögen, die Stimme sauber im Raum zu platzieren. Bei der musikalischen Unterstützung fallen besonders die Streicher durch das impulstreue Spiel auf. Auch die Bass-„Abteilung“ steigert durch Präzision und Kraft die Hörfreude. Der Sub 700, mit 1100 EUR durchaus noch im bezahlbaren Rahmen, setzt sich hier wie ein ganz Großer in Szene: Er behält den Überblick, schwingt nicht nach und liefert einen eindrucksvollen Tiefgang. 

BD, Within Temptation, Black Symphony, Intro, PCM 5.1:

Das vielschichtige, beeindruckende Intro beginnt mit realistisch wiedergegebenen tosenden Beifallsbekundungen. Anschließend beginnt der mystische Spannungsbogen mit dem choralartigen Gesang, der mit sehr gut ausbalancierter räumlicher Verteilung aus allen Boxen ertönt. Als kurz danach ein sehr tief nach unten reichendes Bassgebilde einsetzt, begleitet von finster-spannungsgeladener Musik, bietet der aktive Subwoofer eine verzerrungsfreie, nachdrückliche Signalreproduktion. Die Streicher werden in korrektem Timing im Verhältnis zum Bass dargestellt, der Hochtonbereich leuchtet den Hörraum mit tadelloser Räumlichkeit aus. Die sich immer weiter steigernde musikalische Spannung – dargeboten durch das Hinzukommen weiterer instrumentaler Komponenten – kommt atmosphärisch dicht zum Zuhörer. Auch kleine instrumentale Anteile betten die Platinum Boxen gekonnt ein. Der nun mit allem Nachdruck einsetzende Choralgesang wird ohne Verzerrungen auch bei sehr stark gehobenem Pegel zum Ausdruck gebracht. Das Platinum M Set füllt den ganzen Hörraum mit einem akustischen 360 Grad Panorama, ohne Klanglöcher und ohne wirkliche akustische Kompromisse. Kraft, Detailreichtum, Räumlichkeit und Impulstreue verdichten sich zu einem rundherum überzeugenden Gesamteindruck. Das Set klingt sehr spritzig – weder üppig noch sanft. Für den hier präsentierten Musikstil eine absolut passende Auslegung. Als nach dem Intro dann die Sängerin die Bühne betritt und die Musiker loslegen, setzt das Quadral-Ensemble alle Impulse enorm schnell und mit hoher Präzision um. Das ungefilterte, kraftvolle Vergnügen wird erneut zu einem beträchtlichen Teil vom exzellenten Center mit getragen, der die Stimme in vorzüglicher Manier auch bei Pegeln in den Raum stellt, die man selbst im freistehenden Einfamilienhaus nicht jeden Tag hört. 

BD Celine Dion – A New Day, Dolby TrueHD:

Dass das Quadral Ensemble durch Impulstreue, Lebendigkeit und tonale Neutralität gerade bei Musik sehr viel Freude macht, belegt auch die Wiedergabe von „A New Day“, erster Song auf der gleichnamigen Blu-ray. Die Stimme von Celine löst sich, wie auch die instrumentalen Anteile, hervorragend vom Lautsprecher. Auch der Bass steht mitten im Raum und ist nicht zu lokalisieren – vorausgesetzt natürlich, bei der Einpegelung und Aufstellung sind keine groben Schnitzer unterlaufen. Die Backgroundsänger werden mit klar umrissenen Konturen eingebunden, besonders das Piano erfreut mit authentischer Wiedergabe, was sich darin zeigt, dass die Anschlagdynamik bei den Tasten ausgesprochen gut zur Geltung kommt. Der Publikumsbeifall im Surroundbereich erzeugt natürliche Weite und Räumlichkeit.

BD Baraka, DTS-HD Master Audio, Kapitel 5:

Hier muss der Sub 700 sein Stehvermögen und seine Kraft unter Beweis stellen – die Kameraschwenks über die Vulkanlandschaft werden von einen massiven, drückenden Bass begleitet. Dieser wird vom aktiven Subwoofer mit Vehemenz und Präzision wiedergegeben. Der Sub 700 ist kein Blender, der fehlenden Tiefgang durch vordergründiges Volumen ausgleichen muss: Er geht bis in den subtilen Grenzbereich herunter und „dichtet“ keinerlei Bassanteile dazu. Das Volumen kommt dadurch als natürlich und echt beim Zuhörer an. Anstatt wabernder Bässe, die Räumlichkeit und Nachdruck vorgaukeln und sich bei hohem Pegel in ein verzerrtes, unpräzises Grummeln verwandeln, wird hier Performance pur geboten. Die Endstufe schiebt bei Pegeln noch an, bei denen viele Kontrahenten die weiße Fahne hissen. Doch wollen wir die anderen Platinum M-Komponenten nicht vergessen – die absolut identische Klangfarbe aller passiven Lautsprecher ermöglicht ein mitreißend dichtes, durch die Direktheit fesselndes Klangbild. Auch das sanfte Abklingen tonaler Elemente wird souverän gemanagt, feine Klanggebilde baut das Quadral-„Team“ schnell und passend ins tonale Gesamtgefüge ein. 

BD, Stirb Langsam 4.0, DTS-HD Master Audio, von Filmbeginn an:

Der druckvolle, bassstarke Auftakt gelingt – finster und nachdrücklich wird der Music Score vom Platinum M Set präsentiert. Die Stimmwiedergabe ist prägnant und klar, das Klicken der Tastatur wird sehr authentisch wiedergegeben. Dass die Stimme von Farrell aus dem Telefon kommt, wird gekonnt deutlich gemacht. Als dann das Haus der PC-Hacker eingeblendet wird, steigt die Spannung – gleich folgt die erste massive Explosion, die der Sub 700 mit sauberer Struktur und sehr gutem Tiefgang überträgt. Wir wenden uns nun dem 5. Kapitel zu. Hier möchten Gabriels Killer den PC-Hacker Matthew Farrell in seiner Wohnung erledigen und fahren im wahrsten Sinn des Wortes „schweres Geschütz“ auf. Wie gut für den jungen Mann, dass der abgebrühte Cop John McLane gerade angekommen ist, um ihn abzuholen. Für Gabriels Schergen allerdings ist die Situation nicht so erfreulich, was sich beispielsweise darin zeigt, dass einer der Scharfschützen aus dem geschlossenen Fenster fliegt, nachdem McLane einen Feuerlöscher durch gezielten Pistolenschuss zur Detonation gebracht hat. Es fliegen also sprichwörtlich „die Fetzen“ – die Souveränität und Lebendigkeit, mit der die Schusswechsel wiedergegeben werden, würde sich selbst in der Lautsprecher-Oberklasse sehr gut machen. Das Platinum M Set schafft es, mit hoher Neutralität und erneut überzeugender Impulstreue auch im Heimkinobetrieb eine hervorragende Figur abzugeben. Obwohl wir nur mit einer 5.1 Konstellation arbeiten, ist der Surroundbereich vielschichtig ausgestaltet. Die Effektübergänge sind schnell und tonal stellt sich keinerlei Änderung ein, wenn Effektanteile von den Frontlautsprechern zu den Surrounds weitergeleitet werden. Der relativ große Center ist leistungsstark genug, um auch Effekte, die vorn aus der Mitte kommen, druckvoll und ohne Kompression wiederzugeben. 

BD Batman – The Dark Knight, Dolby TrueHD, ab Filmbeginn: 

Der Sub 700 setzt den ersten tief nach unten reichenden Bassimpuls sehr gut um. Die zersplitternde Scheibe wird detailreich wiedergegeben. Das vor dem Joker bremsende Auto kommt ebenfalls realistisch zum Ausdruck. Das Landen der Gangster auf dem Dach des Bankgebäudes kommt mit den hochspritzenden Kieselsteinen ebenso natürlich zum Ausdruck wie die hallenden Schüsse in der großen Schalterhalle. Kleinigkeiten wie das Abreißen der Sicherung an den Rauchgranaten oder das Durchbohren der Tresoroberfläche beweisen, dass unser Testset eine komplette, plastische Wiedergabe fokussiert und sich nicht nur auf große Effekte „stürzt“. Der aktive Subwoofer ist stets mit seinem ehrlichen, soliden Fundament auf Abruf bereit. Die Stimmwiedergabe der maskierten Gangster erfolgt sensibel, das Auditorium vernimmt genau, dass Masken getragen werden, weil die Stimmdarstellung minimal dumpf und bedeckt ist. Als der Bus ins Bankgebäude fährt, ist die Wucht des Aufpralls bis in die Magengrube spürbar.

Platinum M4 - Klang in Stereo

Der klare, dynamische Sound, den alle Platinum im Mehrkanalbetrieb aufbieten, ist der M4 auch bei der Stereowiedergabe eigen. Sie löst den Klang gut vom Lautsprecher und ist in der Lage, auch komplexe akustische Gebilde korrekt zu erfassen. Der Hochtonbereich bietet ein für die Preisklasse hohes Maß an Strahlkraft und eine sehr gute Räumlichkeit. Die Vorteile des installierten RiCom Radialstrahlers scheinen hier sehr offensichtlich zu sein. Das flinke, impulstreue Spiel erfreut auch hörerfahrene Anwender. Der Mitteltonbereich gibt sich ebenfalls keine Blöße - anstatt blechern und vordergründig zu spielen, setzt er auf eine nahezu verfärbungsfreie Darstellung von Stimmen  und Instrumenten, die gegebenen Strukturen werden größtenteils akkurat herausgearbeitet. Der gesamte Bühnenaufbau gibt sich sowohl, was die Breite angeht, als auch, was die Tiefe betrifft, realistisch und natürlich. Der Bassbereich agiert präzise, der Tiefgang der Box ist ausgezeichnet. Maßstäbe setzt klar die Pegelfestigkeit - cool und ohne erkennbare Anstrengung werden höchste Lautstärken selbst im 30 Quadratmeter-Hörraum gemanagt - das ist ebenso Weltklasse wie die Tatsache, wie ungemein trocken, hart und nachdrücklich der Bass bei hohem Pegel agiert. Hier hat Quadral ein flexibel einzusetzendes Ausnahmetalent konstruiert, das als "Kopf" einer Mehrkanalanlage ebenso brilliert wie im Stereobetrieb. 

Klangliche Charakterisierung:

  • Tonalität: Tonal präsentiert sich das Platinum M Set als sehr ausgewogen. Keine unschönen Verschiebungen oder Verfärbungen sind heraus zu hören. Die gleichmäßige Betonung aller Frequenzbereiche sorgt für ein homogenes Klangbild. Mit dem neutralen Charakter, der auch Stimmen stets authentisch und nicht zu spitz oder zu stumpf wiedergibt, werden auch stark gehobene Ansprüche erfüllt. Die Platinum M sind eher brillant als sanft und sehr direkt ausgelegt. Wer eine klare, strahlende und gleichzeitig kräftige Wiedergabe sucht, liegt hier richtig. Wer das Seidig-Üppige sucht, liegt hier falsch. 
  • Stimmwiedergabe: Sehr natürlich und facettenreich. Um hier noch mehr Charisma und Detailreichtum zu erhalten, muss man auf deutlich teurere Schallwandler zurückgreifen. Das stimmtypische Timbre wird sehr gut erfasst. 
    Loslösung des Klangs vom Lautsprecher: Eine Paradedisziplin des Platinum M Sets – der Klang wird sehr gut von den Lautsprechern gelöst und verteilt sich frei im Raum. 
  • Grob- und Feindynamik: Auch hier bieten die Quadral Boxen durch die Bank Bestleistungen. Bedingt durch die enorme Impulstreue werden kleine und auch massive Dynamik-Differenzen sicher erfasst und lebendig zum Hörer transportiert. 
  • Räumlichkeit im Front- und im Surroundbereich: Besonders gewundert haben wir uns über die weitläufige und räumlich erstaunlich tief gehende Darstellung der relativ kompakten Platinum M2 Regallautsprecher, die wir als Rears eingesetzt haben. Die beiden Boxen wirken keinesfalls überfordert oder zu klein – sie bauen einen sehr gut umrissenen, vielschichtigen Raum auf. 
  • Pegelfestigkeit: Souverän werden auch hohe Lautstärken gemeistert. Dass die großen Frontlautsprecher und der relativ ausladende aktive Subwoofer wenig Schwierigkeiten mit der Pegelfestigkeit haben, haben wir uns beinahe schon gedacht, überraschend ist jedoch, dass weder Center noch Surroundlautsprecher durch Verzerrungen oder Kompression negativ auffallen. 
  • Wirkungsgrad: Durchschnittlich – man sollte schon über einen AV-Receiver ab der 1000 EUR-Liga verfügen, um das Quadral-Set richtig anzutreiben. Kleinere Modelle liefern für intensiven Hörspass nicht genug Leistung. 
  • Aufstellung/Raumakustik: In akustisch sehr lebendigen Räumen ist aufgrund der Auslegung des Sets mit Einbußen bezüglich der klanglichen Gesamtharmonie zu rechnen – der Klang ist dann zu spitz und im Hochtonbereich etwas zu prägnant. Wenn man einen Hörraum mit vielen großen Glasflächen und vielleicht einem Granit- oder Marmorboden hat, sollte man zumindest durch Teppiche und einige Wallpanels an den Stellen, an denen keine Fensterflächen sind, sowie Cornerblöcke die Raumakustik neutraler gestalten. 

Konkurrenzvergleich

  • Canton Chrono SL 5.1-Set (SL590DC/SL555/SL530/AS225SC): Harte Konkurrenz, aber andere Auslegung, so lautet das Kurzfazit. Noch harmonischer, etwas sanfter, agieren die hessischen Chrono SL Lautsprecher. Dynamisch bietet das Chrono SL Set eine sehr gute Performance, hier aber kontern die Platinum M Schallwandler eiskalt und überholen mit noch souveränerem Handling extremer Dynamiksprünge. Bei der Feindynamik müssen sich beides Sets nichts vorwerfen lassen, hier wird in beiden Fällen große Klasse geboten. Einen besonders angenehmen, voluminösen Bass macht der Canton AS225SC. Der Sub 700 DV Aktiv aus dem Hause Quadral wirft dafür die höhere Pegelfestigkeit und den besseren Tiefgang in die Waagschale. 

  • Klipsch Reference 7.2 Set (RF-83/RC-64/RS-62/RB-61/RW-10D): Das hätten wir nicht erwartet - bezüglich der Pegelfestigkeit kommen die Platinum M Schallwandler den US-Amerikanern verdächtig nahe. Doch gegen den Monster-Center von Klipsch und dessen unerschütterlicher Souveränität  bei der Darstellung auch massiver Effekte ist kaum ein Kraut gewachsen. Dafür bieten die Platinum M mehr Feindynamik und mehr Ausdruckskraft sowie Sensibilität im Präsenztonbereich. Was die Basskraft angeht, begeistert der Sub 700 DV Aktiv auch in diesem Vergleich und kann sich durchaus mit zwei RW-10D messen. 

  • KEF 5.1-LS-Set: 4 x XQ40, 1 x XQ50c, 1 x PSW-4000: Sehr viel teurer ist das hier aufgeführte KEF Set - und im direkten Vergleich schlägt sich das Platinum M Ensemble ausgesprochen gut. Das sehr Samtige, aber gleichzeitig Entschlossene, das das KEF Set ausgezeichnet, wird zwar nicht geboten - diese filigrane, sanfte, aber doch stets klar akzentuierte Klangverteilung im Raum ist einfach beispielhaft -, dafür aber holen die Platinum M andere Pfeile aus ihrem Köcher: Die extrem gute Grobdynamik sorgt ebenso für Tuchfühlung zum KEF Set wie die überragende Pegelfestigkeit. 

Passende AV-Receiver

  • Onkyo TX-NR1007: Der Onkyo kokettiert mit seinem frischen Hochtonbereich und einer gekonnten Ansteuerung des aktiven Subwoofers. Ebenfalls liegt seine Pegelfestigkeit auf einem Niveau, das für das Ausnutzen der Reserven der Platinum M Boxen ohne Probleme ausreicht. 

  • Yamaha RX-V3900: Der gleichermaßen kraftvolle wie dynamische Yamaha ist eine sehr gute Ergänzung zum Platinum M-Ensemble. Es wird ein sehr gut strukturiertes, feinfühliges, natürliches und klares Klangbild aufgeboten.

  • Denon AVR-4810: Der Denon bringt gekonnt seine akustische Harmonie ins Spiel und sorgt für besonders gekonnte Front-/Surroundübergänge und eine gleichermaßen homogene wie lebendige Klangkulisse. Enorm pegelfest ist der Denon ohnehin.
Fazit und absolute Einordnung

Höchster Genuss in Mehrkanal - das verspricht das Platinum M-Ensemble

Aus absoluter Sicht gelingt mit dem Platinum M Set der Einstieg ins "Lautsprecher-Oberhaus". Natürlich, die 3500 EUR für das gesamte 5.1 Set lassen noch eine Menge Spielraum nach oben - aber mit dem Platinum M-Ensemble kommt man relativ preisgünstig in den Genuss, anspruchsvoll hören zu können. Tonal neutral ausgelegt und nahezu verfärbungsfrei, können auch schwierige Projekte wie die akkurate Stimmdarstellung erfolgreich in Angriff genommen werden. Sicher, teurere Ensembles arbeiten das Timbre der Stimme noch akzentuierter heraus und sind noch findiger bei der Suche nach stimmtypischen Charakteristika. Mit dem Platinum 5.1 Set ist der erfahrene Anwender aber schon problemlos in der Lage, über die Güte verschiedener Aufnahmen zu philosophieren. Das gilt auch für die Qualität der instrumentalen Wiedergabe. Man kann nicht erwarten, dass jedes Detail hinterer musikalischer Ebenen herausgeschält wird, sehr wohl aber kann das Platinum M Set einen kompletten, klar aufgebauten Gesamteindruck vermitteln, und genau dies geht gerade preiswerten Boxensystemen ab. Durch die hohe Leistungsfähigkeit des Sub 700 DV Aktiv wird im Bassbereich eine sehr natürliche, kraftvolle Performance geboten. Der hervorragende Tiefgang und die untadlige Präzision markieren auch hier den Einstieg in ein anspruchsvolles Hörniveau. Technisch wird eine aufwändige und durchdachte Konstruktion mit hoher Bauteilqualität offeriert. Das Qualitätsniveau der äußeren und der inneren Verarbeitung aller Komponenten ist gleichbleibend hoch. Dadurch macht das Platinum M-Ensemble auch unter optischen sowie technischen Gesichtspunkten seinen Anspruch geltend, beim versierten Mehrkanalliebhaber zu punkten.

Oberklasse-Performance zum Mittelklasse-Preis - das Platinum M Ensemble begeistert mit Dynamik, Facettenreichtum und Strahlkraft

5.1-Lautsprechersystem Obere Mittelklasse
Test 11. Januar 2010

+ Exzellente Grob- und Feindynamik
+ Hervorragende Räumlichkeit
+ Hohe Pegelfestigkeit
+ Aktiver Subwoofer mit enormem Tiefgang
+ Attraktiver Kaufpreis
+ Sehr hochwertige Verarbeitung

- Für das Nutzen des vollen Klangpotentials ist ein hochwertiger AVR ab 1000 EUR notwendig

Test: Carsten Rampacher
Datum: 11. Januar 2010

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