TEST: Blu-ray Player Sony BDP-S760 - TrueHD/DTS-MA Dekodierung und
barrierefreie Netzwerkintegration
04.02.2010 (phk)

Einleitung
Der mit Wireless-N ausgestattete große Bruder des Sony
BDP-S560 bietet - neben den identischen Ausstattungsmerkmalen seines
Geschwisters - Dolby TrueHD und DTS-HD Master-Dekodierung und dazu einen 7.1
Analog-Mehrkanalausgang. Das integrierte WLAN-Modul ist wie im BDP-S560 mit dem
Wireless-Standard 802.11b/g/n versehen und bietet somit blitzschnelle, dennoch
drahtlose, Datenübertragung. Die für Sony schon obligatorisch gewordene
DLNA-Zertifizierung offeriert problemloses Foto-Streaming von einem Datenserver.
Die tadellose Netzwerkintegration mit WLAN-Modul bringt zudem Vorteile in Bezug
auf den Aufstellungsort, sowie Firmware-Aktualisierung via Internet und
BD-Live Funktionen mit sich. Das preisgekrönte Xross-Media-Bar Interface ist
wiederum mit an Bord und sorgt für optisches sowie benutzerfreundliches
Wohlgefallen. Der S760 präsentiert sich als cinephiler Begleiter für Anwender
mit hohen audiovisuellen Ansprüchen. Ausgestattet mit Merkmalen und Features
aus Sony's 'enthusiastic' ES-Series versucht der S760 als neues
Consumer-Flaggschiff höchste Ansprüche zu moderatem Preis zu bieten. Bei
Marktpreisen um die 450 Euro fällt das eher schlichte Design weniger ins
Gewicht, auch die limitierten Netzwerkfunktionen und die geringen Dimensionen
plus Kunststoffmantel stehen dem High-End Anwärter im Weg. Sollte der neue Sony
allerdings bei dieser Kalkulation audiovisuell an die Performance eines BD-S5000ES
heranreichen scheint der Weg in anspruchsvolle cineastische Gefilde geebnet.
Verarbeitung

Bedienelemente an der Vorderseite

Kunststoffummantelung seitlich

Geräterückseite

Auf Punktmatrix-Look getrimmtes Segment-Display

Laufwerkslade offen

Der gummierte Fuß ist nicht zu unserer vollen Zufriedenheit

Fernbedienung mit übersichtlichem Layout
Der große Bruder des Sony
BDP-S560 hebt sich äußerlich größtenteils nur durch eine andere
Anschlussbestückung, dem Kopfhöreranschluss und der Kunststoffummantelung an
den Seitenteilen ab. Auch beim S760
ist die Laufwerkslade hinter einer Blende verborgen, vorne fällt der große
Kopfhörereingang im linken unteren Bereich auf, dieser sitzt wie die rückseitigen
Anschlüsse tadellos und lässt sich in seiner Position nicht verändern. Der
Tastendruckpunkt der Bedienelemente ist in Ordnung, auch das Ansprechverhalten
ist gut. Das integrierte Segment-Display ist für diverse
Wiedergabeinformationen ausreichend dimensioniert und auch durch die Blende
hindurch gut ablesbar.
Die Fernbedienung fällt unschwer erkennbar luxuriöser aus als
die des S560, eine leicht größere Dimensionierung liefert ein ansprechendes
Tastenlayout, zudem wurde in diesem Modell zumindest die unteren
beiden Drittel bernsteinfarben illuminiert. Gesamtnote Verarbeitung in Relation
zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Anschlüsse

Digitale und Analoge Ausgänge sind zur vollsten Zufriedenheit
integriert, hier auffallend der 7.1 Analog Multikanal-Ausgang für die
Weiterleitung der dekodierten Dolby TrueHD - und DTS-HD Tonspuren. Nicht zu sehen
ist das integrierte WLAN-Modul mit Standard 802.11b/g/n, aber auch kabelgebunden
kann der Sony Player mit der Ethernet-Schnittstelle ins Netzwerk eingebunden
werden. An der Vorderseite findet sich ein USB-Slot und ein großer
Klinkenanschluss für Kopfhörer. Der Eingang für die Speicherung von
BD-Live Daten befindet sich am Gehäuserücken. Gesamtnote Anschlüsse in
Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - Hervorragend.
Konfiguration, Setup und Bedienung

Firmware-Aktualisierung via Internet

DeInterlacings-Modus
Videoeinstellungen
• TV-Typ: Bildformat des verwendeten Fernsehgerätes: 4:3 oder 16:9
• Bildformat: Original oder festes Bildformat, unabhängig von der Quelle immer identisch
• DVD-Bildformat: Letterbox oder Pan&Scan
• Kino-Umwandlungsmodus: Einzig dürftige Übersetzung - Hier wird der Modus
für das DeInterlacing gewählt.
• Videoausgangsformat: HDMI/Komponenten-Videosignal/Video oder S-Video. Bei HDMI sind die folgenden Auflösungen verfügbar: Auto (Kommunikation mit dem angeschlossenen Flachbildschirm oder Beamer über die höchstmögliche darzustellende Auflösung) oder fixe Modi: 480i/576i, 480p/576p, 720p, 1080i, 1080p
• BD-ROM 1080p/24p Ausgabe: Auto/Ein/Aus
• YCbCr/RGB (HDMI): Auto, YCbCr (4:2:2 oder 4:4:4), RGB (16 – 235 oder 0 – 255)
• HDMI Deep Color-Ausgabe: Auto, 12-Bit, 10-Bit, Aus
• x.v. Farbausgabe: Auto/Aus
• Pausenmodus: Auto/Vollbild

Lautsprecher-Einstellungen
Audio-Einstellungen
• Audio-Ausgabe-Priorität: HDMI, Koaxial/Optisch, Stereo analog/Mehrkanal analog, Kopfhörer
• Lautsprecher-Einstellungen: Nutzt man den Mehrkanal-Analog-Ausgang können hier wichtige Parameter eingestellt werden - LS-Größe, Abstand in 0,2m Schritten, Pegel in 0,5 dB-Schritten
• Audio (HDMI): Auto/2 Channel PCM
• BD-Audio-Einstellungen: Mischen/Direkt
• Audio-Abschwächer: Aus/Ein
• Dolby Digital (Digital Out): Dolby Digital/Downmix PCM
• DTS (Digital Out): DTS/Downmix PCM
• 48kHz/96kHz PCM (Digital Out): 48kHz/16bit, 96kHz/24bit
• Dynamikbegrenzung: Auto, Standard, TV, Gesamter Bereich
• Raumklang: Dolby Surround, Normal
Netzwerkeinstellungen:
• Internet-Einstellungen (Listenübersicht, Wahl der Verbindungsart kabelgebunden oder kabellos, IP Adresse automatisch oder manuell, DNS-Einstellung automatisch oder manuell, Proxy-Server verwenden oder nicht verwenden, Netzwerkverbindungs-Diagnose durchführen oder nicht durchführen). Bei Wahl der drahtlosen Verbindung kann das WPS-Verfahren (mehr dazu später) eingesetzt werden, um eine möglichst einfache Verbindung zwischen dem BDP-S560 und einem Zugriffspunkt einzurichten. Alternativ kann auch ein konventionelles Verbindungssetup durchgeführt werden. Hier ist allerdings der Netzwerkschlüssel einzugeben.
• Netzwerkverbindungs-Analyse: Netzwerktest und Analyse
• Verbindungsserver-Einstellungen: Hier werden etwaige Server, von denen ein Daten-Streaming erfolgen kann, angezeigt.
Schnellkonfiguration
Mit Hilfe dieser Funktion ist es auch dem unerfahrenen Anwender möglich, Basisfunktionen zu konfigurieren. Folgende Schritte werden durchgeführt:
• Gerätesprache
• Wahl der Videoverbindung (HDMI, Komponenten-Videosignal, Video oder S-Video)
• BD Live Internetverbindung: Zulassen oder nicht zulassen.
• Schnellstartmodus ein oder aus
BD/DVD-Wiedergabe-Einstellungen
• BD/DVD-Menü: Englisch/Französisch/Spanisch/Italienisch/etc.
• Ton: Original/Englisch/Französisch/Spanisch/Italienisch/etc.
• Untertitel: Englisch/Französisch/Spanisch/Italienisch/etc.
• BD-Kindersicherung: Keine Restriktion/Passwort eingeben
• DVD-Kindersicherung: Keine Restriktion/Passwort eingeben
• Kindersicherungs-Regionalcode USA: Passwort eingeben
• Kennwort festlegen
• Hybrid-Disc-Wiedergabeschicht: BD, DVD/CD
• BD-Internetverbindung: Zulassen/Nicht zulassen
Foto-Einstellungen
• Diaschaugeschwindigkeit: Schnell/Normal/Langsam
Systemeinstellungen:
• OSD-Sprache
• Anzeige (Displayhelligkeit): Hell/Dunkel/Aus. Sehr unsensible Dimmingfunktion.
• Steuerung für HDMI ein/aus
• Schnellstartmodus ein/aus. Verkürzt die Zeit, bis das Gerät betriebsbereit ist. Die aktivierte Schnellstartfunktion steigert aber den Stromverbrauch.
• Abschaltautomatik ein/aus. Bei Aktivierung dieser Funktion schaltet sich der BDP-S560 nach 30 Minuten Nichtverwendung aus.
• Anzeigeautomatik ein/aus. Ist diese Funktion aktiviert, wird eine Info bei Audiomoduswechsel oder Wiedergabe angezeigt.
• Bildschirmschoner ein/aus.
• Software-Update-Mitteilung ein/aus
• Systeminformation: Software-Version und MAC-Adresse werden angezeigt.
Netzwerkeinstellungen:
• Internet-Einstellungen (Listenübersicht, Wahl der Verbindungsart kabelgebunden oder kabellos, IP Adresse automatisch oder manuell, DNS-Einstellung automatisch oder manuell, Proxy-Server verwenden oder nicht verwenden, Netzwerkverbindungs-Diagnose durchführen oder nicht durchführen). Bei Wahl der drahtlosen Verbindung kann das WPS-Verfahren (mehr dazu später) eingesetzt werden, um eine möglichst einfache Verbindung zwischen dem
BDP-S760 und einem Zugriffspunkt einzurichten. Alternativ kann auch ein konventionelles Verbindungssetup durchgeführt werden. Hier ist allerdings der Netzwerkschlüssel einzugeben.
• Netzwerkverbindungs-Analyse: Netzwerktest und Analyse
• Verbindungsserver-Einstellungen: Hier werden etwaige Server, von denen ein Daten-Streaming erfolgen kann, angezeigt.

Wahl der Videoverbindung
Schnellkonfiguration
Mit Hilfe dieser Funktion ist es auch dem unerfahrenen Anwender möglich, Basisfunktionen zu konfigurieren. Folgende Schritte werden durchgeführt:
• Gerätesprache
• Wahl der Videoverbindung (HDMI, Komponenten-Videosignal, Video oder S-Video)
• BD Live Internetverbindung: Zulassen oder nicht zulassen.
• Schnellstartmodus ein oder aus
Immer noch fehlt uns die Wahl der Ausgabeauflösung (z.B. 1080p) und die Einstellung der 24p
Funktionalität.
Taste "Display" während BD/DVD-Wiedergabe
Eine übliche Status-Anzeige des aktuellen AV-Materials.
Besonders gefällt uns hier die Genauigkeit der angezeigten Informationen: Neben
den obligatorisch gewordenen Format- und Framerate-Anzeigen ist eine Infoleiste
für die gewählte Audiospur mit Kanalanzahl, Abtastrate und Audiocodec
vorgesehen, die Anzeige für die Videospur zeigt den verwendeten Videocodec
(Beispiel AVC/VC-1) und sogar die aktuell auszulesende Datenrate.
Taste "Options" während BD/DVD-Wiedergabe
Die Optionen während der Wiedergabe umfassen den Zugriff auf
das Popup- und Hauptmenü und zusätzlich Ton- und Videoeinstellungen. Während
bei den Video-Einstellungen hauptsächlich die Parameter des HD Reality
Enhancers justiert werden lässt sich in den Toneinstellungen der AV Sync
(Lippensynchronisation) und ein Audiofilter "scharf" oder
"slow" gesetzt werden.
Fazit Konfiguration, Setup und Bedienung
Der Sony BDP-S760 verfügt wie der S560 über das preisgekrönte
XrossMediaBar-Interface der Playstation 3. Getreu dem Motto "Never change a
running system" wählt Sony den risikofreien - aber unserer Meinung nach
richtigen - Weg. Übersichtlich und hürdenlos punktet das XMB bei einem großen
Spektrum an Anwendern, Änderungen spezifischer Settings sind durch die grobe
Unterteilung in Justage-Möglichkeiten und Wiedergabeoptionen und der
durchschaubaren Separierung weiterer Parameter ein Kinderspiel. Nicht
unerheblich steuert die sehr gute deutsche Übersetzung des XMB-Interface zur
problemlosen Bedienung bei. Abgesehen von den Lautsprechereinstellungen, die
beim S760 aufgrund des analogen Mehrkanal-Ausgangs obligatorisch sind,
entspricht das Interface in großen Teilen der hausinternen Konkurrenz und
besitzt dieselben Features. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse:
Hervorragend.
Laufwerk, Ladezeiten und Betriebsgeräusche

Einlesezeiten:
Layerwechsel:
Die Konkurrenten:
Sony BDP-S560
-
Booten: 24 Sekunden / 6 Sekunden mit Schnellstart
-
Casino Royale: 22 Sekunden bis zum Sony-Logo
-
Fluch der Karibik 1: 36 Sekunden zur Sprachwahl
Pioneer BDP-320
Pioneer BDP-LX52
Samsung BD-P1600
Panasonic DMP-BD60
-
Booten: 11 Sekunden (mit Schnellstart), 28 Sekunden (ohne
Schnellstart)
-
BD Casino Royale: 36 Sekunden
-
BD Fluch der Karibik: 51 Sekunden
Denon DBP-2010
Vergleichbar mit dem S560, liefert
das Sony Gerät gute Einlesezeiten. Der Bootvorgang ist dank Schnellstartmodus
konkurrenzlos, leider muss ein Nachlaufen des Gehäuselüfters in Kauf genommen
werden. Die Betriebslautstärke ist auf einem Level mit dem BDP-S560 und auch
hier konnten wir bisher trotz Schnellstartmodus keine erheblich erhöhte
Geräuschentwicklung vernehmen. Der DVD-Layerwechsel kann gerade noch als
akzeptabel angesehen werden, dennoch sollten solche - langjährig existierenden
- Features mittlerweile tadellos funktionieren. Gesamtnote in Relation zur
Preisklasse: Hervorragend.
Netzwerk und Multimedia

Anzeige der Netzwerk-Parameter
Einbindung in Netzwerke
Bezüglich der Integration ins heimische Netzwerk stehen dem
S760 Besitzer alle Optionen offen. Ob drahtlos oder kabelgebunden funktioniert
die Einbindung problemlos, bei aktiviertem DHCP vollautomatisch und flott. Die
einfachste und ästhetischste Möglichkeit den SONY Spieler einzugliedern bietet
die WPS-Funktion des internen WLAN-Moduls. Das schon mit Wireless-N-Technik
ausgestattete Produkt kann so mit einem einfachen Knopfdruck verbunden werden,
Voraussetzung: Hardwareseitige Unterstützung des eigenen Routers. Natürlich
kann der BDP-S760 auch konventionell mit Passwort-Eingabe (WPA/2) oder gar
kabelgebunden eingesetzt werden. Die (W)LAN-Verbindung ist für DLNA-Streaming
und BD-Live essentiell.

Auch der BDP-S760 wird problemlos von unserer Buffalo
Linkstation bedient
DLNA-Streaming & USB
Via DLNA können lediglich Fotodateien im JPEG-Format abgespielt werden, Video- und Musikfunktionalität ist nicht im S760
integriert. Unseren TwonkyMediaServer der Buffalo Linkstation Quad hat der Sony
BD-Player sofort erkannt und auf dem Server befindliche Fotodateien
wiedergegeben. Durch einen Druck auf die Options-Taste kann das angezeigte Bild
gedreht und die Diashow-Geschwindigkeit festgelegt werden. Auch von einem
USB-Speichermedium können mit identischem Funktionsumfang Bilddateien angezeigt
werden, hier wird der vordere USB-Slot genutzt.
BD Live
Für die Nutzung der BD-Internetfunktionen ist ein externer
USB-Speicher erforderlich. Nur der hintere Slot ist für die Speicherung von
BD-Live Daten vorgesehen. Weiterhin ist der Slot nicht - wie man so
schön sagt - Plug' n' Play sondern nach Anbringen des Speichermediums muss
das Gerät neu gebootet werden. Sind diese Hürden überwunden steht dem
interaktiven Film-Erlebnis nichts mehr im Wege. Wir haben die BD-Live-Inhalte
von Iron Man mit unserem BDP-S760 geladen, gerade einmal knapp 3 Minuten vergeht
vom Klick auf BD-Live Inhalte Laden bis zur Anzeige der Daten auf dem Display.
Fazit
Die Netzwerkeinbindung geht durch die verschiedenen
Optionsvarianten (drahtlos mit WPS/kabelgebunden) problemlos und sehr einfach.
Für die Nutzung von BD-Live ist zwar ein externes Speichermedium am dedizierten
Anschluss auf der Rückseite anzubringen, die Ladegeschwindigkeit der BD-Live
Daten ist aber vergleichsweise hoch. Video- und Musikwiedergabe wird noch
nicht unterstützt, das Streaming von Fotodateien im JPG-Format birgt
aber keine Probleme.
Testequipment
Bild
Blu-ray

Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull, 1080p24
AVC/h.264 - HD Reality Enhancer + NoiseReduction + Kantenglättung aktiv/inaktiv
Die Abenteuer von Professor Jones beginnen in augenfreundlichen,
warmen Farben und vermitteln den kinogerechten Stil tadellos. Gleich zu Beginn
lässt sich eine ausgezeichnete Bildtiefe, die Weite der Berglandschaft wird uns
in authentischer Perspektive aufs Bild getragen. Die Schrift am Anfang des
Kapitels wird sauber, mit klar definierten Linien, angezeigt - auch bei
Aktivierung des HD Reality Enhancers auf Stufe 3 und eingeschalteter Glättung
sind keine Artefakte zu erkennen. Der gesamte Look leidet allerdings etwas bei
aktiviertem Enhancer auf höchster Stufe, die Schärfe wird zu stark angezogen
so dass ein leicht unnatürliches Bild erscheint. Gewolltes Filmgrieseln wird
durch diese Funktion leider blockig und manifestiert sich im Panel dann eher als
Noise und dient nicht der Bildverbesserung, wir empfehlen maximal Stufe 2 und
Glätten "Standard". Für eine kinogerechte, augenfreundliche
Einstellung mit höchster Bildruhe gefällt uns allerdings bei solch
hochwertigem Quellmaterial keine Kantenglättung und deaktivierte NR (Noise
Reduction). Ausgesprochen auffällig ist die hervorragende Bildruhe und
24p-Stäbilität des Sony Players. Die verschiedenen Geschwindigkeiten der
fahrenden Armee- und Zivilfahrzeuge werden ruckelfrei übertragen und beinahe
aufs Panel zementiert. Die verschiedenen Bildebenen bleiben in allen Belangen
absolut ruhig und zeigen weder Zittern noch sonstige Artefakte. Detailtechnisch
machen dem S760 wenig Spieler etwas vor, der verwaschene Hut auf dem körnigen
Boden erscheint in traumhafter Genauigkeit und Plastizität, bis in die
äußersten Ecken gibt die Kontrastdynamik alles und holt noch viele Details aus
dunklen Bereichen. Die Bildschärfe ist ausgesprochen hoch, dennoch natürlich -
hier sollte wirklich nicht zuviel mittels HD Reality Enhancer dynamisch
nachgebessert werden, Stufe 0 offeriert ein gestochen scharfes aber noch
angenehmes Videovergnügen ohne zu Überschärfungen zu neigen. Die
Farbauthentizität ist auch zu loben: angenehme, warme Farben ohne ins Erdige
abzudriften.
Casino Royale, Kapitel 2, 1080p24 - HD Reality Enhancer + NR +
EE inaktiv
Bei der ersten Szene des zweiten Kapitels und der
Kameraüberfahrt der jubelnden Menschenmenge sind wir erneut von der sauberen
Bildtiefe, Plastizität und Kontrastdynamik des gesamten Bildes absolut
begeistert. Die verschiedenen Wellblechhütten sind auch im Außenbereich in
ihrer Struktur klar definiert und verschmelzen nicht mit dem Hintergrund. Auf
den Dächern liegende Autoreifen heben sich plastisch mindestens genauso
exzellent ab wie die Schlange im Mittelpunkt des Geschehens. Auch an der
Detaillierung haben wir wieder sehr wenig auszusetzen, Feinheiten auf dem
Untergrund der Arena sind noch aus großer Entfernung auszumachen. Auch im
hochfrequenten Bereich schlägt sich der S760 gut, Fell und Schuppen des
kämpfenden Frettchens und der Schlange in der Großaufnahme werden detailliert
gezeichnet und sind klar differenzierbar. Der Sony BD-Spieler bleibt selbst bei
einer Vielzahl schneller Bewegungen wie die kurze Großaufnahme der mit den
Armen fuchtelnden Menschenmasse absolut ruhig - wirklich gut. Als wir 007 an dem
verkohlten Holzbalken lehnend erblicken gefällt uns die Kontrastdynamik
ausgezeichnet, eine etwas klarer definierte Strukturierung und noch ein bisschen
detailreicher konnten wir das verbrannte Holzstück schon begutachten, dies aber
in deutlich höheren Preisklassen, bisher schafft diese Performance in diesem
Preisklassenbereich ausschließlich ein Pioneer
BDP-LX52. Während der Verfolgungsjagd zwischen James Bond und dem
fliehenden Schurken können wir wiederum ein angenehm ruhiges Bild genießen, an
keiner Stelle treten zitternde Linien oder Objektkanten auf. Auch in diesem
Beispiel attestieren wir eine neutrale Farbgebung, das Rostrot des
Baustellengerüsts ist zwar sehr lebendig aber noch natürlich. Vorhin schon
angemerkt aber nicht weniger begeisternd präsentiert sich die Tiefenstaffelung
der beiden Kräne vor dem türkisblauen Ozean.
DVD
Star Wars Episode III, Kapitel 1+2, Upscaling/DeInterlacing 576i
-> 1080p
Ein sehr schöner mit einer Vielzahl von Sternen gespickter
Sternenhimmel wird von artefaktfreier, wenig ausblassender gelber Schrift
überlagert und empfängt uns in etwa so, wie wir es uns vorgestellt haben. Ab
etwa dem zweiten Drittel der oberen Bildebene beginnen die Buchstabenlinien
trotzdem leicht zu flackern und geben preis dass es sich bei dem abgespielten
nicht um High Definition Material handelt. Trotzdem erkennen wir ein durchaus
ruhiges und stabiles Bild mit klarer Struktur und vergleichsweise hohem
Detailgrad. Das im Schatten liegende Heck des Sternenzerstörers ist noch mit
hohen Details versehen und bestätigt die hohe Kontrastdynamik. Unruhige oder
gar zittrige Linien bleiben uns erfreulicherweise erspart, bei schnellen
Flugmanövern der zwei Raumjäger ist aber doch ab und zu Flackern an den
Objektkanten zu sehen. Die Bildplastizität und Tiefenstaffelung gibt sich keine
Blöße, die verschiedenen angreifenden Schiffe in der Oberflächenatmosphäre
von Coruscant sind in ihren verschiedenen Ebenen einfach differenzierbar und
kleben nicht auf dem Bildschirm. Gesichtsdetails der beiden aktiven
Protagonisten Obi-Wan und Anakin sind hoch aber nicht vollkommen ausgereizt.
Diese schon fast unverschämte Kritik müssen wir aufgrund der superben Leistung
der Konkurrenz des LX-52 anbringen.
Dank der hohen Farbreinheit und des authentischen Cinema-Looks ist ein gutes
Urteil auch in dieser Wertung sicher.
AVEC Professional Test DVD
-
Laufschriften in verschiedener Geschwindigkeit: Hier sind
wir nicht so begeistert wie in den vorigen Sektionen: selbst in der
langsamsten Geschwindigkeit zittern die Buchstabenränder, dies verstärkt
sich noch etwas in der zweiten Geschwindigkeit zum Peak der Artefaktbildung.
Die dritte Geschwindigkeit birgt keine weitere Verschlechterung, die
Farbtrennung ist sauber.
-
Schwingendes Pendel: In Ordnung. Die Farbtrennung der Balken
ist nur im oberen Bereich des Pendels problemlos erkennbar, im zweiten und
letzten Drittel fällt eine Differenzierung schwer. Die Pendellinie bleibt
hingegen bis in den unteren Bereich vergleichsweise stabil.
-
Stadtbild Esslingen: Die Mauerlinie steht gut, wenig
Flackern, gute Tiefenstaffelung der Häuser und am Durchgang der Mauer.
Struktur des Rasens und der Pflastersteine ist gut und auch die Farbgebung
ist trotz eines etwas starken Grüns sehr natürlich.
Klang
via HDMI
DJ Tiesto, Elements of World Tour, DTS-HD Master 5.1, Tracks
"Traffic", "Back in Your Head", "Adagio for
Strings"
Der Club-Sound von DJ Tiesto wird uns gleich brachial um die
Ohren geschlagen, der Kickbass wirkt noch einen Tick aggressiver als bekannt und
wird uns präzise an die Trommelfellwände getragen. Das Klangfeld könnte etwas
voluminöser wirken und die Bühne etwas klarer füllen. Frequenzübergänge
gelingen hingegen nahtlos und erfreuen den schwungvollen Elektronikhörer. Die
charakteristische Stimme von Teagan bei "Back in Your Head" wird fein
aufgelöst und strahlt brilliant in den Raum. Dynamisch könnte der Sony vor
allem in der Grobdynamik noch etwas forcierter zupacken, die feinen Details
stellen keine Probleme dar aber die steilen Frequenzverläufe des Disc-Jockeys
machen dem Sony etwas zu schaffen. Das zeigt sich auch in "Adagio for
Strings", der Sony muss bei diesen gewaltigen Dynamiksprüngen einfach
Federn lassen und kann nicht blitzschnell reagieren. Lassen wir den S760 in
einem etwas unfairen Vergleich gegen den Pioneer BDP-LX91
antreten lassen sich die Defizite sehr schnell erkennen. Dynamischer,
schwungvoller und voluminöser geht es hier zur Sache, akustisch kann der Sony
einfach nicht mithalten.
The Dark Knight, Kapitel 1, Dolby TrueHD 5.1
Die Anfangssequenz des dunklen Ritters empfängt uns etwas
freundlicher gesinnt. Feindynamik im Tieftonbereich ist in den ersten Minuten
eindeutig zu erkennen, der erste Paukenschlag und das durchschossene Fenster
zeigen wenig Defizite. Die verschiedenen Stimmcharakteristika der Protagonisten
unter den Clownsmasken werden sehr gut herausgearbeitet, generell ist der
Mitten- und Hochtonbereich signifikant besser als im Musikbetrieb. Auflösung
verhält sich ähnlich gut, der Sony gibt ein breites und gut durchhörbares
Bühnenbild wieder. William Fichtners Pumpgun erklingt mit ordentlichem
Nachdruck und hoher Präzision.
Stirb Langsam, Kapitel 5, DTS-HD Master 5.1
Inmitten John McLanes explosionstriefendem Effektspektakel
schlägt sich der S760 am besten von den drei Testsequenzen. Druckvoll und hart
werden umherfliegende Gewehr- und Pistolengeschosse in den Raum getragen. Auch
bezüglich der Gesamtdynamik erleben wir hier die beste Performance, die
Explosion des Feuerwehrlöschers gelingt in allen Bereichen makellos. Die
verschiedenen Gewehrkaliber sind problemlos zu unterscheiden und zuzuordnen,
besonders gefällt uns hier auch die Homogenität zwischen Front- und
Surroundbereich, das Klangfeld wirkt einfach füllig, voluminös und
geschlossen.
Analog via MCH Output
DJ Tiesto, Elements of World Tour, DTS-HD Master 5.1, Tracks
"Traffic", "Back in Your Head", "Adagio for
Strings"
Tatsächlich klingt die tonale Abbildung via Analog-Ausgabe
etwas schwungvoller, trotz +10dB Gain auf der Receiver-Seite reicht die Kraft im
Bassbereich nicht ganz aus um den aggressiven Kickbass so brachial wie ein
Susano aus unseren Teufel Woofern zu feuern. Eine geschlossene Einheit bildet
der Surround-Klang erneut, dennoch müssen wieder müssen wir Einschränkungen
bei der Dynamik-Performance feststellen. Die Feindynamik gelingt noch etwas
schlechter bei internem Decoding. Stimmcharakteristika wirken hier nicht so
ausgeprägt und etwas flach. Die nahtlosen Frequenzübergänge Front-Front,
Front-Rear bei Adagio for Strings meistert der Sony bravourös. Der Sound kann
also durchaus gefallen, trotzdem empfehlen wir Bitstreaming an einen Receiver.
The Dark Knight, Kapitel 5, Dolby TrueHD
Hier erzielt der S760 ähnliche Ergebnisse wie im Musikbetrieb.
Feindynamisch scheint der Sony im Hochtonbereich einen Schritt nach vorne zu
machen, dafür geht der LFE-Bereich leider zu stark unter. Wie oben angesprochen
reichen selbst die +10dB des Amps nicht für einen kraftvollen Tieftonbereich
aus. Die Stimmen der Filmprotagonisten gelingen vergleichsweise gut und
charakteristisch.
Fazit

Auch nach dem intensiveren Testbetrieb können wir dem Sony gute
Ergebnisse attestieren. Zu moderatem Preis wird hier viel geboten, besonders
visuell kann der Sony BDP-S760 mit sehr hochwertigen Modellen mithalten.
Exzellente Bildruhe, 24p-Stabilität und Bildtiefe zeichnen das Gerät aus.
Hinsichtlich des Marktpreises von etwa 450 Euro wird hier schon massiv viel
geboten. Wem der sehr scharfe, dennoch authentische Look des Sony trotzdem nicht
zusagt, kann mittels HD Reality Enhancer weiter eingreifen und visuell
nachbearbeiten. Die DVD-Wiedergabe ist nicht ganz so exzellent wie das Abspielen
von Blu-ray, muss sich aber bei Filmmaterial keinesfalls verstecken. Die
Klangqualitäten sind (leider) das schwache Glied des Sony: Etwas
Geschwindigkeit aber vor allem Grobdynamik fehlt dem Player besonders via analoger
Ausgabe. Zweiter Kritikpunkt ist die Unausgeglichenheit von innerer und äußerer
Verarbeitungsqualität: Nicht zuletzt die wohnzimmerfreundlichen Dimensionen,
die Kunststoffummantelung, die ausladende Frontblende und die winzigen
Gummifüße passen einfach nicht zur visuellen High Quality Performance des
S760. Bedienkonzept und Menüführung ist größtenteils von der PS3 und dem
kleineren Modell bekannt und gibt wenig Grund zur Beanstandung. Die
Netzwerkfähigkeiten sind praxisgerecht aber nicht besonders umfangreich und könnten, wie wir Sony
kennen, problemlos um Video- und Musikfunktionalität erweitert werden. Trotz
eines User-Hinweises auf die problematische Betriebslautstärke des Sony-Players
ist uns das Gerät während des Testbetriebes nicht besonders unangenehm
aufgefallen, ein leichtes Lüfter-Surren kann man bei maximal 30cm Abstand noch
vernehmen, ab etwa gut 1,50m ist nichts mehr zu hören. Wer einen visuellen
Top-Player zu bezahlbaren Konditionen sucht und dabei nicht unbedingt auf
audiophile Höchstleistungen wert legt, ist beim BDP-S760 genau richtig.
Visueller Performance-Meister mit integriertem WLAN-Modul und
problemloser Bedienung

Blu-ray Player Mittelklasse (Marktpreis)
Test: 04. Februar 2010
Technische Daten: www.sony.de
Test: Philipp Kind
Datum: 04. Februar 2010
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|