TEST: JBL OnBeat - Sounddock für iPad, iPod und iPhone
10.06.2011 (cr)
Einführung
Für Preise um die 170 EUR ist JBLs multifunktionales Sounddock OnBeat erhältlich, das nicht nur mit iPhone und iPod-Modellen, sondern auch mit dem iPad zusammenarbeitet. Ein spezieller Halter für das iPad wird einfach aufgesetzt, und schon kann das Tablet verbunden werden. IPhone oder iPod können auch in horizontaler Form im Dock betrieben werden. Mit USB-Anschluss ausgestattet, kann das OnBeat auch mit dem PC verbunden werden. Hintergrund: Eingedockte iPods, iPhones oder iPads können gleich vom OnBeat aus mit iTunes auf dem PC synchronisiert werden. Des Weiteren vorhanden ist ein 3,5 mm Miniklinkenanschluss für die Verbindungsaufnahme externer, nicht von Apple stammender Music/Mediaplayer. Allerdings ist es, wenn ein Apple Device und eine andere externe Einheit angeschlossen sind, nötig, das gerade nicht verwendete Gerät auszuschalten, da das OnBeat-Sounddock über keinen Quellenumschalter verfügt. Schaltet man keine der beiden angeschlossenen Komponenten aus, wird ein Mischsignal wiedergegeben – das ist, gerade in Anbetracht der Preisklasse, ein Manko. Mitgeliefert wird eine Fernbedienung im Scheckkartenformat. Klangprogramme
gibt es keine - das OnBeat beschränkt sich auf die Grundfunktion, Klang
wiederzugeben, ohne allerdings den Klang durch Schaltkreise zu beeinflussen. Das
OnBeat lässt sich ausschließlich mittels des mitgelieferten, ausgelagerten
Netzteils betreiben, Batterie- oder Akkubetrieb ist nicht vorgesehen.
Verarbeitung
Das OnBeat Sounddock bietet eine gefällige Optik, die frontal von den
Lautsprecher-Chassisschutzgittern dominiert wird. Die geschwungenen Linien
erzeugen einen harmonischen Gesamteindruck, der von den chromfarbenen
Einfassungen weiter verstärkt wird. Nicht gefällt uns der zu weiche und
undefinierte Druckpunkt des rückseitig untergebrachten Ein-/Ausschalters. Die
anderen rückwärtigen Anschlüsse sind ordentlich eingepasst. Der Wechsel vom
Hoch- ins Querformat bei Verwendung von iPhone oder iPod Touch ist
unproblematisch, die Mimik hält das Apple Device stabil in der Horizontalen.
Die beiden mitgelieferten Halterungen für iPad und iPhone/iPod Touch weisen
gummierte Halter auf, die das Mobile Device "schonend in die Zange"
nehmen und so unschöne Kratzer vermeiden. Von durchschnittlicher Qualität ist
die mitgelieferte Fernbedienung im Scheckkartenformat, die synthetischen
Tastendruckpunkte sind hier zu bemängeln.
Verbindung über USB zu iTunes und Kompatibilität
In unserem Testbetrieb haben wir unser Apple iPad
ins Dock eingesetzt und das OnBeat über USB mit dem PC verbunden - Ergebnis:
Die Synchronisation funktioniert ohne Schwierigkeiten. Während des
Synchronisationsprozesses wird die Musikwiedergabe gestoppt. Eines ist aber zu
bedenken - wenn das iPad im Dock steckt und der Anschluss pber USB erfolgt, wird
der Akku des iPad nicht geladen, weil auch das Lade-Management über den PC
abläuft und normale USB-PC-Eingänge nicht die nötigen Spezifikationen
mitbringen, um das iPad aufzuladen. Im Normalbetrieb wird das iPad über das
OnBeat geladen.
Mit dem Apple iPhone 4 hat diese
Operation geklappt. Die iPod-Abteilung des iPhones lässt sich auch problemlos
komplett mit der Scheckkartenfernbedienung des OnBeat steuern - wenngleich
Arbeitswinkel und Reichweite zu verbessern sind. Mit dem iPad läuft nicht alles
so reibungslos ab. Es ist ohne Schwierigkeiten möglich, innerhalb einer
Musik-Wiedergabeliste oder innerhalb der Ordner Alben oder Interpreten zum
gewünschten Titel zu navigieren, auch kann man von der Ansicht -->
Titelwiedergabe zurück zur Listenübersicht wechseln - aber in der linken
Übersichtsseite des iPads (Musik/Podcasts/Hörbücher/in unserem Falle
zusätzlich Wiederhergestellte Wiedergabelisten) kann man keine Menüpunkte
anwählen und von der linken oberen Menüebene ins rechte Submenü springen.
Auch ist es nicht möglich, wenn der Titel-Wiedergabebildschirm mit Cover (falls
vorhanden) etc. angezeigt wird, zurück zur Listenoptik zu springen. Dann kann
man nur den Titelsprung vorwärts oder rückwärts verwenden. Mit dem
iPhone 4 ist es hingegen kein Problem, alles mit der Fernbedienung zu
bedienen.
Klang
Das OnBeat überrascht im Testbetrieb durch die ausgezeichneten klanglichen Eigenschaften. So beim Extended Mix von A-HA-s 80er Jahre Hit „The Sin Always shines on TV“: Vor allem die räumliche Abbildung sorgt für Erstaunen: Der Sound „klebt“ nicht am Sounddock, sondern verteilt sich sehr gut im Raum. Klar – es wird trotzdem eher ein Nahfeld akustisch abgedeckt, zaubern kann auch JBL nicht. Aber für den Arbeitsplatz, das Home Office, die Ferienwohnung oder das Schlaf- bzw. Gästezimmer stellt das JBL OnBeat eine veritable Lösung dar. Doch die Räumlichkeit ist nicht das einzig Verblüffende: Auch die Klarheit im Hochtonbereich und das hohe Maß an tonaler Neutralität sorgen für erstaunte Gesichter bei den Testern. Auch bei Alphavilles „Sounds like a Melody“ sind Lebendigkeit und sogar die Feindynamik auf einem für ein solches System sehr beachtlichen Niveau. Auch die Pegelfestigkeit passt – wer es mit dem Pegel übertreibt, muss als erstes im Bassbereich mit Abstrichen rechnen, weil der Bass dann hörbar durchschlägt. Lange aber bleibt das OnBeat-Sounddock akustisch souverän und ist dadurch auch für Sessions mit durchaus höherer Lautstärke geeignet. Bei Lady Gagas „Bad Romance“ überzeugen Räumlichkeit und Gesamtdynamik erneut – auch die Stimmwiedergabe ist alles andere als schlecht – zudem ist die Trennung von Stimmen und Instrumenten gelungen, die Gewichtung stimmt ebenfalls: Weder vokale noch instrumentale Anteile geraten in den Hintergrund. Bei
"Like I Love You" von R.I.O konnte sich das OnBeat wiederum gut in
Szene setzen - der straffe Bass hat zwar aufgrund der Rahmenbedingungen nur
wenig Tiefgang, ist im Frequenzbereich, der noch abgebildet werden kann, aber
präzise und kommt genau auf den Punkt. Auch unterscheidet das OnBeat Sounddock
unterschiedliche musikalische Ebenen überraschend gut und vermischt keine
Ebenen miteinander, was zu einem oberflächlichen Klangeindruck führen würde.
Bei "L'attesa" von Andrea Bocelli gefallen uns die akustischen
Leistungen ebenfalls gut. Die Stimme Andreas ist selbst beim Abklingen gut
ausgeformt, die Distanz zu den instrumentalen Anteilen ist stimmig. Das Ergebnis
erscheint emotional, lebendig und nachvollziehbar - alles Eigenschaften, die man
selten bei einer derartigen Docking Station erlebt. Die Stimme weist kaum
unschöne Einfärbungen auf, die tonale Neutralität findet auch hier ihre
Fortsetzung. Bei "Wonderful Life" von Hurts wird der ruhige, sauber
gestaffelte Anfang des Titels sehr gut erfasst. Als der Sänger dann ansetzt,
sind sogar kleinere vokale Details (kurzes Luft holen, leichtes Hauchen des
Sängers) heraus zu hören. Der Rhythmus wird ohne Abstriche wiedergegeben, das
Timing passt. Als nächstes stand "I wish i had an Angel" von
Nightwish auf dem Programm - und wiederum enttäuschte das OnBeat nicht: Die
E-Gitarre kommt ungemein schwungvoll heraus, und trotzdem rutscht die Stimme der
Sängerin nicht unpassend in den Hintergrund - das ist für diese
Geräte-Kategorie hervorragend. Nur die Stimme des Sängers wirkt etwas zu
distanziert und kann nicht das volle Charisma entfalten. der Anfang von "The
Howling" von Within Temptation wird sehr gut zum Ausdruck gebracht, nur in
den hinteren Ebenen schwindet das Detaillierungsvermögen hörbar. Der
plötzliche Dynamiksprung wird impulstreu wiedergegeben. Die Stimme der
Sängerin bringt eine klar erkennbare Kontur mit, die Instrumente sind mit Verve
und Energie herausgestellt.
Konkurrenzvergleich
JBL IPod/iPhone Soundstation OnStage IV:
Preiswerter, kompakter und für die Zusammenarbeit mit iPhone und iPod
ausgelegt - das OnStage IV präsentiert sich als günstige und klanglich
auch durchaus respektable Alternative. Die Klarheit, Räumlichkeit und
Dynamik vom OnBeat kann aber nicht erwartet werden. Die Ausstattung ist auch
beim OnStage karg, es finden sich keine Klangregler.
Pioneer iPhone-/iPod-Sounddock XW-NAW1:
Mit besserer Ausstattung inklusive Komponenten-Videoausgang und Sensortasten
am Gerät verdient sich das XW-NAW1 nach wie vor eine Empfehlung, auch im
Vergleich zum OnBeat. Allerdings ist das Pioneer Sounddock nicht für die
Zusammenarbeit mit dem iPad ausgelegt. Auch die nochmals kompakteren
Abmessungen des OnBeat - ohne nennenswerte klangliche Abstriche - sprechen
für das JBL-Produkt.
Philips iBoom DLA78405: Das
schon etwas ältere Philips-Sounddock ist sehr luxuriös und bringt sogar
eine Fernbedienung mit Farbdisplay mit. Vereinzelt ist das Device noch für
rund 160 EUR im Netz zu finden. Nachteil - das iBoom eignet sich nur für
den iPod und weder für iPad noch für iPhone. Akustisch werden gute
Leistungen erbracht.
Fazit
Das JBL OnBeat präsentiert sich als ausgesprochen klangstarke Lösung, die
iPad, iPhone und iPod akustisch sehr gut zur Geltung bringt. Die tonale
Neutralität, die sehr gute Dynamik und die ausgezeichnete Räumlichkeit
beweisen, wie gut derartige Devices heute geworden sind. Auch die Verarbeitung
kann bilanzierend Pluspunkte sammeln. Weniger begeistert sind wir von der
Tatsache, dass in Verbindung mit dem iPad das Zusammenspiel mit der
Fernbedienung nicht perfekt ist. Auch gibt es nicht die Möglichkeit, zwischen
zwei Quellen hin- und herzuschalten. Sehr gut ist, dass iPhone, iPad oder iPod,
wenn sie sich im OnBeat befinden, über eine USB-Verbindung zwischen OnBeat und
PC mit iTunes synchronisiert werden können.
Klangstarkes Sounddock für iPhone/iPod/iPad mit
ausgeprägter Dynamik und Räumlichkeit
iPad/iPod/iPhone-Sounddocks Mittelklasse
Test 10. Juni 2011
+ Tonal neutral
+ Sehr gute Dynamik
+ Tolle Räumlichkeit
+ Flexibel einzusetzen für iPod/iPad/iPhone
+ Fernbedienung
+ Gute Verarbeitung