ZUSAMMENFASSUNG: Entwicklung von Flachbildschirmen, BDPs, BDP-Systemen und AV-Receivern 2011

14.12.2011 (cr)

Einführung

Alle Jahre wieder - das Ende naht. Keine Angst - nur das Ende von 2011, einem Jahr, das nichts wirklich Bahnbrechendes auf dem Gebiet der Unterhaltungselektronik mit sich brachte. Festzustellen ist aber, dass die Rolle von Multimedia/Networking immer größer wird: Video-On-Demand-Dienste und Entertainment-Netzwerke werden zunehmend wichtiger. "Smart TV" ist ein Begriff, der dicht mit dem Jahr 2011 verwoben sein dürfte. Wir schauen genau hin, was sich bei welchen Produktbereichen 2011 getan hat. 

Flachbildschirme

Toshiba 55ZL2

Hollywood in den eigenen vier Wänden - Video-Justagemöglichkeiten des Toshiba 55ZL1G

Bilanzierend kein Jahr der "großen" Revolutionen, sondern eher der kleinen Evolutionen, und auch die gab es beileibe nicht auf jedem Gebiet. Nachdem FullHD schon lange kein "Knüller" mehr ist und zur Selbstverständlichkeit mutierte, kann auch die Begrifflichkeit "3D" keine enorme Neugierde mehr hervor rufen - es sei denn, sie ist mit dem Zusatz "Glasses free", also 3D ohne Brille, versehen. Dies ist ein Thema, dass nicht nur Unterhaltungselektronik-Interessierte, sondern auch viele Menschen allgemein bewegt. Und da hat Toshiba ausgezeichnete Karten, ist man doch der aktuell einzige Hersteller, der Glasses Free 3D in annehmbarer Form beherrscht - wie gut, das zeigt in Kürze die Serienversion des 55ZL2, dessen noch Brillen-bewehrter ZL-"Genosse" im Test begeistern konnte - mit einem der besten Bilder, das wir in 2D und 3D bislang genießen durften. Wäre leichtes Bildzittern nicht - der 55ZL1G wäre "Masterpiece" geworden. Allein schon der Mut von Toshiba, ein genau den Kriterien des anspruchsvollen "Toshiba Hollywood Project" entsprechendes Flaggschiff als Imageträger zu bauen, gehört belohnt. Wo andere nur bemüht sind, den Preis bei gleichzeitig mehr eingebauten Multimedia-Features zu drücken, baut Toshiba einen Hightech-Flachbildschirm ohne Kompromisse, mit Video-Justagemöglichkeiten, die sonst nur Profis vorbehalten bleiben. Dafür gibt es von uns großen Beifall. Diesen hat ohne Zweifel auch Panasonic verdient. Bis auf leichtes Flächenflimmern und die Tatsache, dass nach wie vor bei sehr deutlichem externen Lichteinfall die Bild-Gesamthelligkeit nicht so hoch ist wie bei einem modernen LCD-Fernseher, sind gerade die 3D-Plasmas der Serien GT30 und VT30 (hier z.B. im Test: Panasonic TX-P65VT30/Panasonic TX-P50GT30E) visuell auf einem enormen Level angekommen. 

Maßstab: Panasonic VT30-Plasma-Serie mit THX-Bildprogramm

Schwarzwert, Kontrastdynamik, das angenehme, augenfreundliche Bild, die natürlichen Farben - es wird viel geboten, und das zum fairen Preis. Perfekt sind auch Panasonics Premium-Plasmas nicht, schließlich muss Panasonic auch 2012 noch nachlegen können, und Kenner der Szene wissen: Im Frühjahr ist traditionell "Plasma und LCD wechsle dich" bei Panasonic angesagt, daher kann man gespannt sein, was die Japaner 2012 für Asse aus dem Ärmel zaubern. Intressanterweise werden Video-EQs in Flachbildschirmen zunehmend besser - Experten- und Profi-Modi, bessere Bildfelder ab Werk und feinere Dosierungsmöglichkeiten sind lobend zu erwähnen. Ansonsten konnten visuell 2011 keine echten Glanzpunkte gesetzt werden - beachtlich ist allerdings, wie gut TVs sind, die mittels Polarisationsbrillen passives 3D ermöglichen. Es gibt zwar Auflösungsverluste, die sind aber nur bei geringerem Betrachtungsabstand wirklich auffällig. 

Große Überraschung:   LG 47LW579S 

Zu den herausragenden Merkmalen des   LG 47LW579S  gehört auch der Top Video-EQ mit den Experteneinstellungen nach isf-Standard

Gerade der LG 47LW579S führt eindrucksvoll vor, wie man ein sehr gutes 3D Bild, ein ausgezeichnetes 2D Bild zu einem sehr volksnahen Preis anbieten kann. Philips sorgt sogar doch für eine kleine Revolution: Nachdem - Schreck lass nach - man im April für Schlagzeilen sorgte, dass die TV-Sparte in ihrer bisherigen Weise aufgelöst und in ein Joint-Venture mit TPV überführt wird, lieferte man auch ein wirklich innovatives und am Markt einzigartiges Produkt: der  Philips Cinema 21:9 LED-LCD "Gold" 50PFL7956K verbindet 3D Polarisations-Technologie mit der Darstellung von Filmen im 2,35:1 Cinemascope-Format

Netzwerker mit Kinobild: Philips 50PFL7956K

Entertainment-Genie - Samsung UE46D8090, hier der Smart Hub

Großes Thema - auch bei Samsung: Video On Demand Services

Bei Philips Net TV gibt es eine Vielzahl an internetbasierten Dienstleistungen, die einfach zu handhaben sind

Panasonic bietet einen eigenen Viera Market an

Sony gehört zu den Pionieren, wenn es um Internet Video über den TV geht

Zudem sorgt noch ein neuartige Game Mode, in dem 2 Spieler durch Nutzung der 3D Technologie gegeneinander antreten können, für eine Ausnahmestellung - wir belohnen diesen Mut und sprechen dem schicken TV eine Empfehlung aus. Doch nicht nur die Bildgüte, auch die Vernetzungsmöglichkeiten und deren Bedienung spielten als Kaufentscheidungsgrund eine nicht zu unterschätzende Rolle. Und hier tut sich ganz besonders Samsung hervor: Der z.B. im todschicken Lifestyle-TV Samsung UE46D8090 integrierte "Smart Hub" stellt aktuell eine der besten Lösungen dar. Übersichtlich arrangiert und mit beinahe unerschöpflichen Möglichkeiten, trumpfen die Koreaner groß auf und offerieren nicht nur eine Vielzahl an werksseitig vorinstallierten Apps, sondern auch noch einen AppStore. Hinzu kommen hervorragende Streamingmöglichkeiten - Samsung hat offensichtlich erkannt, welche Streamingformate gerade im Videobereich wirklich für die Anwender wichtig sind. Auch richtig Gas gibt hier Sony mit dem auf der diesjährigen IFA vorgestellten "Sony Entertainment Network" Video - und Music On Demand-Dienste, die stets und überall auf Sony-Geräten, die angemeldet sind, zur Verfügung stehen, eine tolle Aufmachung der ganzen Network-Entertainment-Sektion und eine leichte, komfortable Bedienbarkeit - so sieht der moderne Fernseher aus. 

Design-Bekenntnis: Sony KDL-46HX925

Hinzu kommt bei Sony das geniale "Monolith" Design und eine tolle 24p-Stabilität, hier macht dem Traditionsunternehmen kaum einer etwas vor. Paradebeispiel für all dies ist der aktuelle KDL-46HX925, bei dem ein erstklassiges Bild auf multimediale Vielfalt trifft. Leider kämpfen manche Modelle von Samsung, Sony, LG oder auch Philips noch mit der gleichmäßigen Bildausleuchtung, gerade die Edge LED-LCs haben hier noch  Defizite, die auch 2011 nicht zur vollen Zufriedenheit von Testern und Käufern gelöst werden konnten. Steigerungsmöglichkeiten sind auch immer noch bei der Kontrastdynamik im Detail möglich. Und da wird gerade beim Kritisieren sind: Wir wünschen uns zukünftig wieder mehr Sorgfalt bei Auswahl der Panels und bei der Wahrung eines gleichbleibenden Standards in allen Chargen bei ein und demselben Produkt. Selten gab es soviel teils gravierende Unterschiede bei der Panel-Güte von ein und demselben Modell, während manche Besitzer über alle Maßen zufrieden waren, klagten andere über Dithering, Clouding, Bildzittern, Farbstiche und viele Pixelfehler. Das gilt für viele Anbieter - lieber nicht nochmals 20 EUR billiger anbieten oder noch mehr Features "on Top" packen, dafür bei den "Basics" mehr Qualität, und vor allem gleich bleibend hohe Qualität bieten.  

Es gibt wenige LCDs, die nahezu alles in visueller Hinsicht können, und es sind nicht einmal die neusten Geräte: Paradebeispiel für einen der besten Flachbildschirme aller Zeiten ist immer noch das 2010er Modell Cinema 21:9 Platinum 58PFL9955H - der Philips skaliert so genial, dass das geringer auflösende und hochskalierte Blu-ray-Bild auf dem 21:9 TV besser aussieht als das native, nicht skalierte Bild auf manchem anderen 16:9 TV mit ähnlichen Abmessungen. Top Multimedia-Features und eine elegante Optik helfen auch mit, den enormen Kaufpreis zu verdauen. Ganz am anderen Ende der Preisskala operiert der chinesische Anbieter Changhong - gut und günstig, aber nicht billig lautet die Devise. Dass diese Mission durchaus gelungen ist, beweist der Changhong L32F726, ein preisgünstiger TV für den Alltagsgebrauch. Apropos preisgünstig: Aus dem Kreise der "Hauptsache billig" Anbieter hat sich MEDION 2011 verabschiedet, dies zeigen fair kalkulierte und moderne Geräte wie der MEDION LCD-TV LIFE X17006 mit EDGE LED Backlight und Triple Tuner deutlich.  

MEDION LCD-TV LIFE X17006 

Da 2011 auch alles "Eco" und stromsparend sein soll, wird kaum noch ein TV ohne Stromsparmodus angeboten. Philips leistet sich mit dem Philips Econova Eco Smart 46PFL6806 sogar den Luxus eines attraktiven Öko-Aushängeschildes, dem auch eine solarbetriebene Fernbedienung nicht fehlt. Das formschöne Gerät besitzt die derzeit höchste Energieeffizienz-Klassifizierung bei Flachbildschirmen. Davon abgesehen muss man sagen, dass das Bild, welches die TVs im Stromsparmodus aufweisen, durch die höhere Gesamteffizienz des Systems bei LCDs und bei Plasmas deutlich besser geworden  ist - nur Dunkelheit mit schwacher Farbgebung ist passé, heute kann Strom gespart und gleichzeitig ein sehr gutes Bild genossen werden, wenngleich man den Bildgenuss im abgedunkelten Raum am höchsten einstufen dürfte. 

Blu-ray-Player und Heimkino-Komplettsysteme

Bildstark: Pioneer BDP-LX55

Feinste Audioeigenschaften, gediegenes Bild: Denon DBP-2012UD 

In diesen Bereichen war kein einheitlicher Trend zu beobachten. Natürlich sind Themen wie Networking, internetbasierte Themen sowie 3D auch hier im Fokus, es gibt aber Anbieter, die aus diesen Reihen ausscheren und sich besonders einer hervorragenden audiovisuellen Qualität widmen. Bei Blu-ray-Playern wären hier insbesondere Denon, Pioneer, Philips und Oppo zu nennen (Previews: Denon DBP-2012UD, Pioneer BDP-LX55, Tests: Philips BDP9600/Oppo BD-95EU), die nicht nur hinsichtlich der visuellen, sondern auch hinsichtlich der klanglichen Leistungsfähigkeit hohe Maßstäbe anlegen. Manche der BD-Player haben als "Leitung" der Stromversorgung sogar einen Ringkerntrafo (z.B. der Philips BDP9600). 

Philips BDP9600

Ein sehr gutes Bild, selbst beim Upscaling von 576i auf 1080p, realisieren selbst preiswerte BD-Player mittlerweile.  Dies beweisen z.B. der Samsung BD-D6900 mit DVB-C/T-Tuner und 3D-Funktionen und vor allem schon der unter 300 EUR erhältliche Panasonic DMP-BDT111, ein 3D Blu-ray Player mit 2D-3D Wandlung in flacher Bauweise. Der "größere Bruder" Panasonic DMP-BDT310 verfügt sogar über 2 HDMI-Ausgänge, so dass auch ältere AV-Receiver ohne HDMI 1.4 und somit ohne 3D-Fähigkeiten in der Kette bleiben können. Insgesamt ist das Angebot an BDP-Playern in der Preisliga zwischen knapp 100 und rund 200 EUR am größten. Die meisten BDPs sind mittlerweile schnell geworden, hier ist aber bei aktivierter Schnellstart-Funktion Vorsicht geboten, denn diese kostet Strom. Nicht wenige Player haben mittlerweile keinen störenden Lüfter mehr, und Modelle mit Lüfter sind leiser geworden. Das kann man noch lange nicht von allen Laufwerken behaupten, die sich gerade während des Einlesevorgangs manchmal relativ lautstark äußern. Die Fehlerkorrektur gerade bei DVDs und CDs ist oft nicht sonderlich gut, man merkt, wie billig die Laufwerke produziert werden. Wenigstens ist oft ein recht guter Layerwechsel im DVD-Betrieb zu  beobachten. Zudem wird es immer mehr Brauch, dass selbst preiswerte BDPs Video-EQs mitbringen - allerdings ist, wie unser Special: Bildeinstellung innerhalb der AV-Kette zeigt, der Nutzen fraglich, hier sollte man oft besser den Video-EQ im Flat TV verwenden. 

Flexibel und leistungsstark - für kleines Geld: Samsung BD-D6900, als BD-D6900S auch mit DVB-S-Tuner lieferbar

Multitalent: Panasonic DMR-BST700EG

Teure Modelle sind rar, es sei denn, es handelt sich um BD-Recorder wie den Panasonic DMR-BST700EG - hier kann auf HDD aufgenommen und/oder auf BD gebrannt werden, das können andere Geräte nicht, das sind dann Kombinationen aus BD-Recorder und HDD-Aufnahmegerät. Der eben erwähnte Panasonic Recorder zeigt sich durch hohe Bildgüte, tollen SAT Twin-Tuner und exzellente Flexibilität aus. Insgesamt aber hält der BDP-Markt nur noch wenig "Schmankerl" für Audioliebhaber und für Freude nobler Verarbeitung bereit - die Zeiten eines Pioneer BDP-LX91 oder eines Denon DVD-A1UD sind offensichtlich vorbei, was auch irgendwie sehr schade ist, da es sich nicht nur um erstklassige Blu-ray-Player, sondern auch um echte Charakterdarsteller in der AV-Kette gehandelt hat. Wir sind uns sicher, beide hier genannten Player - und auch der "Dritte im Bunde", der Sony BD-S5000ES, werden einmal gesuchte Sammlerstücke, da hilft dem für sein Geld bildstarken, aktuellen Sony BDP-S780, einem 3D Blu-ray Disc-Player mit integriertem WiFi und 2D-3D Wandlung, auch seine ganze Feature-Liste nicht weiter. Der "Ahne" ist einfach das faszinierendere Gerät, mit mehr Charisma und einer Verarbeitung der Extraklasse. Hier Dacia Logan, dort Bentley Continental, möchte man sagen, oder, einfacher ausgedrückt: Größer könnten die Differenzen nicht ausfallen. 

Modern und schick, aber nichts gemein mit älteren High End-Modellen: Sony BDP-S780

Und der Sony steht hier stellvertretend für einen Großteil der modernen BDPs, die allesamt auf den ersten Blick nett gemacht sind, sich auf den zweiten Blick aber als Plastikwunder entpuppen. Sie streamen viel  - besonders Samsung hat hier bei der Anzahl der Video-Streamingformate große Fortschritte gemacht, aber auch Philips, Panasonic, Sony und LG - und bieten eine Vielzahl internetbasierter Dienste an, oftmals sind auch WLAN-Module integriert - aber das reicht nicht, um sie für den audiovisuellen Liebhaber wirklich interessant zu machen. Pioneer und Denon bieten rudimentär auch Internet-Dienste und Streaming an, kommen aber bei weitem nicht an die ungemeine Funktionsvielfalt, die die Player der größten Anbieter offerieren, heran. Das hier Gesagte gilt auch für Heimkino-Komplettanlagen wie die Samsung HT-D6759W, eine 3D Blu-ray Heimkinosystem mit 2D-3D Wandlung. Schließlich sind der Samsung-eigene Smart Hub und der eingebaute Blu-ray-Player wichtige Bestandteile. Die akustische Leistung geht in Ordnung - für normale Ansprüche reicht sie aus, nach wie vor aber lassen sich mit vielen Komplettanlagen keine großen Sprünge machen. Eine Ausnahme von dieser Regel stellen Teufels "Impaq" genannte Blu-ray-Komplettsysteme dar. Insbesondere das elegante Teufel Impaq 3100 ist aus akustischer Sicht die aktuelle Messlatte bei den 5.1 Blu-ray Komplettsystemen. Teufel beschränkt sich auf eine sehr gute Klangwiedergabe und ein tadelloses 2D-Bild - weder 3D noch jede Menge Netzwerk- und Internetfunktionen sind integriert. Dafür sind die Impaq-Systeme aber die einzigen, die anspruchsvollere Klangliebhaber zufrieden stellen dürften. 

Teufel Impaq 3100 

AV-Receiver

Siegertyp: Pioneer AV-Receiver VSX-921

Akustischer Musterschüler: Denon AVR-2312

Für AV-Receiver-Käufer war 2011 ein gutes Jahr - und kaum ein AVR symbolisiert dies so deutlich wie der Pioneer AV-Receiver VSX-921, ein akustischer und multimedialer Spitzenreiter für 499 EUR (UVP). Mit umfangreicher Ausstattung, hervorragendem Einmesssystem, guten Videoeigenschaften, sehr gutem Klang und tadelloser multimedialer Performance wird uns dieses ausgewogene und in jeder Hinsicht gelungene Gerät im Gedächtnis bleiben. Doch auch in höheren Preisklasse geht die Formel besserer Sound + umfangreiche Ausstattung fürs Geld nahtlos auf. Was für unter 1000 EUR gerade akustisch möglich ist, beweist kaum ein AVR besser als der Denon AVR-2312. Klar, harmonisch, kraftvoll, dynamisch und detailreich, bringt der Denon das Flair der 1200 EUR Liga preislich deutlich weiter nach unten. Hervorragend - dass die Videosektion nicht auch noch Maßstäbe setzt, verzeiht man da gerne. 

DSP-Ass: RX-A3010 aus dem Hause Yamaha

Der Champion: Onkyo TX-NR5009

Dies sieht beim Yamaha Aventage AV-Receiver RX-A3010, Yamahas Hightech-Waffe für 2000 EUR, dann ganz anders aus. Mit toller Videosektion, exzellentem Einmesssystem, neutraler Abstimmung in Grundeinstellung, wirkungsvoll optimierenden DSPs und schicker Optik bedient der AV-Receiver mit neun Endstufen gezielt und gekonnt die anspruchsvolle Kundschaft. Und wem Dynamik, Harmonie, Verarbeitung, Video-Performance und Pegelfestigkeit über alles gehen, greift zum Fixstern am AV-Receiver-Himmel: Der 9.2 THX Ultra 2 Plus AV-Receiver Onkyo TX-NR5009 lässt seinen direkten Vorgänger Onkyo TX-NR5008 verblüffend alt aussehen. Und was lehrt uns das AV-Receiver-Jahr 2011 noch? Immer wichtiger werden auch hier Streaming und Internet Radio-Angebote. Dies haben alle namhaften Hersteller verstanden, und oft stehen mit vTuner, last.fm, Aupeo! und Napster gleich mehrere Plattformen bereit. Wenn spotify auch noch in Deutschland durchstartet, kommt ein weiteres interessantes Angebot hinzu. Beim Streaming beschränken sich die AVR-Anbieter immer noch auf Audioformate. Hier sind zwar mittlerweile alle wesentlichen Dateitypen mit dabei, dies tröstet aber nicht darüber hinweg, dass außer Sony-AVRs wie dem schon älteren Sony AV-Receiver STR-DA3600ES, einem Mehrkanal- und Multimediaexperte mit Ethernet-Hub, keiner das Streaming von Videodateien beherrscht. Und der Sony kann es zwar theoretisch, aber die Formatvielfalt lässt stark zu wünschen übrig. Hier sollte nachgebessert werden, ebenso sollte ein WLAN-Dongle zumindest in der gehobenen Preisklasse zum Serienumfang gehören und nicht nur optional angeboten werden. Verbesserungen gibt es bei den Einmesssystemen, aber keine Veränderungen in unserer redaktionsinternen Rangliste: Nach wie vor hat Pioneers MCACC den ersten Platz im Abo, mittlerweile dichter gefolgt von Yamahas YPAO und der versammelten Audyssey-Konkurrenz. Das grobe Beschneiden von Lautsprecher-Frequenzgängen, die massiven Dynamikeinbußen und ein muffiger, fader Klang - die Zeiten sind bei Einmess-/Room EQ-Systemen Gott sei dank vorbei. Auch vorbei ist offensichtlich die große Zeit der AV-Boliden, die sich meist in preisklassen ab 5000 EUR aufwärts "getümmelt" haben: Ein Pioneer AV-Verstärker Susano SC-LX90 oder ein Denon AVC-A1HDA mit Denon Link 4th sind vermutlich die letzten Vertreter einer aussterbenden Spezies - dieses Feld wird zukünftig Kleinserienherstellern überlassen, die auch mit besonders edlen Vor-/Endstufenkombinationen aufwarten können. Aufgrund der rasant voran schreitenden Entwicklung wird die kosten- und zeitintensive Entwicklung von Flaggschiffen als Imageträger immer unrentabler. 

Dafür setzt sich  2011 ein Trend auch bei den AV-Receivern - ebenso wie bei Flat TVs und BDPs - weiter fort: Es ist die Steuerung der Komponenten mittels Apps, die mittlerweile verstärkt auch für Android-basierte Endgeräte und nicht nur für Apple iOS-Devices offeriert werden. Zur meist attraktiven Grafik kommen umfangreiche und in den meisten Fällen übersichtliche Steuerungsmöglichkeiten. 

Besonders talentiert ist die Yamaha AV Controller 2.0 App mit Yamaha MusicPlay - Audio-Streaming z.B. vom Smartphone zum AVR geht problemlos

Text: Carsten Rampacher
Datum: 14.12.2011

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