TEST: Teufel 5.1 Säulen-Lautsprechersystem Columa 100 "L" - Akustische Stärke + optische Eleganz zum Mini-Preis 

24.03.2011 (cr)

Einführung

Das Teufel Columa 100 wird gerade nochmals vergünstigt angeboten - anstatt 449 EUR werden 404,10 EUR für das Set L mit vier identischen Säulenlautsprechern für vorn und hinten, kompaktem Center und 100 Watt-Aktivsubwoofer aufgerufen. Die Säulen sind nur 8,6 cm tief, was eine noble und zeitgemäße Optik fördert. Das Set passt somit hervorragend zu Flachbildschirmen. Teufel empfiehlt das Ensemble für Hörraume bis 25 Quadratmeter. Einziger Nachteil – die eleganten Schallwandler sind nur in schwarzer Version verfügbar, weitere Farbvarianten, z.B. das auch im Trend liegende Weiß, fehlen. 

Video - Überblick 

 

Verarbeitung und Technik

Für die günstige Preisklasse tadellose Schraub-Anschlussterminals

Beim Center gilt wie bei den übrigen Komponenten: Gute Oberflächenqualität, ansprechende Lautsprechergitter. 

Der Center arbeitet nach dem geschlossenen Prinzip und ist, wie auch die anderen, ebenfalls nach dem geschlossenen Prinzip arbeitentenden LS für Impedanzen von 4 - 8 Ohm ausgelegt

Der Center ist mit 60 Watt dauerhaft und mit 100 Watt kurzzeitig belastbar. Als Mindestverstärkerleistung nennt Teufel 20 Watt. Die Mitteltöner haben 70 mm Durchmesser, der Hochtöner 19 mm

Geringe Bautiefe (nur 10,3 cm), 1,5 kg Gewicht, 35 cm Breite und 17,10 cm Höhe. Der in wie die anderen Komponenten in schwarz-hochglänzendem Lack gehaltene Center ist magnetisch geschirmt

Der Center CL 100 C von hinten. Das Gehäuse bei den Komponenten des Columa 100 besteht aus PVC

Center von hinten im Detail

Hier kann man nochmals einen Blick auf die gut eingepassten Lautsprecherschutzgitter  werfen

Auch an den Säulen gibt es tadellose LS-Kabel-Anschlussterminals. Die CL 100 FR-Säulen sind maximal bis 100 Watt kurzzeitig belastbar und mit 60 Watt dauerhaft belastbar. 

Säule von oben im Detail. Der Hochtöner misst 19 mm, die Mitteltöner 70 mm im Durchmesser. Der Frequenzbereich geht von 120 bis 20.000 Hz. Die Säulen sind für Impedanzen zwischen 4 und 8 Ohm ausgelegt.

Der Standfuß unter den Säulen sorgt für soliden Halt

Basschassis mit solidem Gitter. Der aktive Subwoofer besitzt ein Netto-Innenvolumen von 24 Litern und bringt 100 Watt Sinusleistung mit

Recht schmal gehaltene Einstellmöglichkeiten auf der Rückseite

Innenleben im Detail - Platine mit der Verstärkereinheit

Verstärkereinheit in der Übersicht

Schlichte, aber problemlos arbeitende Technik

Das 20 cm Basschassis im Detail. Der recht massive Magnet ist mit für das Gewicht von 12,8 kg des gesamten US 5108/1 SW verantwortlich

Subwoofer - Bassreflexrohr von Innen

Der US 5108/1SW ist 36,5 cm tief, 24 cm breit und 42 cm hoch. Die maximale Leistungsaufnahme liegt bei 285 Watt

Insgesamt kann man mit dem, was Teufel zu einem günstigen Preis offeriert, sehr zufrieden sein. Natürlich darf man weder opulente Verarbeitung noch überragende Materialqualität erwarten, das ist in diesen finanziellen Regionen nicht drin. Aber die PVC-Gehäuse mit hochglänzender Oberfläche weisen eine angenehme Haptik und eine schicke Optik auf. Positiv hinzu kommen die ordentlichen Lautsprecher-Schutzgitter, die prima eingepasst sind. Die Standfüße geben den Säulen sehr guten Stand, auch, wenn man leicht dranstößt, kippen sie nicht sofort um. Der aktive Subwoofer ist ebenfalls prima verarbeitet, das Innenleben belegt zwar, dass schon - verständlicherweise - der Rotstift angesetzt wurde, um den günstigen Kaufpreis zu realisieren, richtige Mängel bezüglich der Verarbeitung finden sich aber nicht. Gesamtnote: Ausgezeichnet .

Testequipment
Klang

Mehrkanal

Bei der BD „Elements of Live – Copenhagen“ von DJ Tiesto (DTS-HD Master Audio) setzt sich das formschöne System sehr gut in Szene. Der Kickbass bei „Traffic“ (Blu-ray 2) wird ausgezeichnet übertragen – es fehlt weder an Härte noch an Klarheit. Das Publikum mit allen Beifallsbekundungen wird auf den Rears tadellos eingearbeitet. Der Hochtonbereich ist zwar nicht übertrieben brillant, aber stets recht lebendig. Erst bei sehr hohem Pegel wird er etwas schneidend, davor bleibt er angenehm. Den Effektaufbau mit kleineren dynamischen Differenzen präsentiert das Columa 100 nachvollziehbar. Allerdings merkt man an einer Tatsache, dass es ein recht preiswertes System ist: Wenn Kickbass und Effekte zeitgleich „einschlagen“, rückt das johlende Publikum etwas zu weit aus dem Fokus. Bei „back in Your Head“ brilliert erneut der relativ kleine aktive Subwoofer, er kompensiert Tiefgang durch Klarheit und Volumen – und das gekonnt. Weniger versierte Anwender werden daher die aus den Gehäuseabmessungen resultierenden Defizite bei der Darstellung sehr tiefer Frequenzanteile gar nicht bemerken. Die Vocals werden schlüssig und stimmig eingearbeitet, zu loben ist die sehr gute Front-/Surround-Balance. 

Bei der Andrea Bocelli BD „Vivere – Live in Tuscany“ (PCM 5.1) stellt das Columa 100 die Stimme Andreas zu Beginn sehr klar heraus. Auch die Hintergrundgeräusche kommen prima heraus, insbesondere die läutende Kirchenglocke. Als dann mit einem deutlichen Dynamiksprung das Konzert einsetzt, entwickelt der aktive Subwoofer viel Kraft und die vier Standsäulen sowie der Center viel Talent, ein raumfüllendes und überraschend vielschichtiges Klangbild bereit zu stellen. Wir dünnen, unpräzisen und mittenlastig-blechernen Sound erwartet, sieht sich auf das Angenehmste enttäuscht. Auch die faszinierende Stimme des italienischen blinden Sängers wird gut zum Ausdruck gebracht. Verständlicherweise fehlt es an der Ausprägung vokaler Details, das kann man von einem 5.1 System, das komplett weniger kostet als ein Center eines Mittelklasse-Surroundsets, auch wahrhaftig nicht erwarten. Die Pegelfestigkeit ist sehr gut, nur, wer es mit dem Pegel übertreibt, muss Dynamikeinbrüche und eine etwas schneidende Akustik im Hochtonbereich hinnehmen.

Der Bassreflexport beim aktiven Subwoofer verursacht kaum Strömungsgeräusche

Bei „Avatar“ (BD, englische Tonspur, DTS-HD Master Audio) kann das Columa 100 ebenfalls Begeisterung wecken: Schon der Beginn mit Music Score und der Stimme von Jake Sully kommt intensiv und authentisch zum Zuhörer. Erstaunlich, wie viele kleinere Facetten akustisch herauskommen. Der zu beschallende Hörraum sollte im Idealfall zwischen rund 15 und knapp 30 Quadratmeter messen, in diesen Dimensionen fühlen sich die Klangsäulen wohl. Dadurch, dass hinten und vorn die identischen Säulen in identischer Höhe zum Einsatz kommen, offeriert das Columa 100 eine sehr stimmige, sich gleichmäßig ausbreitende Klangverteilung. Die Übergänge zwischen Fronts und Rears erscheinen flüssig und nahezu nahtlos. Der kleine Center fügt sich stimmig in die Frontklangkulisse ein. Der Subwoofer ebenfalls – er stellt ein massives Fundament zur Verfügung, das beispielsweise in der Sequenz, als der gigantische Muldenkipper vor Jake vorbeifährt, sehr dynamisch und nachdrücklich erscheint. Die dialogbetonten Szenen nach dem Eintreffen Sullys auf dem Stützpunkt auf Pandora beweisen, dass der Center eine prima Stimmwiedergabe bereit stellt, normal anspruchsvolle Anwender werden sehr zufrieden sein. Auch Umgebungsgeräusche gibt der Center prima wieder (Hintergrundgeräusche im Kontrollraum, Gespräche, Warnlaute der Anlagen etc.). Im 7. Kapitel donnert der Helikopter durch die Flora des Planeten. Die Fluggeräusche und auch der Music Score kommen dynamisch und druckvoll zur Geltung. Die Jubellaute der Avatare während des Flugs sind sehr gut im gesamten tonalen Gefüge integriert. Die Landung punktet aus klanglicher Sicht ebenfalls – das Herunterfahren des Rotors erscheint sehr authentisch, ebenso die Geräusche von der Fauna des Dschungels. Aufgrund des nur durchschnittlichen Wirkungsgrades sollte der Anwender auf einen AV-Receiver der Mittelklasse zurückgreifen und die sehr preiswerten Einsteigermodelle links liegen lassen. 

Bei „Iron Man“ (englisch, DTS-HD Master Audio) sind die Geräusche beim Anlegen des Iron Man Spezialanzuges erstaunlich klar zu hören – selbst bei hohem Pegel. Der aktive Subwoofer bietet erneut einen enorm wuchtigen Antritt – top, was Teufel hier für kleines Geld liefert. Subtile Hintergrundgeräusche werden ordentlich erfasst, feindynamische Meisterleistungen kann man natürlich in dieser Preisklasse nicht erwarten. Das leise Schwingen der Metallketten aber kommt sehr gut heraus. Als Starks Assistentin Pepper vor Obadiah Stane im Riesen-Kampfanzug flüchtet, wird diese nervenaufreibende Jagd sehr effektgewaltige übertragen. Der Kampf der ehemaligen Partner, unter anderem ausgetragen auf einer rege befahrenen Straße, lässt das Wohnzimmer erbeben – Popcorn-Kino in Topform. Die räumliche Ausbreitung ist wiederum sehr dicht, der Abstrahlwinkel der schmalen Säulen ist überraschend breit, was die Intensität des Hörerlebnisses steigert. Insgesamt präsentiert sich das Columa 100 auch hier als vollwertiges, kraftvoll und klar aufspielendes Heimkinosystem – alle, die viel Kino-Atmosphäre für wenig Geld haben möchten, liegen hier absolut richtig. 

Stereo

Die Säulen klingen auch im Stereobetrieb prima

Aufpassen muss man mit Stücken, die im Hochtonbereich etwas dominant abgemischt sind – sie klingen dann recht aggressiv und der Hochtonbereich rückt zu stark in den Vordergrund. Beherzigt man dies, muss man, wenn der Datenträger etwas unausgewogen aufgenommen ist, im AVR die Höhen etwas zurücknehmen. Fernab dieser Problematik bietet das Columa 100 auch im 2.1 Betrieb eine prima Leistung. Dynamik und Räumlichkeit sind sehr gut, der aktive Subwoofer liefert ein kraftvolles Fundament und integriert sich gut zwischen die beiden Frontsäulen ein. Die Detaillierung ist voll befriedigend, die virtuelle Bühne wird recht realistisch dargestellt.  Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Konkurrenzvergleich

  • 5.1 Sub-/Sat-System Magnat Interior 5001A: Wer noch weniger Platz hat bezüglich der räumlichen Integration eines 5.1 Sets, wird mit Magnats gleichermaßen preiswerter wie klangstarker Interpretation eines 5.1 Ensembles mit kleinen Satelliten sehr zufrieden sein.
  • Teufel 5.1-Design-System Motiv 3: Design-Liebhaber mit Platzproblemen, die Wert auf eine hochwertige Optik legen, sind mit dieser "teuflischen Alternative" gut bedient. 
  • Klipsch 5.1 Sub-/Sat-System HD Theater 500: Dynamik, kompakt verpackt - dies und die tolle Pegelfestigkeit sind beim Klipsch Set besonders erwähnenswert. 
Fazit

Das Teufel Columa 100 sieht schick aus, klingt überraschend erwachsen und kostet wenig Geld. Ein wahres „Volks-Surroundsystem“ also, das durch die tonal recht neutrale Auslegung zu vielen AV-Receivern passt. Die sehr gute Grobdynamik, die prima Feindynamik und der sehr nachdrücklich und pegelfest aufspielende aktive Subwoofer sind im Falle des Columa 100 die Garanten für den großen Erfolg dieses formschönen Ensembles. Schwächen sucht man vergeblich – der Wirkungsgrad ist aber nur durchschnittlich, daher sollte man keinen zu schwächlichen AV-Receiver als Kooperationspartner einsetzen. 

Preiswertes und klangstarkes 5.1-Säulensystem mit eleganter Optik

Lautsprechersets 5.1 Einsteigerklasse
Test 24. März 2011

+ Sehr gute Räumlichkeit
+ Dynamik
+ Pegelfest
+ Elegante Optik
+ Sehr preiswert

- Nur eine Farbversion lieferbar
- Nur durchschnittlicher Wirkungsgrad

Produktseite: www.teufel.de/heimkino-lautsprecher/columa-100.html

Test: Carsten Rampacher
Datum: 24.03.2011

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