Test: Harman/Kardon AVR-8500

 

1. Overview

Wer alles von einem AV-Receiver oder -Verstärker erwartet, also jede Menge Kraft, gepaart mit Kultiviertheit, exklusiver Ausstattung, umfangreicher Anschlussbestückung und einer komfortablen Bedienung, muss auch bereit sein, ein gewisses, nicht zu knapp bemessenes Investitionsvolumen bereit zu stellen - im Falle des Harman Kardon AVR-8500 sind es 2999 EUR, die laut Listenpreis den Besitzer wechseln. Nicht wenig Geld, aber schon die erste "Kontaktaufnahme" mit dem Topliner aus dem Hause HK hilft, den immensen Kaufpreis zu verstehen: So gibt es einen 24, 1 Kilogramm schweren, mit sehr edler Technik "gefüllten" AV-Receiver-Brocken, der sich optisch perfekt in das HK Receiver-Line-Up einfügt, will heißen: Auch beim Topmodell keine stilistischen Experimente, das gewohnt progressive, polarisierende Design setzt sich auch beim AVR-8500 bis in die programmierbare Fernbedienung fort. Die Verarbeitung ist sehr gut, wenngleich hier mancher Konkurrent noch etwas edler wirkt. Ausgestattet ist der AVR-8500 mit einem THX Ultra-Zertifikat, die neuere THX Ultra II Norm wird noch nicht erfüllt. Eingebaut sind fünf Endstufen, jede von ihnen 110 Watt stark (Im Fünfkanal-Surround-Modus (Sinus (FTC), 20 Hz bis 20 kHz, Klirr < 0,07 %, an 8 Ohm) - normalerweise sind in diesen Preisregionen fünf oder sechs Endstufen Gang und Gäbe. Wer aber nun denkt, Harman Kardon wäre auf dem Spartrip gewesen, liegt falsch: Das Geräteinnere wird von den fünf extrem hochwertig aufgebauten Endstufeneinheiten und dem schon fast monströsen Trafo bis in den letzten Winkel ausgefüllt. Der HK AVR-8500 decodiert selbstverständlich DTS ES Discrete/Matrix 6.1 sowie THX Surround EX - nur muss, möchte man ein 6.1- oder 7.1-System aufbauen, eine zusätzliche Endstufe angeschlossen werden, was angesichts des kompletten Angebots an Pre-Outs kein Problem darstellt. Harman Kardon führt selber zwei geeignete Offerten im Sortiment: Die Vierkanal-Endstufe PA-2000 mit 4 x 45 Watt (Sinus (FTC), 20 Hz bis 20 kHz, Klirr < 0,07 %, an 8 Ohm) für 499 EUR und die Achtkanal-Endstufe PA-4000 mit 8 x 45 Watt (Sinus (FTC), 20 Hz bis 20 kHz, Klirr < 0,07 %, an 8 Ohm) für 1199 EUR. Die PA-4000 wird von uns demnächst auch noch ausführlich getestet. Zurück jedoch zum HK AVR-8500, der mit hochwertigen Baugruppen auch für das DSP-Processing aufwarten kann: Nur wenig Raum nehmen sich im Vergleich zu Endstufen und Trafo die zwei Crystal DSP Prozessoren ein, von denen einer für das THX Post Processing zuständig ist.

Wer sich wundert, dass unser Test des HK AVR-8500 im Vergleich zu unseren bisherigen Tests anders aufgebaut ist, dem geben wir gleich zu Beginn eine Erklärung: Aufgrund der zahlreichen Features und der superben Leistungen, die HKs Topmodell in unseren umfangreichen Testreihen erbrachte, hielten wir es für sinnvoll, Ausstattung und akustische Eigenschaften in übersichtlicherer und zugleich ausführlicherer Form darzulegen, damit sich der potentielle Kaufinteressent ein exaktes Bild von den Eigenschaften des HK AVR-8500 machen kann. Damit z.B. das THX Ultra Postprocessing auch verstanden und richtig interpretiert wird, möchten wir zunächst, damit die nötigen Grundlagen vorhanden sind, dieses in einem kurzen Exkurs erläutern.

1.1 Exkurs: Was geschieht beim THX Post Processing?

Re-Equalization

Wird ein Filmsoundtrack auf der Heimkinoanlage wiedergegeben, kann der Gesamteindruck von einem zu grellen, unnatürlichen Klangbild negativ beeinflusst werden, da die Soundtracks für die Wiedergabe in großen Kinosälen mit ganz anderen Klangvoraussetzungen konzipiert sind. Das THX Re-Equalizing soll von daher die Adaption vom großen Kinosaal ins kleinere Heimkino vornehmen, damit der Klang auch dort mit einer natürlichen Kulisse aufwarten kann

Timbre Matching

Je nachdem, aus welcher Richtung das menschliche Ohr Klänge wahrnimmt, ändert es seine Klangwahrnehmung. Im Kino sind von daher viele Lautsprecher um die Zuschauer herum montiert, um ein möglichst reales Klangbild ohne Klanglöcher zu realisieren. Im Heimkino finden nur zwei Surroundlautsprecher bei herkömmlichen DD- oder DTS-5.1 beziehungsweise 4 Surroundlautsprecher bei THX EX Verwendung. Timbre Matching filtert die zu den Surroundlautsprechern transportierte Klanginformation, um so eine optimale Anpassung des Toncharakters von den Front- und den Surroundlautsprechern zu erreichen, was zu einem natürlichen und harmonischen Klangbild beitragen soll.

Adaptive Decorrelation 

Oftmals ist zu beobachten, dass das Klangbild aus den Surroundlautsprechern zu dünn, wenig plastisch und dadurch unharmonisch wirkt. Dieser Effekt verstärkt sich noch, wenn sich der Zuhörer von der exakt mittleren Sitzposition entfernt. Diesen Negativmerkmalen soll die "Adaptive Decorrelation" entgegen wirken: Die Zeitdauer des einen Surroundkanals und das Phasenverhältnis bezüglich des anderen Surroundkanals wird verändert. Damit wird zweierlei erreicht: Zum ersten ein ausgewogenes Klangbild auch abseits der genau mittig angeordneten Hörposition, zum zweiten ein voluminöserer Eindruck des Klanganteils aus den Surroundlautsprechern.

Bass Peak Manager 

Der lauteste Teil eines Film-Soundtracks ist der Bass, der vom an den LFE-Kanal angeschlossenen Subwoofer ausgeht. Wird ein Dolby Digital-Soundtrack abgespielt, so kann es vorkommen, dass der Subwoofer Bassanteile übertragen muss, die seine Leistungsfähigkeit übersteigen. Folge sind unangenehme Klangbeeinflussungen wie Durchschlagen des Subwoofers oder Verzerrungen. Um dem entgegen zu wirken, gehört zur THX-Nachbearbeitung auch der Bass Peak Manager, der den Bass ab einem bestimmten Peak „beschneidet“. Der Peak sollte so eingestellt sein, dass er dem Leistungsprofil des verwendeten Subwoofers entspricht. Folge: Durch die Eingrenzung des Bassbereichs bleibt ein sauberes Klangbild gewahrt.

Loudspeaker Position Time Synchronisation

Im Idealfall hat der Center eines 5.1-Lautsprechersystems zu jedem anderen Lautsprecher einen identischen Abstand. In der Praxis jedoch sieht dies oftmals anders aus: Da sind dann zum Beispiel die Surroundlautsprecher wesentlich weiter vom Center-Speaker entfernt als die beiden Hauptboxen vorne. Die hier beschriebene Funktion erlaubt es, dieses Manko auszugleichen: Jede Lautsprecherposition kann digital bezüglich der Verzögerungszeit eingestellt werden, damit der Klang ohne störende Verzögerungen und mit der richtigen räumlichen Tiefe beim Zuhörer ankommt.

2. Die Decodiermöglichkeiten des AVR-8500

2.1 THX, Dolby Digital und DTS

Der Harman Kardon AVR-8500 verfügt neben der inzwischen selbstverständlichen Decodierung von DTS 5.1 und Dolby Digital 5.1 über vielfältige Decodiermöglichkeiten, die hier ausführlich beschrieben werden sollen.

Dolby Digital 5.1 EX

Das Rezept bei Dolby Digital 5.1 EX ist: Man nehme von früher her bekanntes und verknüpfe es mit 5.1-Mehrkanaltechnik: Man entschloss sich für ein simples und abwärtskompatibles Verfahren, welches in ähnlicher Art und Weise bereits bei Dolby Surround für die Generierung des Centers aus einem Stereosignal angewendet wurde: Das dem Rear Center zugedachte Signal wird durch eine Matrix geschliffen und auf die beiden Surround-Lautsprecher gleichmäßig verteilt. Ein Zusatzdecoder extrahiert dann aus dem gematrixten Signal für die Surroundspeaker wieder die Signale für die Links/Rechts-Surroundlautsprecher und für den Back Surround Speaker. 

THX Surround 7.1 EX

Ursprünglich entstand THX Surround EX durch die Zusammenarbeit zwischen THX und Dolby. Der Unterschied zwischen Dolby Digital EX und THX EX: Bei der THX-Spielart kommen zusätzlich zu den zwei Surround-Lautsprechern hinten links und rechts anstatt einem zwei Back-Surround-Lautsprecher zum Einsatz, die in der Mitte des Hörraums mit geringem Abstand voneinander und räumlich hinter den Dipolen für die Surroundkanäle angebracht werden. Verwendet werden sollten bei der THX-Spezifikation auch im Rear Surround-Bereich Dipole. Wenn Direktstrahler aus Raumgründen Verwendung finden, so ist darauf zu achten, dass sie aus der selben Lautsprecherfamilie stammen wie die Frontlautsprecher und der Center-Lautsprecher. Aus beiden Rear Surround-Lautsprechern kommt übrigens das selbe Signal, also es gibt nur einen zusätzlichen Kanal, welcher über beide Lautsprecher wiedergegeben wird (Das Prinzip ist bekannt - wie schon früher bei Dolby Pro Logic, wo es für die Surroundlautsprecher auch nur einen Kanal gab, welcher monoaural von beiden Surroundlautsprechern wiedergegeben wurde). Sinn dieses Systems ist es, die klanglichen Veränderungen, die bei lediglich einem Rear Surround Speaker durch eine leicht veränderte Sitzposition oder durch Bewegungen des Zuhörers Disharmonien beim Empfinden der Räumlichkeit der von hinten kommenden Geräusche verursachen können, durch einen zusätzlichen Rear Surround Speaker zu kompensieren. Ebenfalls hat der Einsatz eines zweiten Lautsprechers psychoakustische Gründe: Mittels zweier Back Surround Lautsprecher lokalisiert der Zuhörer im Kopf die Geräusche klarer als von hinten kommend, als dies bei einem Lautsprecher der Fall ist.

DTS ES Discrete/Matrix 6.1

Im Gegensatz zu Dolby Digital, wo es ausschließlich eine matrixbasierte Version des 6.1-Surrounds gibt, geht die Konkurrenz von DTS einen Schritt weiter: Bei DTS ES Discrete 6.1 sorgt, wie der Name schon sagt, nicht eine Matrix für die Zuweisung des Signals für den Rear Surround Center, sondern ein weiterer diskreter Kanal. Somit wird das Klangbild im Surroundbereich noch realer, denn neue Effektkombinationen, die nur mit Hilfe einer Matrix nicht darstellbar sind, können nun erstellt werden: Kombinierte Effekte können so zum Beispiel aus dem linken Surroundlautsprecher und dem Back Surround-Lautsprecher kommen, während der rechte Surroundlautsprecher schweigt. Ebenfalls ist die Dynamik des diskreten Kanals weitaus höher als die des Back Surround-Matrixkanals, da der zusätzlich Kanal das volle Frequenzspektrum von 20 Hz bis 20 kHz abdeckt. 

DTS ES Matrix 6.1

DTS ES Matrix 6.1 greift im Surroundbereich auf das DTS Neo:6-System zurück. DTS Neo:6 soll normalerweise dazu dienen, herkömmliche Zweikanal- oder Surroundsignale mittels eines präzisen Decoders auf 6.1 Kanäle aufzupolieren. Eine genaue Eingangssignal-Kennung und die Matrix in Kombination erlauben für alle 6.1-Kanäle eine Reproduktion des gesamten, von 20 Hz bis über 20 kHz reichenden Frequenzspektrums. Auch soll eine sehr gute Kanaltrennung möglich sein, DTS spricht vom selben Pegel wie dem beim digitalen diskreten System. Neo:6 findet sozusagen in einer "abgespeckten" Version für den Surroundbereich Verwendung.

Unsere Höreindrücke (Dolby Digital/DTS/THX, Konfigurationen 5.1/7.1) 

Im Film- und im Musikbetrieb begeisterte der AVR-8500 vor allem mit folgenden Merkmalen:

  • Dauerbelastbarkeit und Pegelfestigkeit auf Referenzniveau. Hier erreicht der HK AVR-8500 die besten Werte aller bislang von uns getesteten AV-Receiver und -Verstärker, er übertrifft sogar noch knapp "Großkaliber" vom Schlage eines Denon AVC-A1SR (bzw. Denon AVC-A1SE mit Upgrade) oder eines Pioneer VSA-AX10. Nicht, dass falsche Eindrücke aufkommen: Beide großen Denons und auch der Pioneer sind mit ihren Leistungen (diese Geräte sind nochmals deutlich teurer, verfügen aber über THX Ultra II und 7 eingebaute Endstufen) als überragend einzustufen. Weder Denon noch Pioneer haben Probleme, auch Hörräume über 50 Quadratmeter über mehrere Stunden hinweg mit hohen Pegeln zu beschallen. Aber: Der AVR-8500 bietet eine nochmals minimal gesteigerte Souveränität, gerade bei sehr hohen Pegeln spielt er immer weit überdurchschnittlich leichtfüßig und dynamisch, ohne jegliche erkennbare Anstrengung, auf. Dies führt zu einem so guten Eindruck, wie ihn in dieser Teilwertung sonst nur preislich exorbitant hoch liegende Vor-/Endstufenkombinationen erreichen. Hier zeigt sich, dass es kein Fehler war, den AVR-8500 lediglich mit fünf Endstufen auszustatten, denn diese fünf Kraftwerke, die den AV-Receiver befeuern, sind von erlesener Qualität.
  • Surround-Klangkulisse mit Volumen und natürlicher Weitläufigkeit. Auch hier liefert der bärenstarke AVR-8500 Bestwerte. Ein überragendes Volumen, das gerade bei "großen" Effektgewittern für echtes Kinofeeling ohne Abstriche sorgt, setzt ebenso Akzente wie die hervorragende Weitläufigkeit, die gerade auch bei der Übertragung des Music Score für einen realistischen, dynamischen Gesamteindruck sorgt. Im Mehrkanal-Musikbetrieb schafft es der AVR-8500 vortrefflich, z.B. bei der Wiedergabe von Live-Konzerten oder Opern-DVDs eine dichte Atmosphäre zu erschaffen, die zudem mit höchster Präzision und einer sehr ausgewogenen Klangverteilung punkten kann. Im direkten Vergleich (5.1/7.1) muss der AVR-8500 nur den Denon AVC-A1SR den Vortritt lassen - und dies betrifft ausschließlich den Filmbetrieb. Hier bietet der Denon noch etwas mehr Durchschlagskraft bei der Effektdarstellung. Im Musikbetrieb muss sich der AVR-8500 hingegen hinter keinem Konkurrenten verstecken, seine fein detaillierte Natürlichkeit sichert dem AV-Receiver eine Spitzenposition.
  • Die Front-Klangkulisse erreicht mit überdurchschnittlicher Brillanz im Hochtonbereich und rundem, sehr sauberen Bassbereich für Bestnoten. Hier fiel der Harman Kardon gerade im Musikbetrieb sehr positiv auf. Die unverfälschte, feinfühlige und präzise Instrumentaldarstellung hebt den AVR-8500 auch in dieser Teilwertung auf Referenzlevel. Der Hochtonbereich ertönt spritzig, frisch und klar, die Basswiedergabe, auch im betrieb ohne aktiven Subwoofer, ist sehr kraftvoll, dynamisch und mit einem sehr ansprechenden, immer absolut stimmigen Volumen versehen.
  • Perfekte Stimmwiedergabe. Man sollte vorsichtig mit dem Wort "perfekt" umgehen - doch in Bezug auf die Stimmwiedergabe macht dem AVR-8500  kaum ein anderes Gerät etwas vor - schon gar nicht in dieser Preisklasse. Ungemein natürlich, sauber durchzeichnet und klar - mit dieser Auslegung eignet sich der Bolide auch für die Darstellung von Stimmen im Mehrkanal-Musikeinsatz ohne jegliche Einschränkung. Gerade bei herausragender Software modelliert der AVR-8500 jedes Detail der Stimme mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks heraus - Respekt. Im Vergleich zur schon in diesem test genannten Konkurrenz bewegt sich der HK damit auf dem Level von Pioneer VSA-AX10 und Denon AVC-A1SR. 
  • Gute Wiedergabe auch nur durchschnittlicher Software. Viele DVD-Titel können bezüglich der Güte ihrer Abmischung bedauerlicherweise keinesfalls auf der ganzen Linie überzeugen. Vor allem mangelnde Brillanz im Hochtonbereich, unbefriedigende Basskraft und eine müde, oberflächliche Wiedergabe der Stimmen sorgen zusammen mit einer zu monoton und statisch aufgebauten Surround-Klangkulisse für ein nur zweitklassiges Film- oder Musikvergnügen. Der AVR-8500 gleicht kleinere Softwareschwächen sehr brauchbar aus und sichert ein immer noch gutes Gesamt-Klangerlebnis. Unübertroffen in dieser Teildisziplin ist aber nach wie vor der Yamaha DSP-AZ1, der mit Hilfe seiner mit umfangreichen Editiermöglichkeiten versehenen DSP-Programmen auch noch aus wenig befriedigender Software ein Optimum herausholt.

2. 2. Surround-Aufpolierer: Arbeitsweise und unsere Höreindrücke

Mit Logic 7, Dolby Pro Logic II und DTS Neo:6 bringt der AVR-8500 gleich drei Surround-Aufpolierer mit, die im folgenden vorgestellt werden.

Logic 7

Logic 7, das nicht nur in unserem AVR-8500, sondern auch in verschiedenen anderen Harman Kardon-AV-Receivern und in den edlen Lexicon-Decodern zum Einsatz kommt, ist ein harter Konkurrent für Dolby PLII, denn bezüglich der Klangreinheit wird eine Menge geboten. In der 7.1 Konfiguration laufen alle 7 Lautsprecher und der aktive Subwoofer voll mit. Im AVR-8500 wird Logic 7 sogar in einer nochmals aufwändigeren Form installiert, die sich an der Variante orientiert, die auch in den Lexicon-Decodern ihren Dienst tut. 

Musikbetrieb

Laut HK soll im Musik-Betrieb folgendes realisiert werden:

  • Besonders für Stereomaterial (zum Aufpolieren auf Surround) geeignet

  • Verbreiterung der Klangbühne

  • Größere Räumlichkeit im Surround-Klangfeld

  • Volle Integration des aktiven Subwoofers

Bezüglich der Stimmwiedergabe bei klassischer Musik ist das System, vorausgesetzt, es wird ein hochwertiger Center-Lautsprecher eingesetzt, besonders gut gelungen. In den Punkten Räumlichkeit, Hochtonbrillanz und Bassgewalt erreicht Logic 7 gerade bei der Wiedergabe hochwertiger Software Bestleistungen. Damit ist dieser Modus auch durchaus für die Liebhaber klassischer Musik kein Tabu mehr, denn der bislang noch ein gutes Stück von der Perfektion entfernten Hochtonwiedergabe hat man sich bei Harman mit Erfolg gewidmet: Alle mit dem AVR-8500 gehörten CDs mit klassischer Musik ertönten detailliert, lebendig und mit einem natürlichen, nie übertriebenen Gefühl der Weitläufigkeit und realistischen Räumlichkeit. Alle diffizil darzustellenden Musikinstrumente, auch z.B. Streicher oder das Cembalo, verwischten nicht, sondern behielten einen Großteil der im Stereobetrieb vorhandenen detaillierten Darstellung. Doch nicht nur die Instrumental- sondern auch die wohl akzentuierte Stimmwiedergabe war dazu angetan, Logic 7 im Musikbetrieb auch dem verwöhnten Musikliebhaber ans Herz zu legen. Fazit: Mit Logic 7 Music klang manche CD besser als eine in Dolby Digital- oder DTS 5.1 abgemischte DVD. Gerade die natürliche, klare Gesamtcharakteristik von hoher akustischer Homogenität war es, die uns begeisterte. Die Front-/Surround-Balance konnte dabei ebenso überzeugen wie die gebotene Dynamik der Front- und Surround-Klangkulisse, zudem modelliert Logic 7 im Musikbetrieb sehr gut kleine musikalische Feinheiten heraus. Sehr überzeugend gelang Logic 7 auch das Management teils heftiger Dynamiksprünge.

Extra-Modus für Bassliebhaber

  • Logic 7 Enhanced primär für Musikbetrieb (nur 5.1 Konfiguration)

  • Breitere und tiefere Wiedergabe, Bass kommt von allen Seiten

Tatsächlich: Wer noch mehr Bassvolumen wünscht und dafür auf die Mitarbeit der Back Surround Lautsprecher verzichten kann, für den arbeitet der Enhanced-Modus genau richtig: Es werden die tiefen Frequenzen zwischen 40 und 120 Hz nicht nur dem Subwoofer, sondern auch den Haupt- und den Surroundlautsprechern (die dann, um einen Effekt zu erzielen, entsprechend gut für die akkurate Basswiedergabe gerüstet sein müssen) zugeführt. Bei unseren Test-Discs funktionierte dies ganz vorzüglich, mit einer voluminösen, zugleich aber nie unpräzisen, sondern angenehm klaren Wiedergabe konnte der Harman AVR-8500 hier Akzente setzen. Aber auch gerade die Liebhaber effektbetonter Trance- und Progressive House-Musik dürften viel Freude an diesem Modus haben, denn eine sehr dichte und mitreißende Surround-Klangkulisse sorgt hier für echten Partyspaß. Wer viel Wert auf eine natürliche, realistische Darstellung legt (insbesondere Liebhaber von klassischer Musik oder Jazzmusik) sollten im Sinne einer unverfälschten Darstellung aber lieber auf den normalen Music Mode von Logic 7 zurückgreifen.

Cinema-Modus

Laut HK soll mittels des Cinema-Modus folgendes realisiert werden:

  • Besonders für z.B. Dolby Surround-codiertes Material vorgesehen

  • Höhere Verständlichkeit des Centerkanals

  • Bessere Ortbarkeit des Klanggeschehens

  • Besonders viel Detailreichtum auch in Bezug auf die Surround-Klangkulisse

  • Volle Integration des aktiven Subwoofers

Dass dies nicht nur leere Versprechungen sind, zeigt die Praxis -  das Ergebnis mit einem weitläufigen Raumeindruck und einer erstaunlich klaren Klangcharakteristik ist sehr beachtlich, auch wenn der etwas mittige Gesamtwiedergabe älterer Film auf DVD auch das tadellose Logic 7 7.1 Cinema nicht wegzaubern kann. Gerade bei klanglich gut gelungener Software fällt schon nach kurzer Zeit die sehr klare, realistische Wiedergabe der Stimmen und die im Hochtonbereich sehr facettenreich aufgebaute Surround-Klangkulisse auf. Die Integration des aktiven Subwoofers ist gerade beim AVR-8500 perfekt gelungen. Während bei anderen getesteten HK-AV-Receivern das gesamte Volumen zwar gut, aber nicht überdurchschnittlich ausgeprägt war, schlägt hier die große Stunde des AVR-8500: Mit exzellenter Basskraft gab der AV-Receiver unsere Testmuster wieder. Nicht selten verglichen wir direkt Logic 7 Cinema mit Dolby Digital 5.1 oder DTS 5.1 (bzw. 7.1) und kamen zu dem Ergebnis, dass Logic 7 seine Arbeit ganz vorzüglich macht - daher sollte man dem natürlich, kraftvoll und mit Liebe zum Detail agierenden Surround-Aufpolierer immer eine Vergleichsmöglichkeit vor der endgültigen Wahl einräumen. Nicht nur, dass in den meisten Fällen Dolby Pro Logic II Movie in den Schatten gestellt wird, in manchen Fällen klingt Logic 7 Cinema sogar besser als die DD/DTS 5.1-Abmischung. Daher raten wir, umfangreich Probe zu hören. 

Fazit: In der im AVR-8500 verbauten Form ist Logic 7 ohne Zweifel der weltbeste Surround-Aufpolierer. In den Punkten Transparenz, Feinfühligkeit, Brillanz, akustischer Klarheit und Bassintegration kommt derzeit kein anderes System mit. Glückwunsch an HK, die Anwesenheit von Logic 7 in dieser Güte hebt den ohnehin bereits herausragenden Status des AVR-8500 weiter.

Dolby Pro Logic 2

Ein Hauptunterschied zwischen Pro Logic I und Pro Logic II liegt zunächst einmal darin, dass bei PL I die Bandbreite der Surroundkanäle auf 7 kHz limitiert war, PL II arbeitet hier ohne eine Limitierung, was eine transparentere, klarere und weniger mittenbetonte Darstellung der Surround-Klangkulisse ermöglicht. So bietet Pro Logic II einen sowohl im Bass- als auch Höhenbereich authentischen Klang, den man so bislang nicht von Pro Logic kannte. Zweiter wichtiger Unterschied: Während Pro Logic I bei der Wiedergabe von Musik in Surround nur äußerst unbefriedigende Resultate erzielte, da auf den Surround-Kanälen nur ein Mono-Signal wiedergegeben wurde und sich das System damit eigentlich nur der Einsatz beim Anhören von Filmmaterial empfahl, geht PL II einen Schritt weiter: Dolby Pro Logic II ermöglicht auch auf den Surround-Kanälen Stereo-Wiedergabe und ermöglicht damit einen Klangeindruck, der annähernd an das herankommt, was man von echtem 5.1-Ton kennt. Zudem besteht bei Pro Logic II die Möglichkeit zwischen zwei Betriebsarten, die gezielt für die Wiedergabe von Musik oder Film gedacht sind und einheitlich von Dolby vorgegeben werden:

Hier gibt es einen "Movie Mode" und einen "Music Mode". Zunächst einmal ist zwischen zwei Versionen, die beide in gängigen AV-Verstärkern und -Receivern Verwendung finden, zu unterscheiden:

  • Eine "Vollversion von PL II, hier kann man verschiedene Parameter (Balance Front/Surround-LS, Balance Center/Front-LS, Panorama-Mode für ein weiträumigeres Klangbild) einstellen.
  • Eine "Light-Version" von PL II, hier hat der Benutzer im Music Mode keine Einstellmöglichkeiten. Diese Version verbaut HK im AVR-8500, was in der Praxis aber gut zu verschmerzen ist, denn die Integration von Logic 7 ist derart überzeugend gelungen, dass der Wunsch nach Mehr kaum aufkommen wird.

Die Integration von Dolby Pro Logic II Music ist beim AVR-8500 insgesamt gelungen, der Klang ist natürlich und klar, kann aber in den Punkten Brillanz, Volumen, Basskraft, Stimmwiedergabe und Feinmodellierung nicht mit Logic 7 Music mithalten. Natürlich sind Geschmäcker verschieden, daher raten wir auf jeden Fall, beide Betriebsarten über einen längeren Zeitraum miteinander ausführlich zu vergleichen. Auch hängt der akustische Gesamteindruck natürlich vom verwendeten Equipment und den räumlichen Bedingungen ab. Unsere Meinung ist aber, dass das Performance-Profil von Logic 7 Music derzeit kaum zu schlagen ist.

Dolby Pro Logic II Movie

Auch in diesem Modus zahlt sich die Arbeitsweise des neuen PLII-Decoders aus: Während Pro Logic I-Decoder so arbeiteten, dass sie den phasenverdrehten Anteil des Stereo-Signals erkannten und auf beide Surround-Kanäle gleichzeitig, also in Mono, legten, wird bei Pro Logic II zusätzlich die Stereo-Information ausgewertet. Tritt also nur auf dem linken Kanal eine solche Phasenverdrehung auf, so wird diese auch nur dem linken Surround-Kanal zugewiesen. Auf diesem Wege ist es also auch bei Pro Logic II z.B. möglich, die "Enterprise" wirklich hinten links in der Ecke verschwinden zu lassen, wenn sie durch das Bild fliegt.

Bei Filmen, die ursprünglich lediglich in Dolby Pro Logic Surround vorlagen, war der Raumeindruck weitläufiger und auf den Surroundlautsprechern die Klangkulisse weniger mittenbetont und blechern. Auch bei sehr guten 5.1-DVD, via Downmix-Ausgang analog angeschlossen (so dass auch hier die PL II-Funktion gecheckt werden konnte), konnte sich PL II Movie  ordentlich in Szene setzen, so bei "Gladiator": Hier war die Wiedergabe des Music Score deutlich detailreicher als bei Pro Logic I, und die Effekte kamen präziser und gefälliger heraus - kurzum, die gesamte Surroundkulisse wirkte wesentlich dynamischer und lebendiger. Trotzdem bleibt ein Respektabstand zum überragenden Logic 7, das mit einer nochmals exakteren, weitläufigeren, voluminöseren und facettenreicheren Wiedergabe die Maßstäbe setzt.

DTS Neo:6

Aufgabe ist, wie bei Dolby Pro Logic II und Logic 7, herkömmliche Zweikanal- oder Surroundsignale mittels eines präzisen Decoders, der auch bei der DTS ES 6.1 Matrix-Schaltung Verwendung findet, auf bis zu 6.1 Kanäle aufzupolieren. Eine genaue Eingangssignal-Kennung und die Matrix in Kombination erlauben für alle 6.1-Kanäle eine Reproduktion des gesamten, von 20 Hz bis über 20 kHz reichenden Frequenzspektrums. Auch soll eine sehr gute Kanaltrennung möglich sein, DTS spricht vom selben Pegel wie dem beim digitalen diskreten System. Damit Neo:6 auch optimal angewendet werden kann, gibt es  auch hier zwei Betriebsarten: Kino und Musik. im Musik-Modus werden die beiden Front links/rechts Kanäle direkt wiedergegeben und umlaufen die Decoderschaltung. Dadurch entsteht kein Qualitätsverlust beim Klang. Der vom Center- und von den Surroundkanälen ausgegebene Effekt soll dann das Klangfeld effektiv räumlich weiten. In der Praxis zeigt sich, dass man mit Neo:6 bei einigen CDs (Musik-Modus) und auch bei verschiedenen DVDs (Kino-Modus) noch ordentliche Resultate erzielen kann - wer Besitzer des HK AVR-8500 ist, wird sich aber nur in wenigen Fällen für Neo:6 interessieren, zu gut ist Logic 7 gelungen.

3. Weitere Ausstattungsmerkmale in Kurzform

3.1 HDCD-Decoder

Nochmals leicht verbessert wird die CD-Wiedergabe, wenn man das Glück hat, eine CD mit HDCD-Encoding sein Eigen zu nennen. Durch den ebenfalls integrierten HDCD-Decoder gibt der AVR-8500 solche Discs mit besonderem Detailreichtum und akustischer Tiefe wieder. 

3.2 DSP-Modi Theater/Hall1/Hall2

Für Stereo- und Mono-Aufnahmen gedacht, in der Praxis könnte man ohne diese Programme praktisch ebenso gut leben. Für manchen Mono-Film vielleicht eine kleine Verbesserung, für Stereoquellen lieber Logic 7 verwenden.

3.3 VMax Near/VMax Far

Wer noch keine komplette 5.1- oder 7.1 Lautsprecherkonfiguration einsetzt, kann sich für eine kurze Übergangszeit mit diesen beiden Surround-Simulations-Modi behelfen. Ob nun VMax Near oder VMax Far der richtige Modus ist, entscheidet die Entfernung der Hörposition von den Frontlautsprechern: Ist die Distanz kleiner als 1,5 Meter, ist "Near" richtig, übersteigt die Entfernung die 1,5 Meter, wählt man "Far". Klanglich ist das System für ein Surround-Simulationsprogramm ordentlich geworden, trotzdem ist es, gerade bei den Qualitäten des AVR-8500, natürlich kein Ersatz für ein echtes Surround-System.

3.4 Fünfkanal- bzw. Siebenkanal-Stereo

Dieser "Party-Modus" ist für durchgefeierte Nächte durchaus zu empfehlen, zumal die extrem leistungsstarken Endstufen des AVR-8500 auch in dieser Betriebsart jede Menge Leistung auch im Dauerbetrieb abgeben. Für den "Alltagsbetrieb" kommt diesem Modus aber keine überdurchschnittlich hohe Bedeutung zu.

4. Stereoklang

In diesem Modus umgeht der AVR-8500 alle internen Surround-Prozessoren - und wie es sich für ein HK-Gerät gehört, liefert der AV-Receiver überragende Leistungen im Stereobetrieb ab. Die Plastizität, die akustische Feinzeichnung, die Räumlichkeit, die klangliche Tiefe und das Volumen - in allen Teildisziplinen erreicht der AV-Receiver Traumnoten, die ihm eine momentane Spitzenposition aller bislang von uns getesteten AV-Receiver und -Verstärker sichern: Besser klang noch kein anderes Gerät im Stereoeinsatz, wer dies nachvollziehen möchte, dem sei nur geraten, zu umfangreichen Soundchecks hochwertige klassische CDs mitzunehmen. Der Überraschungsmoment wird groß sein, denn solche feinfühligen Qualitäten erwartet der anspruchsvolle Musikliebhaber ansonsten nur bei reinen Stereoverstärkern. 

5. Anschlussbestückung

Mit einem kompletten Set (8-Kanal) an Pre-Outs und einem 8-Kanal-Eingang ist der AVR-8500 sehr gut gerüstet. Auftrennbare Endstufen werden ebenso geboten wie gleich zwei digitale Ein- und zwei digitale Ausgänge auf der Gerätevorderseite. Drei YUV-Eingänge und ein YUV-Ausgang auf der Geräterückseite sind ebenso gut bemessen wie die dort zu findenden drei koaxialen und drei optischen Digitaleingänge.  Die Schraubverschlüsse zum Anschluss der Lautsprecherkabel bzw. Bananenstecker sind sehr hochwertig ausgeführt. 

6. Bedienung

Das Bedienkonzept des Harman Kardon AVR-8500 kann überzeugen. Zwar weist die Fernbedienung, deren Qualitätsniveau nicht ganz den in dieser Preisklasse  üblichen Standard erreicht, mit der sich nach untern verjüngenden Form eine Harman Kardon-spezifische Eigenart auf, die in der Praxis aber für keinerlei ergonomisch bedingte Schwierigkeiten sorgt, im Gegenteil: Der IR-Commander liegt gut in der Hand, und auch an die Tatsache, dass ein Heimkino-AV-Receiver häufiger in für den Filmgenuss via Projektor abgedunkelten Räumen eingesetzt wird, wurde bei Harman Kardon löblicherweise gedacht: Die Fernbedienung ist mit einer kompletten Beleuchtung versehen. Unter diesen Bedingungen wirken sich auch die recht zahlreich vertretenen Knöpfe nicht negativ aus. Sehr gut gefällt, dass das Navigationskreuz zentriert untergebracht wurde, weniger überzeugend ist das Feeling bei der Arbeit mit den Cursortasten und dem Enter-Button: Die Steuerung könnte noch präziser vonstatten gehen, so muss man oft mit Nachdruck die selbe Taste nochmals drücken. Sehr gut gelungen ist auch beim AVR-8500 die automatische Einpegelung mittels der "EZSet"-Funktion: In wenigen Bedienschritten kommt hier auch der Neueinsteiger ohne große Schwierigkeiten zum Ziel, besonders effektiv kann vorgegangen werden, wenn man sich zuvor kurz in die gut verständliche Bedienungsanleitung eingelesen hat. Hier werden alle Funktionen des AVR-8500 in ordentlichem Stil und im genau richtigen Umfang beschrieben. Zur einfachen Bedienung des Harman-Receivers trägt auch das gut strukturierte On Screen Display, optisch nüchtern dargestellt, seinen Teil bei. Exzellent: Für jeden Eingang können verschiedene Einstellungen separat gewählt und abgespeichert werden, so ist man in der Lage, für jeden Eingang eine jeweils individuelle Lautsprecher-Konfiguration einzustellen und einen bevorzugten Hörmodus einzugeben. Auch Höhen und Bässe können an jeden Eingang individuell angepasst werden, ebenso der jeweils belegte Video- und Audio-Input. Selbstverständlich gibt es eine per OSD einfach einstellbare Subwoofer-Übernahmefrequenz (40/60/80/100 Hz anwählbar), im praxisgerechten Bassmenü kann zwischen den Wiedergabemöglichkeiten "Bass nur Subwoofer", "Bass Subwoofer plus Front links/rechts" und, wenn kein Subwoofer angeschlossen ist, kann man die Option "None" im Lautsprechersetup anwählen, was dazu führt, dass die Bassumleitung auf die Frontlautsprecher (hier sollten aber dann entsprechend dimensionierte, vom Frequenzgang her auch den Bassbereich voll abdeckende Frontlautsprecher verwendet werden") aktiviert wird. HK-typisch arbeitet diese sehr gut. Das große Display am AVR-8500 überzeugt durch die gute Ablesbarkeit, es werden mittels kleiner zusätzlicher Symbole zudem viele Informationen angezeigt. Wünschenswert wäre aber in dieser Preisklasse ein DOT Matrix-Display, das die Konkurrenz fast ausnahmslos bietet.

7. Bewertungsübersicht: 
Ausstattung
Bedienung
Klang Film
Klang Mehrkanal-Musik
Klang Dolby PLII/Logic 7
Klang Stereo

8. Fazit

Harman Kardon landet mit dem AVR-8500 ohne Zweifel einen Volltreffer - und zwar in praktisch jeder Disziplin. So erreicht der hochwertige AV-Bolide bezüglich der Pegelfestigkeit Traumwerte und wird somit praktisch jedem Anspruch problemlos gerecht. Leistungshungrige, sehr hochwertige Frontlautsprecher können problemlos verwendet werden, ebenso ist der AVR-8500 in der Lage, auch einen über 50 Quadratmeter messenden Hörraum angemessen und mit ausgezeichneter Dynamik zu beschallen. Insgesamt bietet der Topliner von Harman Kardon bezüglich der Dauerbelastbarkeit und Pegelfestigkeit Resultate, die ansonsten nur von weitaus teureren Vor-/Endstufen-Kombinationen bereitgestellt werden. Daher stellt es auch kein echtes Problem dar, dass der HK AVR-8500 lediglich fünf eingebaute Endstufen mitbringt, denn die mitgelieferten Exemplare sind von äußerst hochwertiger, erstklassiger Bauart. Doch nicht nur in dieser einen Hinsicht begeistert der AVR-8500, auch bringt er Ausstattungsmerkmale mit, die die Konkurrenz nicht bieten kann - gemeint ist in erster Linie das brillante Logic 7, das sowohl im Film- als auch im Musikbetrieb alle anderen Surround-Aufpolierer in den Schatten stellt. Nächste Paradedisziplin ist die Stereowiedergabe, auch hier erreicht der 8500er ein Leistungsniveau, das man sonst nur von reinen Stereoverstärkern gehobener Preisklassen kennt. Was Klarheit, Volumen, Räumlichkeit und Detailreichtum angehen, distanziert der AVR-8500 im Stereobetrieb die gesamte Konkurrenz - auch diejenigen AV-Komponenten, die preislich noch über dem HK angesiedelt sind, schaffen dieses makellose Ergebnis nicht. Im Dolby Digital- und DTS-Einsatz knüpft der Harman Kardon mit seiner klar durchstrukturierten, frischen und überdurchschnittlich lebendigen Surround-Klangkulisse, kombiniert mit herausragender Bass-Durchschlagskraft, an die sonstigen ausgezeichneten Ergebnisse an. Um dieses hervorragende Paket noch zu ergänzen, bietet der AVR-8500 eine ebenso sinnvolle wie reichhaltige Anschlussbestückung, wobei hier auch die umfangreichen Anschlussmöglichkeiten auf der Gerätefront hervorzuheben sind. Die verwendeten Baugruppen sind von erstklassiger Qualität, die Bedienung ist in Anbetracht der Funktionsvielfalt durchdacht - da bleiben als Kritikpunkte nur Kleinigkeiten wie das fehlende DOT Matrix-Display oder die nicht ganz so hochwertig wirkende Fernbedienung. Auch eine Decodiermöglichkeit für DTS 96/24 stünde dem AVR-8500 nicht schlecht zu Gesicht. Diese kleinen Defizite schmälern den Gesamteindruck aber keineswegs: Gerade, wenn man bedenkt, dass der AVR-8500 im Vergleich zu manchem Konkurrenten sehr fair kalkuliert ist (für die Extended Surround-Beschallung kann ja z.B. ein alter Stereoverstärker mit guten Leistungswerten verwendet werden), können wir Harman Kardon zu diesem erstklassigen Gerät nur gratulieren.

Bezieht man das Preis-/Leistungsverhältnis mit ein, ist der AVR-8500 momentan der beste AV-Receiver überhaupt
 
High-End-Klasse
Test 18.03.2002
Preis-/Leistungsverhältnis:

 

Pro:
  • Beste Pegelfestigkeit aller bislang getesteten AV-Receiver und -Verstärker
  • Überragend brillante Darstellung im Hochtonbereich
  • Im Bassbereich perfekte Mischung aus Volumen und Präzision
  • Konkurrenzloses Logic 7 mit an Bord
  • Herausragende Stimmzeichnung
  • Stereoqualitäten erreichen das Niveau hochwertiger Stereoverstärker
  • Sehr hochwertige Baugruppen
  • Jeder Anschluss individuell konfigurierbar
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Insgesamt durchdachtes Bedienkonzept
Contra:
  • Kein DTS 96/24-Decoding

  • Fernbedienung könnte noch hochwertiger sein

 

Die technischen Daten:
  • AV-Receiver mit THX Ultra-Zertifikat
  • Decodiert Dolby Digital 5.1/DTS 5.1, DTS ES Matrix/Discrete 6.1, THX Surround EX
  • Dolby ProLogic II, Modi Cinema oder Music (Light-Version ohne Einstellmöglichkeiten) 
  • Logic 7, Modi Cinema, Extended oder Music  
  • Leistung im Fünfkanal-Surround-Modus (Sinus (FTC), 20 Hz bis 20 kHz, Klirr < 0,07 %, an 8 Ohm) 110 Watt pro Kanal
  • Leistungsaufnahme im Leerlauf 119 W, Maximale Leistungsaufnahme: 694 W (2 Kanäle werden angetrieben)
  • 6 Digitaleingänge auf Geräterückseite (3 x optisch, 3 x koaxial)
  • 2 Digitalausgänge auf Geräterückseite (1 x optisch, 1 x koaxial)
  • 2 Digitaleingänge auf Gerätevorderseite (1 x optisch, 1 x koaxial)
  • 2 Digitalausgänge auf Gerätevorderseite (1 x optisch, 1 koaxial)
  • AV-Eingang auf Gerätevorderseite (FBAS, S-Video-beschaltet plus 2-Kanal analog Audio)
  • 8-Kanal-Direkteingang
  • 8-Kanal-Pre-Out
  • Auftrennbare Endstufen
  • 3 YUV-Eingänge (Video 1/Video 2/DVD), 1 YUV-Ausgang (Monitor)
  • 5 AV-Eingänge (FBAS plus S-Video), 3 AV-Ausgänge (FBAS plus S-Video)
  • S-Video- und FBAS-Monitor-Ausgang
  • 2 Audio-Eingänge, 1 Audio-Ausgang (Tape)
  • 1 geschalteter, 1 nicht geschalteter Netzanschluss
  • Hochwertige Schraubverschlüsse für alle Lautsprecher
  • Multiroom-fähig
  • jeder Eingang individuell konfigurierbar
  • Systemfernbedienung mit EZSet-Funktion zur Einpegelung der Lautsprecher mittels eines integrierten Messmikrophons
  • On Screen Display
  • Maße (B x H x T in mm):440 x 196 x 519
  • Gewicht:24,1 kg
  • Farbe: Schwarz
  • Preis: 2999 EUR

Testequipment 1:

  • DVD-Player Denon DVD-A1 

  • Frontlautsprecher Mirage FRX-9

  • Centerlautsprecher Mirage MC-2

  • Surroundlautsprecher Mirage FRX-Rear

  • Back Surround-Lautsprecher Mirage FRX-Rear

  • Aktiver Subwoofer Monitor Audio Fast Bass 212

Testequipment 2:

Bei beiden Systemen verwendet:

  • Plasma Panasonic TH-37PW5

  • Verkablung von Monster und Oehlbach

  • 5-fach Metallnetzleiste von Straightwire

Test: Carsten Rampacher

18. März 2003

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