Test: Marantz SR12S1

08.11.2004 (cr)

Einführung

Schon für recht günstige Beträge kann sich der versierte Home Theatre-Anwender exzellente AV-Receiver einkaufen - für 800 bis 1700 EUR bekommt der Suchende Offerten, die ihn in sehr vielen Fällen wunschlos glücklich machen. Doch es gibt den weit überdurchschnittlich anspruchsvollen Multichannel-Anwender, der ein extrem hohes Maß an Perfektion erwartet, also höchstmögliche Verarbeitungsqualität, höchstmögliche Leistungsreserven und bestmöglicher Klang. Ein "nur" sehr gutes Niveau reicht diesem kleinen, aber feinen Kundenkreis nicht aus - besser als fast alles zu sein, was der Markt sonst bietet - diese Eigenschaft muss der anvisierte AV-Receiver erfüllen. In der umfangreichen Produktpalette von Marantz findet sich, natürlich, wie nicht anders zu erwarten, ganz oben an der Spitze, eine solche Komponente: Der SR-12S1 für 4.500 EUR bringt die Voraussetzungen mit, die Multichannel-Fraktion mit audiophilem Touch glücklich zu machen. Nicht nur sieben sehr leistungsfähige, je 160 Watt starke Endstufen buhlen um die Gunst des Käufers, sondern auch eine edle, langlebige Verarbeitung. Marantz liefert mit der RC-3200 auch eine sehr hochwertige Fernbedienungseinheit mit. Wir wollten wissen, ob der SR-12S1, bereits seit längerer Zeit im Programm, auch heute noch in der Bolidenklasse mehr als nur ein Wörtchen mitreden kann. 

Starkes Team: Der Marantz DV-12S2 und der SR-12S1

 

Verarbeitung

Typisches hochwertiges Marantz-Merkmal: Das exzellent verarbeitete Gyro-Tuning-Rad

Massiv: Die Frontplatte ist von hoher Qualität

Nobel: Die stabilen Standfüße

Liegt gut zur Hand: Regler für die Wahl der Betriebsart

Der SR-12S1 definiert den Begriff "Bolide" auf einem verarbeitungstechnisch extrem hohen Niveau. Bereits die massive, sehr dicke Frontplatte sowie die ebenfalls sehr robust und haltbar ausgeführten Seitenteile zeigen, wohin die Reise geht. Auch die komplett in Kupfer gehaltene Geräterückseite beweist, dass hier eine Verarbeitung geboten wird, die auch in der generell auf hohem Level liegenden Bolidenklasse nicht selbstverständlich ist - Marantz gehört hier klar zu denjenigen Herstellern, die dem Kunden eine nahezu optimale Verarbeitungsqualität offerieren.

Bekannte Größe: Die Fernbedienung überzeugt durch ihre edle Machart

Dies beweisen auch Details, die mit großer Sorgfalt ausgeführt sind. Dazu zählen beispielsweise die soliden Geräte-Standfüße, die massive Klappe, hinter der sich weniger oft benötigte Funktionselemente und der Front AV-Eingang befinden, sowie die beiden großen Drehregler für Lautstärke (rechts) und Anwahl des Betriebsmodus (links). Die mitgelieferte Fernbedienung psst ebenfalls zum Niveau des Hauptgerätes. Die Oberfläche des IR-Controllers besteht zwar aus Kunststoff, der aber sehr langlebig und haptisch sowie optisch ansprechend wirkt.

Bewertung
Features und verwendete Baugruppen

Wie es sich für einen Boliden gehört, verfügt der SR-12S1 über einen aufwändigen Aufbau mit hochwertigen, selektierten Bauteilen.  Das THX Ultra-Zertifikat ist bei so teuren Geräten ebenfalls oft anzutreffen. Dolby Pro Logic IIx ist nicht integriert, aber das ist, wie die Klangtests später zeigen werden, kein echtes Manko. Also reicht Dolby Pro Logic II (inklusive aller Einstellmöglichkeiten). Mit DTS Neo:6 und Circle Surround 2 gibt es zwei weitere Surround-Aufpolierer, die eine breite Auswahl sicher stellen. Der AV-Receiver verfügt über einen HDCD-Decoder (nur aktiv bei digitaler Signaleinspeisung), der die theoretischen Vorteile der vergleichsweise wenigen erhältlichen HDCDs auch in die Praxis umsetzen soll.  Über die rückwärtig angebrachte RS232-Schnittstelle kann der SR-12S1 mittels Firmware-Upgrade auch für neue Tonformate "fit" gemacht werden.  Auch multiroom-fähig ist der Marantz, Composite-Videosignale können ebenfalls in eine 2.Hörzone übertragen werden. Für die Bedienung eines ganzen Geräteparks ist die mitgelieferte, auch einzeln erhältliche, vorprogrammierte und lernfähige Fernbedienung RC-3200 (bidirektional) mit Touch Screen bestens vorbereitet. Mittels der 12 Volt-Trigger können andere externe Komponenten wie z.B. eine motorbetriebene Leinwand gesteuert werden. 

Auch ohne einen THX-Modus in Betrieb zu nehmen, kann man Filmsoundtracks in Bezug auf die Hochtonwiedergabe optimieren. Zu diesem Zweck bringt der SR-12S1 einen "Cinema Re-EQ" mit, der die Hochtonwiedergabe bei Filmmaterial an die Gegebenheiten eines Heimkinos anpasst.  Verschiedene DSP-Programme hat unser Testkandidat auch noch zu bieten, auch wenn in der tagtäglichen Hörpraxis - wir wagen einmal diese Vermutung - kaum ein Anwender darauf zurückgreifen wird. Bei Marantz denkt man offenbar ähnlich und hat daher die Anzahl der Variationen eng begrenzt. Hall, Matrix und Movie, dazu der All Channel-Stereo-Modus für die Privatparty-Fraktion - das war es. Einige justierbare Parameter, mit deren Hilfe man das Klangbild in den eben erwähnten DSPs sowie zusätzlich im Circle Surround II-Betrieb noch beeinflussen kann, sind ebenfalls mit an Bord: "Surr Back Effekt", "Center Effect" sowie Sub W Effect" beeinflussen die wahrgenommene Wiedergabe in Bezug auf ihre Intensität. Bass- und Höhenregler stehen für alle Formate (außer Dolby Digital 5.1 sowie die THX-Decodierung mit Post Processing) zur Verfügung, eine Loudness-Funktion, wie sie vereinzelt noch angeboten wird, hat der SR-12S1 nicht.  Selbstverständlich sind 192 kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandler in solchen Preisregionen - schon viele sehr günstige Geräte verfügen über Konverter mit dieser Samplingrate und Bittiefe. Der SR-12S1 setzt, ganz Bolide, für jeden der sieben Kanäle einen eigenen D/A-Wandler von Crystal ein. 

Wie es für diese Preisklasse üblich ist, kommen hochwertige Endstufen, jede der sieben Einheiten 160 Watt stark,  zum Einsatz, die mit Hilfe einer gemischten passiven (durch einen hochwertigen extrudierten Aluminium-Kühlkörper) und aktiven Kühlung auch bei intensiver Nutzung, ebenso wie die DSP-Platinen, vor dem Hitzetod bewahrt werden sollen. Der bei hoher Betriebstemperatur zur Hilfe eilende Ventilator wird allerdings nur sehr geräuschempfindliche Zeitgenossen ernsthaft stören. Die Endstufen kommen problemlos auch mit hohen Stromverstärken zurecht und eignen sich vom Layout her auch sehr gut für die analoge direkte Signaleinspeisung von hochauflösenden Audiosignalen beim Einsatz in Verbindung mit SACD- oder DVD-Audio-Medien - was man bei dem Kaufpreis auch erwarten darf. Um im Stereobetrieb eine besonders hohe akustische Präzision bereit zu stellen, vertraut Marantz auf eine besonders aufwändige Signalkonvertierung in doppelter Differenzialanordnung der D/A-Wandler. Um die klangliche Reinheit weiter zu stärken, gibt es zusätzlich einen "Direct"-Modus, in dem sämtliche klangbeeinflussenden Schaltungen komplett umgangen werden. 

Was fehlt bei der Ausstattung? Zunächst eine einstellbare Subwoofer-Übernahmefrequenz, die ein sehr sinnvolles Feature darstellt. Mit einer feinfühlig einstellbaren Subwoofer-Übernahmefrequenz kann das Zusammenspiel zwischen dem aktiven Subwoofer und den Frontlautsprecher individuell justiert werden. Daher ist dieser Punkt auch eine ernsthafte Kritik verbunden mit der Anregung, eine justierbare Übernahmefrequenz beim Nachfolger mit in den Ausstattungsplan aufzunehmen. Momentan ist die Cross-Over Frequency THX Ultra 2-konform fix bei 80 Hz eingestellt.  Ferner beherrscht der SR-12S2 kein "echtes" Dolby Digital 5.1 EX, sondern regelt dies über das THX Surround EX-Decoding inklusive dem kompletten Post Processing - uns sind zwar dadurch keine akustischen Nachteile aufgefallen, es kann aber sein, dass sich diese Tatsache, je nach Geschmack, Equipment und Hörraum, nachteilig auswirkt, da die Höhenabsenkung somit nicht deaktivierbar ist. Da wir gerade bei den Kritikpunkten sind: Eine AV-Delay-Funktion, die Laufzeitunterschiede zwischen dem Audiosignal und dem Videosignal ausgleicht, fehlt auch.  Ein Videokonverter, der inzwischen in der Bolidenliga fast Standard ist, ist ebenso nicht vorhanden wie ein Auto Room Setup zum automatischen Einpegeln der Lautsprecher (mehr dazu in der Bedienungswertung). Highspeed-Interfaces wie i.link oder HDMI sind aufgrund des Alters der Konstruktion auch noch nicht berücksichtigt (mehr dazu in der Anschlusswertung). Marantz hat sich auf das Wesentliche konzentriert und einen solide aufgebauten AV-Receiver mit hochwertigen audiophilen Bauteilen entwickelt. Für sehr stark feature-orientierte Käufer wird der SR-12S1 aber nicht die erste Wahl sein.

Bewertung 
Anschlüsse

Highspeed-Interfaces fehlen, sonst reichhaltige Bestückung: SR-12S1 von hinten

An Anschlüssen findet sich eine breite Palette auf der aufwändig verarbeiteten Geräterückseite. Sehr zu loben sind zunächst die hochsoliden Anschlussterminals für Lautsprecherkabel mit dickem Querschnitt oder für Bananenstecker. Alles ist auch bei intensivem Gebrauch wie in unseren Testreihen praktisch und haltbar. Nach dieser sehr positiven Feststellung müssen wir nun etwas Kritik anbringen, denn über Highspeed-Interfaces verfügt der SR-12S1 nicht. Also kein i.link und erst recht kein HDMI oder DVI - dies liegt darin begründet, dass der große Marantz schon eine geraume Zeit auf dem Markt ist. Im Gegensatz zum "kleineren Bruder" SR-9300 aus der Range-Serie bringt der SR-12S1 aus der Premium-Serie keine Scart-Anschlüsse, sondern Komponenten-Ein- und Ausgänge mit (4 Eingänge/1 Monitor-Ausgang). Ansonsten bietet der Marantz jede Menge digitaler Eingänge (5 optisch, 5 koaxial), zwei digitale Ausgänge (1 x optisch, 1 x koaxial) sowie einen Front AV-Eingang inklusive optischem Digitalanschluss (dies ist der 5. optische Eingang auf der Gerätefront). Selbstverständlich gibt es einen Multichannel-Eingang und Vorverstärkerausgänge für alle Kanäle, wenngleich diese aufgrund der - siehe weiter unten im Text - exzellenten Qualitäten der eingebauten Endstufen eher nicht zum Einsatz kommen dürften. Der Marantz verfügt über auftrennbare Endstufen, so können z.B. auch Nubert ABL-Module eingeschliffen werden. Wer den 5.1 (damals noch so genannten) AC-3- Sound von NTSC-LDs abgreifen möchte, muss leider einen zusätzlichen RF-Demodulator auftreiben, denn einen RF-Eingang für die direkte Weiterleitung des 5.1-Tons hat der SR-12S1 nicht. 

Für den schnellen Anschluss zwischendurch: Der Front AV, der hinter einer massiven Klappe verborgen ist

Bewertung 
Bedienung

Nur keine Berührungsängste: Der Touch Screen der Fernbedienung funktioniert ausgezeichnet

Zunächst gilt es, sich mit der Menüstruktur der aufwändigen Fernbedienung etwas vertraut zu machen, damit man sich nicht in einem Untermenü verirrt und nicht mehr so schnell hinaus kommt - ist dieser Lernprozess mit Hilfe der ordentlichen Bedienungsanleitung gut überstanden, entdeckt man, wie problemlos man mit dem formschönen IR-Controller arbeiten kann. Selbstverständlich ist die Fernbedienung sowohl vorprogrammiert als auch lernfähig, ebenfalls lassen sich Makros programmieren, so dass mit dem Druck auf eine einzige Taste gleich ein ganzer Funktionszyklus aktiviert wird, d.h. mehrere aufeinander folgende Schritte, z.B. um eine Aufnahme anzufertigen oder einen DVD-Film zu starten, können zu einer Funktion zusammengefasst werden. Gut ist, dass die Zeit, die das Display der Fernbedienung ohne Betätigung von Funktionstasten oder Elementen des Touch Screens aktiv sein soll, ebenso gewählt werden kann wie die Zeitspanne, in der die Hintergrundbeleuchtung in Betrieb ist.

Das On Screen Menü ist sehr schlicht, wie man es eben lange Zeit von AV-Verstärkern und -Receivern gewohnt war - bis der Yamaha DSP-Z9 kam und mit seiner revolutionären, grafisch aufwändigen und auch noch praktischen Benutzeroberfläche ein ganz neues Konzept ins Spiel brachte. Bestimmt wird es zukünftig Nachahmer geben, denn die OSD-Aufmachung ist ein Gebiet, wo noch viel getan werden kann.  Zurück zum SR-12S1 - dessen OSD ist zwar von der alten Schule, aber übersichtlich und klar gegliedert. Praktisch ist, dass man gegen versehentliche Veränderungen das Setup auch komplett sperren kann ("lock"). Damit können unbedarfte Gäste, die mit dem edlen Receiver herumspielen, nicht gleich das gesamte Time Alignment und die Einpegelung durcheinander bringen. Typisch für hochwertige Marantz AV-Receiver ist der Testtongenerator sehr präzise. 

Dies lässt ein Feature verschmerzen, das momentan voll im Trend liegt: Ein automatisches Einmeßsystem für die angeschlossenen Lautsprecher. Wir tippen aber, dass der Nachfolger auch mit einem solchen Ausstattungsmerkmal versehen wird, da bei den beiden Spitzenmodellen SR-8500 und SR-7500 des neuen Marantz AV-Receiver-Line Ups der "bürgerlichen" Range-Serie ein System namens Marantz Room Acoustic Calibration (MRAC) zum Einsatz kommt, das in überarbeiteter Version bestimmt auch seinen Weg in neue Produkte der highendigen Premium-Serie finden wird. Die Laufzeitanpassung bei Lautsprechern, die einen unterschiedliche Signallaufzeit bei nicht identischem Abstand der Boxen vom Hörplatz kompensieren soll, ist nicht ganz so exakt wie bei manchem Konkurrenten: Während z.B. Denon (aus dem identischen Mutterkonzern) schon bei günstigen Modellen auf 0, 1 Meter-Schritte vertraut, reichen dem Marantz 0,3 Meter-Schritte - in der Praxis, Hand aufs Herz, ist dieses "Manko" eher theoretischer Natur und wird keinen ernsthaft stören. Die Bedienelemente am Gerät selber begeistern nicht nur durch die solide Ausführung, sondern auch durch die einfache Handhabung. Das Display ist gut ablesbar durch die feine Auflösung und den guten Kontrast. 

Selbstverständlich: Punktmatrixdisplay mit schöner Auflösung und gutem Kontrast

 

Bewertung
Ton

Testequipment

Pegelfestigkeit

Bei unserem großen Boliden-Vergleichstest und im Einzeltest überraschte uns der Marantz SR-9300 bereits mit so guten Leistungen im Hinblick auf seine Pegelfestigkeit, dass wir uns damals fragten, wie viel mehr überhaupt noch geht. Etwas mehr ging noch - der Pioneer VSA-AX10i-S legte die Meßlatte bislang unerreicht hoch für die versammelte Konkurrenz. Nun gelingt es dem Marantz SR-12S1, diesen bereits einige Monate alten "Rekord" zu brechen: Mit unbändiger Wucht donnerte der AV-Receiver auch noch nach stundenlangem Betrieb alle Arten von Effekten durch den Hörraum. Ob ein aktiver Subwoofer ihm viel Arbeit abnimmt oder nicht, ist dem Marantz relativ egal: Er produziert eine Basswucht, dass man vor Ehrfurcht zusammen zuckt, und zwar bei Pegeln, wo selbst überragende andere AV-Verstärker und -Receiver schon langsam am Ende ihres Lateins sind. Der SR-12S1 war einfach nicht dazu zu bringen, sich abzuschalten oder überhitzt aufzugeben - es flackerte zwar gegen Ende der belastungsintensiven Testläufe über mehr als 6 Stunden das Display, aber die Segel strich der Bolide nie. Bei sehr starker Beanspruchung sprang der leise laufende Ventilator an, um zusätzliche Kühlluft bereit zu stellen - störend war das Laufgeräusch allerdings höchstens für sehr stark lärmempfindliche Anwender. Mit seiner hoch belastbaren Auslegung stellt der edle Marantz eine große Bereicherung auch "echter" Heimkinos dar, bei denen z.B. ein Kellerraum mit größeren Ausmaßen für die geeignete Präsentation der hauseigenen Filmesammlung genutzt wird. Mit seinen überlegenen Leistungen erreicht er schon beinahe professionelles Niveau - mit dem Unterschied, dass professionelle Anlagen meist nicht so sauber und dynamisch klingen. Viele andere Vertreter der Bolidenklasse ziehen klar den kürzeren - das heißt aber nicht automatisch, dass sie "schlecht" sind. Es ist vielmehr beeindruckend, dass generell ein sehr hohes Niveau herrscht und betrübliche Einbrüche nicht zu verzeichnen sind. Es ist eher ein Wettkampf, der nach dem Motto "das Bessere ist des Guten Feind" geführt wird, und getreu dieser Maxime kann sich der SR-12S1 auch vor einem Denon AVC-A1SRA und vor einem Yamaha DSP-Z9 behaupten. 

Filmton

Der Marantz schafft das, was viele versprechen, aber nur die wenigsten halten: Echte, authentische Kino-Atmosphäre, wie man sie aus renommierten Lichtspielhäusern mit aufwändigem Equipment kennt. Zu blumig? Kein Problem, wir entschlüsseln die Faszinations-Maschine SR-12S1 gern für Sie. Besonders zum Vorschein kommen die Tugenden des AV-Receivers im THX-Modus - auch, wenn viele Hörer da eine gewisse Skepsis an den Tag legen  - bitte Probe hören. Mit einem Jamo D 7 oder einem Teufel Theater 8 als Schallwandler-System macht der SR-12S1 extrem viel Spaß - wobei auch im normalen Betrieb, z.B. mit großen Standlautsprechern vorn und zusätzlich einem aktiven Sub für tiefste Frequenzen, ein höchst lebendiges Treiben gewährleistet ist. In Verbindung mit einem THX Ultra 2-Lautsprecherset wirkt aber alles besonders homogen und tonal ausbalanciert. Erster Bestandteil der nahezu perfekten Leistung des Marantz ist die Basswiedergabe, die einfach alles richtig macht. Der SR-12S1 erzeugt einen sehr sauber und differenziert strukturierten Bass, der mit exzellentem Tiefgang und außerordentlichem Volumen für ein tiefgründiges Fundament sorgt, das bei entsprechender Lautstärke und entsprechenden Effekten das Auditorium in vollem Umfang mit in die actionreiche Handlung einbezieht. Als Beispiele für diese extreme Basswiedergabe kann z.B. "U-571" dienen, wo der SR-12S1 nicht nur bei den vielen Wasserbomben-Explosionen, sondern auch beispielsweise beim Anlaufen der Schiffsschraube massiven Bassdruck ausübt, den man noch nach Minuten in der Magengrube spürt. Übertrieben? Wer das denkt, dem raten wir, den Marantz einmal richtig zu fordern. Auch bei "The Italian Job" (Remake) donnert der Safe in Venedig mit unglaublicher Wucht durch die Etagen, und die Verfolgungsjagd mit den Cooper Works-getunten Mini Cooper S macht durch den deutlichen tieffrequenten Nachdruck doppelt Spaß. Die druckvollen Explosionen in "Behind Enemy Lines"  werden mit üppiger Kraft, aber gleichzeitig mit sehr sauberer Strukturierung wiedergegeben. 

Doch es ist nicht nur der maximal mögliche Bassdruck, der begeistert - es ist auch die Fähigkeit des Marantz, eine so dichte, intensive Spannung aufzubauen, dass das Publikum richtig ins Schwitzen gerät. Wieder muss "U-571" als Paradebeispiel herhalten, denn die schon beinahe fühlbare Spannung vor dem Angriff der Deutschen in der drangvollen Enge des "gekaperten" U-Boots steigert sich auf ein schon fast unerträgliches Maß. Der SR-12S1 gaukelt hier nichts vor, der Zuhörer merkt, dass ein erbarmungsloser, erbitterter Kampf toben wird - und dass es jederzeit beginnen kan n.NachdenmassivenAttackenmittels Wasserbomben modelliert der Marantz das Spritzen des Wassers aus den undichten Stellen des U-Bootes höchst akkurat heraus. Gerade, was das Darstellen dieses Spannungsaufbaus, des Kampfgeschehens und der darauf folgenden Situation angeht, verdient sich der Marantz Traumnoten  - hier haben auch "kampferprobte" Konkurrenten wie ein Yamaha DSP-Z9 oder ein Pioneer VSA-AX10i-S, wenn auch knapp, das Nachsehen. Der Marantz schafft noch mehr atmosphärische Dichte, verarbeitet Ambient-Rauminformationen zu einem Klangteppich, der sich, der Spannung entsprechend, eng auf das Publikum legt. Das gleiche Kunststück gelingt dem AV-Receiver auch in der finalen Schlacht von "Titan A.E". Alle Effekte überträgt der SR-12S1 mit überragender Präzision - dies beweist er auch bei der Sequenz aus "Behind Enemy Lines" auf der 7. DTS Demo-DVD, wo das Bellen des Hundes exakt auszumachen ist - zusätzlich bellt der Hund auch von der Stimmlage her wie ein größerer Hund und nicht, unpassend, wie ein Dackel. Die Rufe des kleinen Kindes inmitten trauriger Ruinen, die gespenstisch durch den Hörraum hallen, gibt der Marantz ebenfalls absolut realitätsnah wieder. Klar war uns schon fast, dass auch "Gladiator" ein für den SR-12S1 bestens geeignetes Quellmaterial ist. Und siehe da - schon die weitläufige, klar strukturierte Darstellung des Music Score überzeugt auch sehr anspruchsvolle Anwender. Der Marantz präsentiert sich auch bei "Gladiator" wieder als Garant für pure Faszination - ähnlich wie der Pioneer VSA-AX10i-S überträgt der SR-12S1 nicht nur, sondern er interpretiert. 

Während der Pioneer noch eine Idee dynamischer im direkten Vergleich wirkt - Ursache für diese Feststellung dürfte vor allem der sehr spritzige Hochtonbereich des VSA-AX10i-S sein - liefert der Marantz die nochmals bessere Raumwirkung, vor allem im Surroundbereich wird dieses Plus an Dichte hörbar. Das Geschehen scheint sich mitten im Raum, genau beim Publikum abzuspielen  - diese Illusion gelingt dem Marantz nahezu perfekt. Bei hochfrequenten Effekten offeriert der Pioneer wiederum eine nochmals minimal  höhere Präzision und Brillanz, einen Vorzug, den der Marantz mit seinem extremen Bassdruck pariert, der heftigen Explosionen, wie oben bereits beschrieben, größtmöglichen Nachdruck verleiht. Im Vergleich mit dem "großen Bruder" sieht man auch, dass sich der Marantz SR-9300 klar geschlagen geben muss: Besonders in großen Hörräumen wirkt der SR-12S1 freier und bei hohen Pegeln gelassener. Struktur und räumliche Weite bleiben auch bei großen Lautstärken erhalten. Bilanzierend kann man sagen, dass der SR-12S1 gerade für actiongeladene Filme, die aber auch in Bezug auf die Detaillierung tadellos gestaltet sind, extrem gut geeignet ist. Auch wenn so mancher Akustikexperte fest davon überzeugt ist, dass ein guter AV-Receiver oder -Verstärker nur neutral wiedergeben sollte, so erlauben wir uns, eine andere Meinung zu vertreten, denn wenn es auf dem Markt nur höchstneutrale Wiedergabemaschinen geben würde, käme Langeweile auf. Wir finden es viel spannender, wenn jedes Modell etwas anders "gesoundet" ist - wer es extrem neutral mag, der kann ja im Stereo Direct Betrieb alle Kontrahenten vergleichen. Aufgrund der unterschiedlichen verbauten Baugruppen aber merkt man selbst da noch hörbare Unterschiede. Es gibt jedoch auch Hersteller, die tatsächlich versuchen, eine möglichst neutrale Wiedergabe zu ermöglichen. 

Beispiel dafür ist der Yamaha DSP-Z9, der in der normalen Dolby Digital- oder DTS-Betriebsart sehr natürlich klingt und sich strikt gegen die Aufnahme extremer Effektbetonung in sein klangliches Repertoire weigert. Wer beim DSP-Z9 z.B. mehr Nachdruck bei den Effekten möchte, kann sich an die schon fast  unzähligen hochwertigen DSPs heranwagen, die exzellent gelungen sind. Durch die umfangreichen Nachbearbeitungsmöglichkeiten eröffnen sich beinahe unzählige Wege zur akustischen Optimierung. Bei aller Güte der DSPs erreicht aber der DSP-Z9 nicht ganz dieses immense Volumen und diese dichte Räumlichkeit des SR-12S1. Der Denon AVC-A1SRA ist auch nicht in der Lage, Paroli zu bieten, er klingt nicht so tiefgründig-emotional - gespannt warten wir daher auf den neuen Denon-Boliden AVC-A1XV, der mit 10 frei konfigurierbaren 200 Watt-Endstufen sogar Bi-Amping bei 5.1-Aufbauten möglich macht und mit seinen extremen Abmessungen bereits optisch verdeutlicht, dass nicht größtmöglicher Chic, sondern größtmögliche Performance im Brennpunkt der Entwicklung lagen. Onkyo wird mit dem TX-NR5000E, für 5499 EUR ab Dezember erhältlich, ebenfalls wieder groß mitmischen - der modular aufgebaute First Class-Bolide verspricht viel Home Theatre-Feeling, glänzt aber auch mit einer extrem noblen Optik. Es wird also wieder spannend in der Boliden-Liga, wir werden bestimmt Anfang nächsten Jahres wieder einen großen Boliden-Test anbieten. Bis dahin liegt der Marantz vorn - mehr Home Theatre-Feeling bietet momentan kein Konkurrent.

Mehrkanal-Musikwiedergabe

Bei Ludwig van Beethovens "Pastorale" (DTS 5.1-DVD-Video) merkt man dem SR-12S1 seine besonderen Talente bei der Wiedergabe prachtvoller klassischer Musik in jeder Situation an.  Der reichhaltige, warme Klang mit üppiger, in der Musik schwelgender Ausschmückung sorgt für eine emotional-tiefgründige Wiedergabe, die dem Auditorium unter die Haut geht. Wer einen unterkühlten, analytisch-kargen Klang lieber mag, dies verraten wir sofort, wird im Marantz nicht den optimalen Spielpartner finden - aber die Frage ist, ob sich Anhänger einer solchen akustischen Auslegung die "Pastorale" überhaupt anhören würden, vermutlich wäre diese Symphonie ihnen sowieso zu reichhaltig. Besonders die Streicher umsorgt der Marantz mit einer fast schon aufopferungsvollen Behandlung: Jede Nuance wird mit einer angenehmen, trotz des gefälligen Klangs filigranen und transparenten Hochtondarstellung wiedergegeben. Doch er kann auch anders: Beim experimentalmusikalisch angehauchten "Chronos"-Trailer auf der 7. DTS Demo-DVD greift der SR-12S1 wieder so gnadenlos durch, wie wir es von der Filmtonwiedergabe her kennen: Er lässt den Hörraum in den Grundfesten erbeben und bietet selbst bei entsprechend dimensionierten Standlautsprechern ohne aktiven Subwoofer eine heftige Basswiedergabe - hier ist es wichtig, dass kein überflüssiges Möbelstück oder andere Dekorationsgegenständen  im Hörraum zu finden sind, denn der SR-12S1 macht derartig Druck, dass alles, was nicht fest verankert ist, zu vibrieren anfängt. Natürlich, um diesen Effekt zu erzeugen, muss man nicht so viel Geld ausgeben - aber ein AV-Receiver oder -Verstärker, der derartig unbarmherzig bei diesem Trailer Druck macht, ist uns bislang noch nicht untergekommen. Besonders imposant erschien uns dieser Trailer im THX Ultra 2 Music-Modus. Doch nicht nur zupacken kann der Marantz - auch die subtilen Nuancen, die von Geräten unterer Preisregionen zu einem beträchtlichen Anteil einfach übergangen werden, gibt er ausgezeichnet wieder. Jede Facette, jeder kleine tonale Anteil wird sorgfältig aufbereitet. Nicht ganz so liegt dem Marantz unsere DTS 96/24-DVD "Brasilian Bossa": Hier agiert der Pioneer VSA-AX10i-S dynamischer und spritziger, der Marantz ist hier eine Spur schwerfälliger und kann nicht so viel südamerikanisches Flair versprühen. 

Mit seinen hochwertigen Endstufeneinheiten eignet sich der SR-12S1 auch ausgezeichnet für die Wiedergabe von SACD- oder DVD-Audio-Medien. Besonders gut konnte sich der Marantz bei "Rage Hard" und "Relax" von Frankie gos to Hollywood in Szene setzen. Der nachdrückliche, raumfüllende Vortrag sorgt für viel lebendiges Flair und für eine emotionale Wiedergabe. Auch bei etwas ernsteren Stücken wie "The Power of Love" setzt sich der SR-12S1 glänzend in Szene. Gerade die Wiedergabe der Stimme gelingt ihm hervorragend, sie erklingt  kraftvoll, leidenschaftlich und charismatisch. Der Marantz trifft exakt den richtigen Punkt und ermöglicht so eine optimal temperierte Wiedergabe, bei der die Balance zwischen dem vokalen und dem instrumentalen Teil absolut stimmig ist. Bei der DVD-Audio "Breaktrough into a New Dimension" (Dabringhaus&Grimm Demo-Sampler mit klassischer Musik, u.a. Mozart, Händel) schafft er ein beeindruckendes Raumgefühl und eine reichhaltige, strahlende Klangkulisse - nicht puristisch, sondern üppig ausmodelliert. Der warme Einschlag sorgt auch z.B. bei der Wiedergabe von Streichern für größtmögliche Homogenität und Harmonie. 

Dolby Pro Logic IIx/DTS Neo:6

Mit Dolby Pro Logic IIx, Circle Surround 2 sowie DTS Neo:6 hat der SR-12S1 gleich drei miteinander konkurrierende Surround-Aufpolierer mit an Bord. Fangen wir mit dem schlechtesten System an: Um es kurz zu machen, hätte man sich die Integration von Circle Surround 2 sparen können, denn zur ansonsten wunderbare Klangmaschine SR-12S1 passt dieser lust- und farblos agierende Surround-Aufpolierer in keinster Weise. Die Höhen wirken wenig brillant, sondern matt und leblos, der Bass dröhnt zu stark, und insgesamt sind dem Klang zu viele störende, weil übertriebene Hall-Anteile hinzugefügt. Diese betrüblichen Feststellungen gelten sowohl für die Musik- als auch für die Filmtonwiedergabe, so dass man bilanzierend CS 2 in diesem Gerät getrost vergessen kann, auch wenn man das Gesamtergebnis mittels der umfangreichen Einstellungen "TruBass, SRS Dialog sowie verschiedene Effektjustagen für Surround Back, Center und Subwoofer) etwas aufbessern kann. Richtig gut wird das Resultat aber leider auch dann nicht, da die grundsätzliche Auslegung schon einige Nachteile aufweist, die auch durch weitere Eingriffe nicht komplett zu korrigieren sind.  Mit kräftigem, soliden Bass und einer weitläufigen Surround-Klangkulisse spielt Dolby Pro Logic II schon in einer ganz anderen Liga. Besonders im Movie-Modus sind die Vorteile von Pro Logic II gut herauszuhören. In der Music-Betriebsart muss sich Pro Logic II allerdings hörbar DTS Neo:6 geschlagen geben, der nicht übertriebene, aber trotzdem kräftige Bass, die beste Präzision und der klare, aufgeräumte Hochtonbereich sorgen für höchst erfreuliche Resultate - im Neo:6-Einsatz kann der Marantz auch versierte Stereohörer zumindest ins Grübeln bringen. 

Stereoklang

Ganz einfach: Kein AV-Verstärker oder -Receiver, den wir bislang unter die Lupe nahmen, klang bislang so gut wie der SR-12S1. Das liegt im besonderen an der bereits in den anderen Disziplinen herausgehörten Verhalten des Marantz, die Musik mit einem regelrechten "Verwöhnaroma" vorzutragen. Den Stereoklang des SR-12S1 kann man nicht nur mit nüchternen Maßstäben wie Präzision, Raumgefühl und Brillanz messen - nein, es ist mehr: Man muss den Sound fühlen und erleben, in der reichhaltigen, schmückenden Art, die der AV-Receiver mitbringt, selbst aufgehen. Das klingt nun mehr nach Philosophie und Selbsterkenntnis als nach objektiver akustischer Beurteilung, aber - die Techniker-Fraktion mag dem Autor bitte verzeihen - so kommt man der Faszination des Marantz am besten auf die Spur. Bei der HDCD "The Essential James Bond" baut der Marantz mit Liebe eine virtuelle Bühne auf, auf der man die einzelnen Instrumentalisten sehr gut orten kann. Bei den jeweiligen Instrumenten arbeitet er spezifische Charakteristika sorgfältig heraus. Sehr gut gelingt es dem SR-12S2, ein für das jeweilige Musikstück typisches Flair zu entfalten, was für eine besondere Art der Verständigung zwischen der gespielten Musik und dem zuhörenden Publikum ermöglicht. Gerade dieser vollmundige Stereogenuss wird oft auch bei teuren AV-Receivern vermisst - der Marantz bietet ihn und ist in der Stereo-Darstellung genauso souverän wie in den anderen akustischen Disziplinen. 

Bewertung Pegelfestigkeit
Bewertung Klang Film
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik
Bewertung Klang Surround-Aufpolierer
Bewertung Klang Stereo
Fazit

Von einem Gerät aus der Preisklasse des SR-12S1 erwartet der Käufer zu Recht eine sehr hohe Leistungs- und Belastungsfähigkeit. Der SR-12S1 erfüllt diese Erwartungen jedoch nicht nur, sondern er übertrifft sie deutlich. Bei sehr hoher Dauerbelastung greift der recht leise laufende Ventilator ab und zu kühlend ins Geschehen ein, die Kombination aus aktiver und passiver Kühlung verhilft dem Marantz zu einer weit überdurchschnittlichen Belastungsfähigkeit. Ganz gleich, ob man sich wünscht, drei actiongeladene Blockbuster oder mehrere Live-Konzerte anzuhören - der SR-12S1 erfüllt jeden Wunsch und agiert auch nach stundenlanger Dauerbelastung so souverän wie im noch "frischen" Zustand. Selbst in Lokalitäten, die deutlich über 50 Quadratmeter groß sind, ist der edle AV-Receiver außerordentlich pegelfest und schlägt renommierte Konkurrenten. Von der akustischen Auslegung her begeisterte uns das Marantz-Flaggschiff ebenfalls, denn die warme, im höchsten Maße gefällige Klangcharakteristik sorgt dafür, dass man dem Boliden stundenlang zuhören kann, ohne dass man jemals durch Anflüge von Aggressivität oder Überbetonung gestört wird. Er verleiht beispielsweise klassischer Orchestermusik einen wunderbar prachtvollen Touch, er schmückt alles sehr reicht aus - kein Gerät für akustische Puristen, aber uns hat diese Auslegung dafür umso mehr imponiert, da der Vortrag nicht kalt-analytisch, sondern emotional-berührend ausgelegt ist. Auch im Stereobetrieb bleibt der Marantz seinem Charakter treu. Zum sprichwörtlichen "Hammer" wird der SR-12S1 dann im Home Theatre-Einsatz - man bräuchte eigentlich einen Waffenschein, so brachial jagt der THX-Receiver alle Arten von Effektsalven durch den Hörraum. Selbst unsere bisherige Referenz, der Pioneer VSA-AX10i-S, muss den Marantz ziehen lassen. Der Pioneer ist zwar noch dynamischer, die urwüchsige Wucht und die schlicht und ergreifend wahnsinnige Basskraft stellt aber in diesem Umfang nur der SR-12S1 bereit. Auch, was den Raumeindruck und die Weitläufigkeit der Surround-Klangkulisse angeht, erbringt der Marantz eine Leistung, die nochmals das bereits sehr hohe Niveau der versammelten Boliden-Konkurrenz übertrifft. Summa summarum ist der SR-12S1 akustisch das im Moment beste Gerät - da müssen wir auf den neuen Onkyo TX-NR5000E und auf den neuen Denon AVC-A1XV warten, damit wieder neue Standards gesetzt werden können.  Gerade im Hinblick auf die Ausstattung geht noch mehr: Aufgrund des Alters seiner Konstruktion fehlen dem SR-12S1 i.link-Interfaces ebenso wie HDMI-Schnittstellen. Für alle wichtigen Baugruppen nimmt Marantz nur das Beste vom Besten - aber so manches kleine zusätzliche Ausstattungsmerkmal (z.B Auto Room Setup, viele DSP-Programme) sowie manches durchaus wichtige Feature (AV-Delay, einstellbare Subwoofer-Übernahmefreuqnz) fehlen. Insgesamt ist die Feature-Bestückung für die Preisklasse höchstens durchschnittlich - da musste sich der SR-12S1 in den anderen Wertungen umso mehr anstrengen, was er mit Bravour geschafft hat. Akustisch ist er daher der beste AV-Receiver und -Verstärker, den wir bislang gehört haben. Zusammen mit der edlen Verarbeitung ergibt dies unser Referenz-Prädikat - für ein "Masterpiece" hätte auch die Ausstattung "State Of The Art" sein müssen - wenn Marantz beim Nachfolger diese Defizite beseitigt und akustisch das identische hohe Niveau erreicht, kann es aber klappen. 

Unser akustisch momentan bester Bolide: Der SR-12S1 markiert die Spitze im Highend-Business
Gesamturteil:
 
Highend-Klasse
Test 08.11 2004
Preis-/Leistungsverhältnis:
Pro:
  • Extrem hohe Pegelfestigkeit

  • Sehr warmer, reichhaltiger Klang bei Multichannel-Musikquellen

  • Bestmögliche Home Theatre-Performance vor allem im THX-Betrieb

  • Überragender, im höchsten Maße stimmige Stereo-Wiedergabe

  • Hochwertige Fernbedienung

  • Verarbeitung des Hauptgeräts auf absolutem Premium-Niveau

  • Faires Preis-/Leistungsverhältnis

Contra:
  • Kein überdurchschnittliches Ausstattungsniveau

Die technischen Daten
  • AV-Receiver mit THX Ultra 2-Zertifikat

  • Decoder für: THX Surround EX, Dolby Digital/DTS 5.1, Dolby Pro Logic II, DTS Neo:6, Smart Circle Surround 2, DTS 96/24

  • Endstufen mit 7  x 160 Watt Leistung (RMS)

  • Hochwertiger Ringkern-Trafo

  • 192 kHz/24-Bit Chrystal-D/A-Wandler für jeden der 7 Kanäle

  • Verkupfertes Chassis

  • 32 Bit-DSP

  • Multiroom-fähig (Audio und Video)

  • On Screen Display

  • Software-Upgrades via RS232-Schnittstelle möglich

  • Anschlüsse: 5 optisch Digitaleingänge, 1 optischer digitaler Ausgang, 5 koaxiale Digitaleingänge, 1 koaxialer digitaler Ausgang, 10 analoge Audio-Eingänge, 4 analoge Audio-Ausgänge, 7.1-Preout, 7.1-Extern-Eingang, auftrennbare Endstufen, Videosektion komplett S-Video-beschaltet, 4 Komponenteneingänge, 1 Monitor-Komponenten-Ausgang, S-Video/Composite-Monitor-Ausgang, Front AV-Eingang mit S-Video und optischem Digitaleingang, RS232-Schnittstelle, Kopfhöreranschluss, hochwertige, transparente Lautsprecher-Anschlüsse, Cinch-Buchsen vergoldet, 2 x 12 V-Trigger-Anschluss zur Steuerung externer Komponenten

  • Mitgelieferte Fernbedienung mit Touch Screen, vorprogrammiert und lern- sowie Macro-fähig, hintergrundbeleuchtet und bidirektional kommunizierend

  • Farben: Gold oder Silbern

  • Maße (B x H x T in mm): 440 x 184 x 480

  • Gewicht: 27 kg

  • Preis (UVP): 4.500 EUR

08. November 2004
Test: Carsten Rampacher

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