Test: Nubert nuLine 5.1-Set

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER
für das Bereitstellen der Hörräume und des Testequipments
Immer mehr sehr kompakt bauende Mehrkanal-Lautsprechersysteme
sind im Angebot - sicherlich treffen die Anbieter damit auch den Geschmack einer
gewissen Käuferschicht, die eine möglichst unauffällige Integration des
Lautsprecherensembles in den heimischen Wohnraum wünschen. Aber es gibt einen
beträchtlichen Kundenkreis, der ein anderes Anforderungsprofil in Bezug auf
seine zukünftigen Boxen voraussetzt. Hier steht das klangliche Können
kompromisslos im Vordergrund, und es wird die These vertreten, dass man dem
wohlklingenden Lautsprecher dann auch ausreichend Aufstellungsraum zur
Verfügung stellt - denn nur mit einem entsprechenden Volumen versehen,
erfüllen gerade die Frontlautsprecher die Anforderungen desjenigen Hörers, dem
ein komplettes, gut strukturiertes Klangbild über alles geht. Außerdem sorgt
eine interessante Farbgebung und eine sorgfältige Verarbeitung dafür, dass man
die Schallwandler auch aus optischen Aspekten heraus gar nicht verstecken muss.
Natürlich stehen nicht nur die Frontlautsprecher im Mittelpunkt des Interesses,
auch ein stimmig dimensionierter Center und hochwertige Surroundlautsprecher
gehören dazu. Wer es dann noch richtig Ernst meint mit einer effektvollen
Darstellung, kommt an einem leistungsstarken aktiven Subwoofer nicht
vorbei.
All dies klingt nun nach einer extrem hohen finanziellen
Aufwendung - wie man immer wieder leidvoll erfahren muss, ist gerade die
Anschaffung eines Lautsprechersystems, das für anspruchsvolle heimcineastische
und musikalische Einsatzzwecke geeignet sein soll, mit einem immensen
Kostenaufwand verbunden. Nun, das Paket, das wir Ihnen in diesem Praxistest
vorstellen möchten, gehört auch nicht zu den Sonderangeboten, die man gerade
zufällig sieht und dann aufgrund des sensationellen Preises mitnimmt. Mit einem
Komplettpreis von 3.039,-- EUR für ein 5.1.-System, ein sehr kraftvoller
aktiver Subwoofer ist somit auch im Paket enthalten, stellt unser Nubert
nuLine-Set aber eine wohlfeile Offerte da - so suggeriert es das Datenblatt. Ob
das ausgewachsene Mehrkanal-Set, bei uns in schicker silberner Farbgebung am
Start, auch im Testraum imponieren konnte, können Sie im folgenden Text
nachlesen.
Zunächst stellen wir die Lautsprecher aus unserem Test-Set
einzeln vor.
Frontlautsprecher nuLine100:

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten bietet die pro Stück 710,--
EUR kostende nuLine100-Standbox, die nach dem 2-Wege-Prinzip mit zwei Subbässen
arbeitet. Sie eignet sich als bassstarker, hoch ausfahrbarer Hauptlautsprecher
für eine 5.0.-Mehrkanalkonfiguration ohne aktiven Subwoofer sehr gut, die Musikbelastbarkeit von 500 Watt und
die Nennbelastbarkeit von 350 Watt versprechen vielfältige
Einsatzmöglichkeiten auch in großen Hörräumen.
Wer es mit dem Bassdruck in seinem Heimkino richtig Ernst meint, kann natürlich
auch ein 5.1-System mit zwei nuLine 100 und einem kraftvollen aktiven Subwoofer
einsetzen. Vorteil: Da die nuLine100 sehr bassstark ist, kann man die
Übernahmefrequenz des aktiven Subwoofers je nach Geschmack und Raumakustik auf
40 bis 60 Hz heruntersetzen. So ist der aktive Bassist dann tatsächlich (bei
korrekter Einpegelung!) nicht mehr zu orten. Wichtig: Im Setup des
AV-Receivers/-Verstärkers in diesem Fall UNBEDINGT die Bassausgabe-Betriebsart
für eine kombinierte Bassausgabe von Subwoofer und Hauptboxen anwählen! Doch
die nuLine100 erfüllt auch noch andere Kriterien, denn sie ist durch ihren
hochwertigen Aufbau auch als Stereo-Schallwandler für den anspruchsvollen
Zweikanal-Musikliebhaber eine interessante, weil preislich fair kalkulierte
Alternative. Als "Special Feature" bringt diese Standbox noch zwei
Kippschalter auf der Rückseite mit, die die Bass- und die Höhenwiedergabe
verändern. Je nach Raumakustik und Aufstellung des Lautsprechers ist so eine
akustische Optimierung möglich. Der nüchtern-zeitlose Lautsprecher ist in verschiedenen
Ausführungen lieferbar: Mehrschichtlack in Silber, Furnier Esche schwarz, Kirsche oder Buche. Die abnehmbaren Frontgitter
sind wahlweise in Schwarz oder Mattsilber verfügbar.
Bei allen nuLine-Modellen verwendet Nubert bereits seit Frühjahr 2003 verbesserte Tiefton- und Tiefmitteltonchassis mit Druckguss-Körben, die eine erhöhte mechanische Stabilität aufweisen. Die neuen Chassis sind
laut Herstellerangaben auf extreme Membranhübe und maximale Impulsgenauigkeit optimiert. Außerdem
wurden die Modelle nuLine 100 und der CS-40, ebenfalls bei uns im Test, mit asymmetrischen Hochtönern ausgestattet,
einem probaten Mittel gegen klangmindernde Interferenzen und Kantendispersionen.
Tiefbass- und Klang-Modul ABL-10/100
Wer keinen aktiven Subwoofer einsetzen möchte, kann die
nuLine100 für die tieffrequente Wiedergabe aufrüsten: Mit dem Nubert ABL-10/100-Modul
(ab 250,-- EUR, mehr dazu hier)
kann
der Bassliebhaber die Bass-Performance der nuLine100 deutlich verbessern und gleichzeitig den Mittel-/Hochtonbereich
modifizieren. Mit dem ABL-Modul erreicht die nuLine 100 27 Hz (-3 dB) – ein Tiefbass-Erlebnis,
das mancher aktive Subwoofer nicht zur Verfügung stellen kann.
Technische Daten (ohne Bassmodul):
Standbox / 2-Wege-Bassreflexsystem + 2 Subbässe
Belastbarkeit: 500/350 Watt (DIN EN 60268-5, 300 Std.Test)
Frequenzgang: 44 bis 24.000 Hz +2 -5 dB (53 bis 22.000 Hz +/- 2 dB)
Übertragungsbereich: 17 bis 30.000 Hz
Impedanz: 4 Ohm
Maße: 106 x 21 x 34 cm (H x B x T)
Gewicht: 28 kg
Centerlautsprecher nuLine CS-40:

Ein extrem wichtiger, oft unterschätzter Bestandteil eines
hochwertigen Mehrkanal-Lautsprechersystems ist ein entsprechend dimensionierter
Centerlautsprecher. Ein Modell mit den richtigen Maßen zu finden, ist gar nicht
so einfach, denn entweder ist das gute Stück dann so groß, dass man es kaum
noch akkurat unterbringen kann, oder es ist in Bezug auf das Gehäusevolumen zu
klein, was sich in unzureichenden klanglichen Qualitäten niederschlägt. Einen
Center mit einer stimmigen Mischung aus vertretbarer Baugröße und einem
Gehäusevolumen, das für gehobene akustische Ansprüche gut ausreicht, hat
Nubert mit dem nuLine CS-40 für 327,-- EUR im Sortiment. Mit einer
Musikbelastbarkeit von 290 und einer Nennbelastbarkeit von 220 Watt werden in
Bezug auf die Belastungswerte hervorragende Leistungen erreicht. Die
lieferbaren
Ausführungen:
Mehrschichtlack in Silber, Furnier Esche schwarz, Kirsche oder Buche. Abnehmbare Frontgitter in Schwarz oder Mattsilber.
Technische Daten:
Centerspeaker / 2-Wege-Bassreflexsystem, magnetisch abgeschirmt
Belastbarkeit: 300/220 Watt (DIN EN 60268-5, 300 Std.Test)
Frequenzgang: 52 bis 20.000 Hz (+/- 3 dB, im Bereich von 75 bis 19.000 Hz +/- 2
dB)
Übertragungsbereich: 26 bis 30.000 Hz
Impedanz: 4 Ohm
Maße: 19 x 47 x 37cm (H x B x T)
Gewicht: 13 kg
Surround-Lautsprecher nuLine DS-50:

Der per Kippschalter aktivierbare Hochtöner auf der
Gehäuserückseite ist das besondere Kennzeichen der DS-50, Stückpreis 214,-- EUR.
Mit Hilfe von diesem Schalter kann man somit zwischen dem Dipol- und dem
Direktstrahler-Betrieb wechseln. Je nach Einsatzzweck lässt sich hiermit das
Klangbild auf die individuellen Bedürfnisse einstellen. Wir raten zu
umfangreichen Testreihen, je nach Quellmaterial und dem eigenen Geschmack kann
dann der Schalter positioniert werden. Eine weitere Besonderheit findet sich in
Form des an der Lautsprecherunterseite angebrachten Anschlussfelds (siehe Bild
unten):
Skeptische Zeitgenossen werden sich natürlich fragen, wieso wir
zu den durchaus stattlichen Frontlautsprechern gerade diese Surroundboxen
wählen - die in Bezug auf das Gehäusevolumen nicht gerade mit
rekordverdächtigen Werten aufwarten können. Für unsere Entscheidung gibt es
zwei Gründe. Zum einen ist es selbst für Sound-Enthusiasten nicht unbedingt
räumlich einfach zu lösen, zusätzlich zu den großen Standboxen für vorne
auch noch formatfüllende Surround-Speaker aufzustellen. Zum anderen
verspricht Nubert dem geneigten Kunden gerade in Bezug auf die DS-50
überragende akustische Eigenschaften. Sehr ordentlich belastbar ist die DS-50
mit einer Musikbelastbarkeit von 150 und einer Nennbelastbarkeit von 120 watt
obendrein. Lieferbar ist der kompakte Lautsprecher in vielen Ausführungen: Mehrschichtlack in Silber, Furnier Esche schwarz, Kirsche oder Buche.
Die abnehmbare Frontgitter sind in Schwarz oder Mattsilber verfügbar.
Technische Daten:
Dipol/Direkt-Rearspeaker umschaltbar / 2-Wege-Bassreflexsystem, magnetisch abgeschirmt
Belastbarkeit: 170/120 Watt (DIN EN 60268-5, 300 Std.Test)
Frequenzgang: 80 bis 20.000 Hz bei einer Lautsprecherachse von +/-30 Grad
bei empfohlener Aufstellung, 110 bis 20.000 Hz bei Aufstellung frei im Raum.
Näheres dazu hier.
Impedanz: 4 Ohm
Maße: 25 x 15 x 23 cm (H x B x T)
Gewicht: 4,5 kg
Aktiver Subwoofer nuBox AW-1000:

Wer viel Wert auf echtes Heimkino-Feeling legt, muss sich einen
Spezialisten für den Bassbereich zulegen. Nur in Zusammenarbeit mit einem
entsprechend dimensionierten aktiven Subwoofer ist eine Basswiedergabe
garantiert, die für viel Fundament, Dynamik und Volumen bei allen Arten
tieffrequenter Effektkombinationen sorgt. Wer nun denkt, man könnte einfach
irgend einen aktiven Subwoofer aussuchen, der auf dem Papier möglichst viel
Leistung für möglichst wenig Geld liefert, sieht sich in der täglichen
Hörpraxis meist bitter enttäuscht. Zum einen sind die verbauten Endstufen
dieser Komponenten schon recht früh am Ende (bei solchen Kandidaten bekommt das
Wort ENDstufe eine völlig andere Bedeutung), zum anderen ist die gesamte
Konstruktion des aktiven Subwoofers nicht mit der nötigen Sorgfalt ausgeführt
worden. Dies führt in der Praxis dazu, dass die Basswiedergabe unsauber,
unpräzise und mit wenig Struktur erfolgt. Bestenfalls können solche Geräte
einen vordergründig "fetten" Bass erzeugen. Dieser entpuppt sich aber
bei genauerer Untersuchung eher als permanent nervender, unpassend integrierter
Dröhnfaktor, der Subwoofer ist nicht in der Lage, gerade bei hohen Lautstärken
noch ein Mindestmaß an kultivierter Darstellung zu ermöglichen. Für die
einigermaßen anspruchsvolle Musikwiedergabe sind solche Subwoofer daher auch
völlig ungeeignet. Unser Nubert AW-1000 stellt da ein ganz anderes Kaliber dar.
Nicht nur massenhaft Bassdruck, auch eine entsprechende Dynamik und Präzision
stellt Nubert in den Mittelpunkt seiner Entwicklungsbemühungen. Sorgfalt bei
der Konstruktion ist oberstes Gebot. Zusammen mit der Konkurrenz von Teufel
zeigt man vielen anderen Herstellern auch immer wieder, wie man zu vertretbaren
Preisen erstklassige Subwoofer baut.

Auch beim 864,-- EUR kostenden AW-1000 wurden wieder viele
Faktoren wie Verzerrungsarmut, Strömungsgeräuschminimierung, Schalldruck und Tiefgang
maßgeblich berücksichtigt. Das exklusiv für Nubert gefertigte Chassis des
AW-1000 erreicht besonders beachtliche Werte. Bei diesem Ausnahmetreiber konnte der Wirkungsgrad bei 30 Hz um 3 dB gesteigert werden, was einer glatten Verdopplung der Verstärkerleistung
im Vergleich zum Vorgänger AW-900 entspricht. Dazu kann die Membran um mehr als 40 mm
auslenken - ein sehr guter Wert. Verstärkerseitig griff man auf das bewährte Aggregat aus dem AW-900 mit seiner aufwändigen »Class G-Technik« zurück, steigerte aber dessen Ausgangsleistung von 235 auf rund 300 Watt und entwickelte eine mehrstufige
Softclipping-Schaltung. Damit ist der AW-1000, so Nubert, in der Lage, auch die tiefsten Frequenzen mit großer Präzision und extrem hohem Schalldruck wiederzugeben.
Ebenfalls soll der AW-1000 keine Eigengeräusche produzieren, obwohl bei hohen
Pegeln bekanntermaßen gewaltige Luftmassen durch das Gehäuse und das Reflexrohr geschaufelt
werden - das massive Gehäuse mit seinem strömungsoptimierten Innenaufbau
macht es möglich. In verschiedenen Ausführungen ist der Bassbolide
erhältlich: Mehrschichtlack in Silber, Furnier Esche schwarz, Kirsche oder Buche.
Die abnehmbaren Frontgitter sind in Schwarz oder Mattsilber lieferbar.
Technische Daten:
Aktiv-Subwoofer mit Fernbedienung für Lautstärke und Trennfrequenz
Frequenzgang: 19 bis 47 Hz, -3 dB, Frequency-Regler links, Low Cut auf 20 Hz/29
bis 47 Hz, -3 dB, Frequency-Regler links, Low Cut auf 30 Hz,/29 bis 120 Hz, -5
dB, Frequency-Regler rechts, Low Cut auf 30 Hz, 16 bis 85 Hz, Frequency-Regler
links, Low Cut auf 20 Hz
Musikleistung der eingebauten Endstufe: 300 Watt
Maße: 48 x 37 x 56 cm (H x B x T)
Gewicht: 35 kg
Optik und Verarbeitung
Unsere Testexemplare glänzten alle mit einer ausgezeichneten
Verarbeitungsqualität. Besonders die saubere Mehrschichtlackierung in silberner
Kolorierung überzeugte uns, das Bild unten versucht zu verdeutlichen, mit welch
großer Sorgfalt Nubert die Gehäuse der nuLine-Serie verarbeitet und lackiert:

Am nüchtern-zeitlosen Design der Lautsprecher gibt es nichts
auszusetzen, die silberner Farbe unserer Testkandidaten sorgt für einen
gediegenen Gesamteindruck. Wer es gern sehr technisch mag, wird seine Freude an
einer Aufstellung ohne die Boxengitter haben, die unserer - hier subjektiver -
Meinung nach die Gesamtharmonie eher stören. Die Anschlussterminals auf der
Rückseite der Schallwandler sind ebenfalls solide verarbeitet, alle
Kippschalter, die die Boxen zieren, sind zwar schlicht, aber solide gemacht. In
Bestform präsentiert sich die Rückseite des aktiven Subwoofers.

Selbstverständlich liefert Nubert auch einen
Kaltgeräte-Steckeranschluss mit. Alle Bedienelemente sind praxisgerecht zu
bedienen. Kritik gibt es nur - wie übrigens auch bei praktisch allen
Konkurrenzprodukten - in Bezug auf die mitgelieferte Fernbedienung. Diese
besteht aus billig wirkendem Plastik und passt daher nicht zum hochwertigen
Eindruck des AW-1000. Hier sollte Nubert entsprechend nachbessern.

Klang
Nun schlug die Stunde der Wahrheit: In unserem Hörraum musste
das nuLine-Set im Zusammenspiel mit unserem Denon AVC-A1SE mit Upgrade
und einem Denon DVD-A11 unter Beweis stellen, was es im Mehrkanal-Einsatz an
Klangstärke auf die Beine stellen kann. Besonders gefordert waren die nuLine
100-Standlautsprecher, denn sie mussten auch noch unsere Stereo-Klangchecks
über sich ergehen lassen und hatten das Pech, im Mehrkanal-Betrieb bei manchen
Testreihen auch ohne die Basskraft-Hilfe namens AW-1000 ihre tieffrequente
Stärke überzeugend darzustellen. Doch alle Hürden überwanden die
Nubert-Boxen ohne Schwierigkeiten und sorgten für eine Extraportion Hörspaß
beim Tester. Dass sich große Zufriedenheit einstellte, lag an mehreren
Faktoren. Am wichtigsten ist die Tatsache, dass es mit dem Nubert-Set einfach
brachial vorangeht. Die gebotene Dynamik ist für diese Preisklasse enorm hoch.
Bei der siebten DTS Demo DVD konnten die Lautsprecher mehrere Glanzpunkte setzen
- so beispielsweise bei "Behind Enemy Lines". Diese Filmsequenz, die
nicht umsonst ihren Weg auf die akustisch hochklassige Demo-Scheibe fand, ist
besonders geeignet, um echtes Home Theatre-Feeling zu verbreiten - wenn das
Equipment stimmt. Mit unzureichenden Komponenten kann hier der Schuss auch
leicht nach hinten losgehen. Schwachbrüstige Subwoofer mit
Konstruktionsmängeln machen sich dann durch Dröhngeräusche und
Bassdruckverluste im hochpegeligen Bereich massiv unbeliebt. Zu wuchtige
Bassisten brauchen zu lange, um das unvermittelte Auftreten der brachialen
Dynamiksprünge entsprechend zu vermitteln. Zu kleine aktive Subwoofer mit
unterdimensionierten Chassis erzeugen einen zu geringen Tiefgang. Auch
Surround-Lautsprecher mit wenig vielversprechenden Belastungswerten oder
unpräzisem Effektaufbau können die akustische Ausbeute schmälern, ebenso wie
ein Center mit einer zu dünnen Gesamtcharakteristik. Man kann aber auch alles
richtig machen, wie unser nuLine-Set- Der bärenstarke AW-1000 lässt
tieffrequente Effekte mit gehörigem Nachdruck bis in die Magengrube des
Auditoriums vordringen. Im Zusammenspiel mit den ebenfalls bassstarken
Frontlautsprechern ist eine Basswucht geboten, die auch gehobene Ansprüche
ebenso problemlos zufrieden stellt wie der AW-1000 auch in tiefste
Frequenzgefilde vordringt. Exzellent ist bei allen Dynamiksprüngen die rasche
Reaktion. Stets ist der Subwoofer exakt zum passenden Zeitpunkt zur Stelle. Bei
"The Fast and the Furious" lassen sich diese Höreindrücke weiter
vertiefen. Besonders auffällig ist hier zusätzlich, was die beiden DS-50 für
eine intensive Surround-Klangatmosphäre schaffen. Wir hätten es den zierlichen
Lautsprechern gar nicht zugetraut, aber sie sind in der Lage, unheimlich Gas zu
geben. Sehr hohe Lautstärken stellen kein Problem dar, im Gegenteil: Die
effektreiche Verfolgungsjagd wird im Surroundbereich auf einem absolut
überzeugenden Niveau vorgetragen. Aber nicht nur im Surroundbereich, auch in
Bezug auf die Frontakustik lassen sich unsere positiven Eindrücke
weiterführen. Der Center ist vom gleichen Schlag wie der Rest des
"Teams" und präsentiert sich als hoch belastbarer Dynamiker mit
frischer, klarer und ausdrucksvoller Stimmwiedergabe. Auch bei hohen
Lautstärken bleibt der Mittenlautsprecher absolut souverän und überträgt
auch laute Schreie und größere Effekte, die vorn aus der Mitte kommen, ohne
unpassende Anflüge von Aggressivität.
Dass das Nubert-Set Heimkinofeeling auf Oberklasse-Level
realisieren kann, beweist einmal mehr das Pod Race aus der Star Wars Episode 1.
Mit Vehemenz donnern die Eigenbau-Podracer durch den Hörraum, dabei vermied es
das nuLine-Ensemble sorgfältig, das tonale Gesamtgefüge in einem einfältigen
Krach untergehen zu lassen: Selbst bei großen Pegeln wurden eine präzise
Gesamtstaffelung und eine gelungene Integration auch kleinerer Effekte erreicht.
Als bei Anakin Skywalker das eine Triebwerk am Pod Racer ausfällt, stellen die
Nubert-Boxen die Bemühungen des späteren "Darth Vader" klanglich
eindrucksvoll dar, das widerspenstige Bauteil wieder zum Leben zu erwecken. Eine
große Stütze für echtes Home Theatre-Feeling ist wiederum der AW-1000. Er
dröhnt nicht lautstark herum, ohne eine akkurate Wiedergabe zu
berücksichtigen, sondern liefert alles: jede Menge Kraft, eine klare, gut
erkennbare Struktur, viel Dynamik und einen sehr ansprechenden Tiefgang. Nur
eines steht nicht auf dem Menüplan: Unpassende Strömungsgeräusche oder
Ansätze zum Durchschlagen. Eher melden sich andere Objekte, die sich im
Testraum befinden, bei höchsten Basspegeln zu Wort, als dass der AW-1000 sein
eisernes Schweigen in Bezug auf unpassende Eigengeräusche brechen würde.
Wer, aus welchen Gründen auch immer, keinen aktiven Subwoofer
verwenden möchte, sollte sich auf jeden Fall die nuLine 100 Standlautsprecher
intensiv anhören. Denn diese bieten für ihre Baugröße eine exzellente
Basswiedergabe, die immer für ein angenehm voluminöses Fundament sorgt und nie
störend wird. Natürlich, im Vergleich zum "Teamwork" mit dem AW-1000
geht schon Basskraft verloren, wer aber eine sehr natürliche Wiedergabe
schätzt und vielleicht dazu noch überwiegend Musik hört, könnte auch mit der
subwooferlosen Kombination glücklich werden.
Besonders mit aktivem Subwoofer beeindruckte uns wieder einmal
der "Chronos-Trailer" auf der siebten DTS Demo DVD. Hier gehen alle
"nuLiner" mit viel Enthusiasmus zu Werke gilt es doch, eine akustisch
besonders anspruchsvolle Sequenz komplett darzustellen. Viele, selbst gute und
nicht gerade preiswerte aktive Subwoofer, verlässt bei den hier angesagten
Tiefgang-Passagen nach mehr oder kurzer Zeit der Mut - sie verzichten auf eine
nähere Behandlung der in diesem Trailer vorkommenden Tiefbasselemente. Nicht so
der AW-1000, dem es Freunde zu machen scheint, genau dort richtig einzugreifen,
wo sich ein Großteil der Konkurrenz schon vornehm oder weniger vornehm
zurückzieht. In Anbetracht der noch humanen, durchaus wohnraumkompatiblen
Abmessungen und der Finanzierbarkeit des AW-1000 ist es wahrlich überragend,
wie der Bassist alle Höhepunkte dieses soundintensiven Stücks managt. Aber
auch der subtile, diffizil darstellbare Hochtonbereich wird ausgezeichnet
übertragen. Beim aktuellen DTS DVD Audio Music Sampler zieht das
nuLine-Paket ebenfalls alle Register seines Könnens. "Insane Clown Posse -
Ain't no Bidness" heißt hier ein Track, der mit harten, krachenden Beats,
abgehackten Stimmen-Versatzstücken und schnellen Rhythmuswechseln das Equipment
herausfordert. Die Nubert-Boxen zeigen sich diesem Klanggewitter ohne
Schwierigkeiten gewachsen, eine hervorragende Modellierung in allen
Frequenzbereichen (nur der Mitteltonbereich wirkt bei wenigen Passagen leicht
unterrepräsentiert) zeigt die Fähigkeiten aller Komponenten sehr gut auf. Doch
nicht nur mit heftigem Hip Hop, auch mit differenzierter Klassik können alle
Mitglieder unseres Test-Sets prima umgehen. Besonders gefallen bei unserer
Dabringhaus&Grimm-Klassik-Sampler-Test-DVD Audio hat uns auch hier wieder
das hervorragende Ansprechverhalten. Nie verharren die Lautsprecher träge, hier
wird ein Spaß am Arbeiten an den Tag gelegt, der jedem Unternehmenschef
Freudentränen in die Augen treiben würde. Doch es soll ja Mitarbeiter geben,
die mit viel Enthusiasmus ans Werk gehen, im Detail es aber an Sorgfalt missen
lassen.
Zu dieser Sorte gehören die Nubert-Schallwandler aber nicht.
Zwar gibt es Lautsprecher, die nochmals feinfühliger darstellen - diese sind
dann aber auch merklich kostenintensiver, wie z.B. das
Infinity Kappa-System, das zwar exzellent in allen Wertungen abschneidet,
aber auch dafür doppelt so teuer ist. Und, man muss dieser Gleichung noch
hinzufügen, dass man, um die Vorzüge des Kappa-Sets auch effektiv zu nutzen,
ein herausragendes und somit überdurchschnittlich teures Gesamtequipment
benötigt. Allein die entsprechend hochwertigen Lautsprecher-Kabel verschlingen
locker den Gegenwert eines gar nicht mal schlechten Subwoofer-/Satellitensystems.
Das ebenfalls sehr feinnervig agierende Mission
m5-Set liegt ebenso im Preis deutlich höher - und spricht auch einen ganz
anderen potentiellen Kundenkreis an, denn die extreme Dynamik des Nubert-Sets
wird hier nicht geboten. Im Fokus liegt eher eine konsequent natürliche,
sehr luftige Präsentation. Unserem Empfinden nach ist Nubert mit der Auslegung
des nuLine-Sets ein wirklich großer Wurf gelungen, denn es hat einen großen
Vorteil: Es macht einfach Spaß, es spricht also nicht nur aufgrund einer objektiv
akkuraten Wiedergabe, sondern auch emotional an, eine Eigenschaft, die man
erleben muss und die kein Datenblatt wiedergeben kann. Auch, wenn das Nubert nuBox 5.1-Set
ebenfalls sehr gute Eigenschaften mitbringt, so ist das zugegebenermaßen
weitaus kostspieligere nuLine-Ensemble die unserer Ansicht nach unter allen
Aspekten bessere Wahl. Natürlich hat nicht jeder knapp über 3.000,-- EUR zur
Disposition, aber es ist sehr beeindruckend, was Nubert hier für einen
kompletten Gegenwert liefert. Wenn man bedenkt, dass manches designtechnisch
interessante Subwoofer-/Satelliten-Set auch schon problemlos 2.500,-- EUR
verschlingen kann, stellen die technisch-nüchternen, aber akustisch brillanten
Nubert-Boxen eine wirklich interessante Alternative dar. Besonders für den
Stereohörer. Denn im Stereobetrieb überzeugten die nuLine 100 mit einem
spontanen Antritt, einer homogenen Darstellung sowie einer sehr gelungenen
Stimmwiedergabe und damit einer Gesamtleistung, die bauartbedingt in dieser
Güte kein Subwoofer-/Satellitensystem erbringen kann. In allen Testreihen
konnte die Box mit ihrer frischen, lebendigen Darstellung punkten. Die
erreichbaren Maximalpegel sind extrem hoch, die Detaileinarbeitung ist prima.
Auch wenn man es den kleinen Surroundlautsprechern gar nicht zutrauen möchte:
Im 5-Kanal-Stereobetrieb liefern sie eine reife Leistung ab. Die Pegel, die ohne
erkennbare akustische Einbrüche verdaut werden, sind schon fast unglaublich zu
nennen. Mit unvermindertem Nachdruck marschieren die nuLiner voran und sorgen
somit für echte Partystimmung - der Center sorgt mit seiner kraftvollen
Stimmwiedergabe ebenfalls für große Freude.
Fazit
Nubert betätigt sich wieder erfolgreich als Preisbrecher, denn
mit dem von uns getesteten nuLine-Set stellt die schwäbische Boxenmanufaktur
erneut unter Beweis, dass Premium-Qualität auch finanzierbar sein kann. Ohne
erkennbare Probleme meistern alle nuLine-Testteilnehmer auch schwierige
heimcineastische und musikalische Hürden und sorgen für etwas elementar
Wichtiges: Für Begeisterung im Hörraum. Die Boxen sprühen vor Dynamik,
bringen somit auch das Auditorium "auf Temperatur". Actionreiche Filme
und lebhafte Musik werden so zu einem unmittelbaren, intensiven Erlebnis. Wer
also ein Standlautsprecher-Set mit bärenstarkem aktivem Subwoofer und technisch
aufwändigen, kompakten Surroundlautsprechern sowie klangstarkem Center sucht,
wird kaum am nuLine-Ensemble vorbeikommen - ein ausführliches Probe hören
lohnt sich, bevor man weitaus mehr Geld in derartige Sets anderer Hersteller
investiert, die zum deutlich höheren Preis nicht den immensen Spaßfaktor der
nuLiner bieten können.
Exzellent klingendes 5.1-Set mit hohem Spaßfaktor zu
besonders günstigen Konditionen

Oberklasse
Test 13.02.2004
Preis-/Leistungsverhältnis      
Pro:
-
Exzellente Dynamik bei der Filmton- und der
Mehrkanal-Musik-Wiedergabe
-
Hervorragende Pegelfestigkeit
-
Sehr gut strukturierte Surround-Klangkulisse
-
Akkurate Höhendarstellung
-
Tadellose Detaildarstellung
-
Aktiver Subwoofer mit ausgezeichneter Präzision und
überragendem Tiefgang
-
Lobenswerte Stereoqualitäten der nuLine 100
-
Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis
-
Hochwertige und langlebige Verarbeitung
Test: Carsten Rampacher
13. Februar 2004
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